Nach 48 Jahren Bramscher Sparkassenchef Kespohl verabschiedet

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„Danke und Tschüß“ - so verabschiedete sich Werner Kespohl (4. von rechts, mit seiner Frau Marianne) von Kunden, Mitarbeitern und Gäste während einer feierstu nde in der Sparkasse. Foto: Heiner Beinke„Danke und Tschüß“ - so verabschiedete sich Werner Kespohl (4. von rechts, mit seiner Frau Marianne) von Kunden, Mitarbeitern und Gäste während einer feierstu nde in der Sparkasse. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Großer Bahnhof für Werner Kespohl: Mit einer Feierstunde in der Schalterhalle der Filiale an der Großen Straße ist der langjährige Geschäftsstellenleiter der Kreissparkasse in Bramsche in den Ruhestand verabschiedet worden. Da war Wehmut zu spüren, aber am Ende gab es auch richtig etwas zu lachen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Bersenbrück, Bernd Heinemann, erinnerte an den „schnieken jungen Mann“, der vor über 48 Jahren als 15-jähriger seine Lehre bei der Kreissparkasse in Bramsche begann . In den Personalunterlagen habe er sogar Angaben zu Puls und Brustumfang gefunden. Gammellook und Minirock, Widerstand gegen Autoritäten seien damals angesagt gewesen, aber Kespohl habe sich aus Überzeugung „ für das Etablierte entschieden“

31 Jahre lang habe er die Filiale in Bramsche geleitet, die seit dem Umzug an die Große Straße die „größte und schönste“ im gesamten Bereich der Kreissparkasse Bersenbrück sei. Heute sei der Umsatz dieser Filiale allein so hoch wie der der gesamten Kreissparkasse zu Beginn seiner Ausbildung.

Kespohls berufliche Leidenschaft sei stets das Kreditgeschäft gewesen, sagte Heinemann. Es sei ihm dabei gelungen, viele Firmenkunden fest an das Haus zu binden. „Wenn Ihnen etwas fehlen wird, dann sind es diese Gespräche mit den Unternehmen“, war sich Heinemann sicher. Wie sehr ihm diese Kunden am Herzen gelegen haben, zeige auch die Vielzahl an Terminen, die er vereinbart habe, um seinen Nachfolger vorzustellen. An Kespohls Nachfolger Carsten Grade gewandt meinte Heinemann, der Vorstand habe fest mit dessen Bewerbung gerechnet. Als langjähriger Leiter der Filiale in Engter sei Grade bereits ein alter Hase.

In Vertretung der Bürgermeisterin Liesel Höltermann würdigte Dagmar Völkmann Kespohl als überaus vertrauensvollen Partner der Stadt. Kespohl sei sich stets bwusst gewesen, „dass hinter den Zahlen immer Menschen stehen. „Sie sind ein Förderer der Stadt, der viel zu ihrer Entwicklung beigetragen hat“, betonte Völkmann. Mit Blick auf die vielen Ehrenämter, die Kespohl in Bramscher Vereinen bekleidet, hoffte die stellvertretende Bürgermeisterin, „dass man bei Ihnen von eine Ruhestand nicht sprechen kann“.

Von einem „sehr emotionalen Tag“, an dem er sein „schönes Büro“ endgültig räumen müsse, sprach Werner Kespohl selbst. „Ab jetzt hat das Jahr 365 Urlaubstage“, freute er sich beim Blick nach vorn. Allerdings seien davon „die Wochenenden abzuziehen“. Er werde nun häufiger bei den Kegelabenden auftauchen, und auch die Söhne Thorsten und Holger müssten nun damit rechnen, dass er nun unvermittelt mit seiner Frau Marianne zu Besuch komme.

Mit einem „Heidenrespekt“ vor der Aufgabe habe er damals sein Amt als Geschäftsstellenleiter angetreten, erinnerte sich Kespohl. Aber das Team habe ihm die Arbeit stets erleichtert, bedankte Kespohl sich vor allem bei allen jetzige und ehemaligen Mitarbeitern. „Danke und tschüß“, schloss der Bramscher , der von den anwesenden Kollegen, Kunden und Freunden mit minutenlangem Beifall gefeiert wurde.

Sein Nachfolger Carsten Grade wies darauf hin, dass Banker bei einer repräsentativen Image-Umfrage sehr schlecht abgeschnitten hätten. Für Kespohl hätte es bei einer solchen Umfrage sicher Spitzenwerte gegeben. „Ich trete gerne in diese großen Fußstapfen“, betonte der neue Geschäftsstellenleiter der Kreissparkasse in Bramsche.

Dass Banker immerhin eine Menge Spaß verbreiten können, zeigte schließlich ein Film, den die Belegschaft zum Abschied des Chefs gedreht hat. In den „S-News“ verkündete dort Bernd Heinemann den überraschenden Rücktritt Kespohls, der im Stil der Tagesschau von Angela Merkel, Joachim Gauck und ausländischen Staatsoberhäuptern kommentiert wurde. Ein gelungener Gag, für den Jens Metschies und die anderen Mitarbeiter verantwortlich zeichneten. Mit einem Lied verbreiteten sie schließlich noch „Rentner-Feeling pur“.


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