Über 300 Mitwirkende bei Übung Rettungskräfte üben Großeinsatz im Raum Bramsche

Von Holger Schulze

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Bramsche/Hollage. Die beschauliche Frühsommeridylle an der Schleusenbrücke hinter Hollage wich am Samstagnachmittag einem groß angelegten Schreckensszenarium. Hilferufe und Schmerzensschreie waren über eine lange Zeit hinweg zu hören. Zwei Kleinwagen standen ineinander verkeilt vor einem ebenfalls beschädigten Bus. Kunstblut lief an der Autotüre herunter. Die Darsteller, die an diesem Tag die Verletzten in den Fahrzeugen mimten, waren gut vorbereitet.

„Falcon 2014 - Deep water“ hieß die Übung. Geplant und durchgeführt wurde sie wie im Vorjahr durch den Leiter Einsatzdienste, Norbert Hehmann , in Zusammenarbeit mit der IuK Osnabrück, dem Team „Information und Kommunikation“ der Malteser Osnabrück.

220 Einsatzkräfte, 86 Darsteller, fünf Notärzte und ein Großaufgebot an Einsatzfahrzeugen waren vor Ort. Boote der DLRG und des Militärs befuhren den Stichkanal.

Zusammengefasst nahmen an dieser organisationsübergreifenden Katastrophenschutzübung nach de Vorgaben des Landkreises Osnabrück die Malteser Hilfsdienste aus Osnabrück, Alfhausen, Glandorf, Hagen a.T.W. und Georgsmarienhütte, das Technische Hilfswerk aus Osnabrück, Meppen, Münster, Bad Essen und Lehrte, das DRK Osnabrück-Nord, die Reservisten der Bundeswehr sowie die Reservisten des „Korps Nationale Reserve der Niederlanden“, die DLRG Bezirk Osnabrück, die Freiwillige Feuerwehr Achmer, das Wasser- und Schifffahrtsamt Minden sowie das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr teil.

Untergebracht in der Turnhalle der Bramscher Hauptschule, hatten die Einsatzkräfte in unterschiedlichen Zusammensetzungen über die Tage hinweg mehrere Szenarien zu bewältigen.

Am Freitagabend hieß es bei der Duni in Achmer, im Rahmen einer Unwettersimulation, Verletzte unter umgestürzten Bäumen zu befreien und nach Vermissten zu suchen.

Rein planerisch vom grünen Tisch aus bearbeiteten die Reservisten ein fiktives Zugunglück am Bahnübergang Grünegräser Weg mit angenommenen 90 Verwundeten. Hier galt es, die Beschaffung von umfangreichem Sanitätsmaterial der Bundeswehr am Standort Quakenbrück zu organisieren, das auch zu Übungszwecken angeliefert wurde.

Ganz praktisch ging es dann am Samstagvormittag für die Achmeraner Feuerwehrleute zur Sache. In Kooperation mit den Technischen Hilfswerk wurden ein Silobrand unter Kontrolle gebracht und Verletzte geborgen.

Zwei Szenarien hatten sich die Organisatoren der Übung für den Samstagnachmittag vorgenommen. Neben dem bereits erwähnten Verkehrsunfall gab es ein paar Meter kanalaufwärts einen simulierten Unfall beim Grillen mit weiteren Verletzten.

Hier leisteten die Reservisten Erste Hilfe und forderten zusätzliche Rettungskräfte an.

Währenddessen zerschnitt das THW mit schweren Gerätschaften die verunfallten Fahrzeuge und befreite in Zusammenarbeit mit den medizinischen Helfern die Unfallopfer. Eine zusätzliche logistische Herausforderung stellte der Abtransport der zahlreichen Busreisenden dar. Da die Unfallfahrzeuge die Brücke versperrten, mussten alle mit den zur Verfügung stehenden Boote über den Kanal gesetzt werden.

„Anstrengend aber effektiv und auf jeden Fall lehrreich“, bewertete Philipp Böhmer, Pressesprecher der Malteser, den Verlauf der Übungstage. „In Bezug auf die Zusammenarbeit mit den beteiligten Organisationen haben wir viel dazugelernt und uns weiterentwickelt. Diese Zusammenarbeit stand dabei absolut im Mittelpunkt, war äußerst positiv und man konnte zudem sehen, wie die Anderen arbeiten“.


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