Serie: „Fit in unserer Stadt“ Beim Hip-Hop in Bramsche allein unter Frauen



Bramsche. Das Fachchinesisch der Rapperszene fliegt uns hier nur so um die Ohren: „Housing, Locking, Old School, Break.“ Florian Westerheide kann die Begriffe herunterbeten. Und vor allem kann er sie tänzerisch mit viel Leben füllen. Ich bin – diesmal begleitet von meinen Medienhauskolleginnen Steffi Schock und Beate Mende – zu Gast im „TaBü“ an der Lindenstraße. Im Rahmen der zehnten Folge unserer Breitensportreihe „Fit in unserer Stadt“ machen wir aktiv beim Hip-Hop für Erwachsene mit.

Ein Dutzend Kursteilnehmer hat sich in dem länglichen, nicht allzu hohen Tanzsaal eingefunden. 90 Minuten Bewegung im Takt der Musik liegen vor uns. Und auch diesmal – zwei Wochen nach der Zumba-Stunde in Pente – gilt für mich: Allein unter Frauen… Sieht man einmal von Florian ab, der hier als Vortänzer der Chef im Ring ist, sind außer mir alle anwesenden Personen weiblich. Seltsam, denke ich. Gerade bei einem Hip-Hop-Treff hatte ich eigentlich auch ein paar Kerle erwartet.

Egal – es gibt wahrlich unangenehmere Situationen im Leben. Und dass neben mir mit meiner Kollegin Steffi eine ausgebildete Tanzlehrerin steht, macht mich gleich noch ein Stückchen sicherer und optimistischer. Schließlich ist Hip-Hop Neuland für mich. Ich bin als Anfänger hierhergekommen, möchte aber nicht den ganzen Laden aufhalten.

„Flo gibt sich Mühe, auch Neue schnell zu integrieren“, hatte mir bereits im Vorraum des „TaBü“ (die Kurzform für Tanzbühne) eine junge Frau im grünen Shirt verraten – Janina heißt sie. „Wer im Kurs mal nicht mitkommt, kann es sagen. Darauf wird Rücksicht genommen“, fügt sie hinzu. Janina selbst ist seit dem Jahr 2006 dabei.

Das wird mir übrigens auch mit Beginn der Übungsstunde sehr schnell deutlich. Der eine oder andere Blick aus dem Augenwinkel heraus verrät mir: Bei Janina sitzen die Schritte und Bewegungen sicher. Mein eigener Weg in der Hip-Hop-Szene ist dagegen noch weit.

Das Aufwärmprogramm lässt bei mir und anderen bereits den ersten Schweiß fließen. Viele der Tänzerinnen haben sich eine Getränkeflasche und ein Handtuch mitgebracht. In den kurzen Pausen, die es immer wieder gibt, greifen sie zu. Ich auch.

Vor der Spiegelwand

Die Musik ist laut. Florian ist mit Herzblut bei der Sache. Er reißt alle mit – und steht ganz vorne im Saal. Vor einer riesengroßen Spiegelwand. Er kann so seine eigenen Bewegungen kontrollieren, aber auch einsehen, wer von den Kursteilnehmern etwas richtig oder falsch macht. Gegebenenfalls kann er korrigierend eingreifen. Wir studieren inzwischen eine kleine Choreografie ein. Schritte und Bewegungen in einer ganz bestimmten Reihenfolge. Stück für Stück, immer wieder. Die Arme und Beine fliegen. Konzentration ist jetzt gefragt.

Florian beschränkt sich dabei nicht auf das Vermitteln der reinen Bewegungsabläufe. Er erklärt, aus welchen Tanzstilen die verschiedenen Schritte kommen. Ein bisschen Bildung inklusive also – das gefällt den Kursteilnehmern. „Morgens arbeite ich als pädagogischer Begleiter für Kinder“, verrät Florian uns, „nachmittags dann als einer von zwei Lehrern hier in der Tanzbühne.“ Aktuell bietet die Einrichtung in der Bramscher Innenstadt 15 verschiedene Kurse an. „Circa 160 bis 170 Personen sind insgesamt dabei“, sagt Florian.

Mir selbst hat die Übungsstunde bei ihm großen Spaß gemacht. Hip-Hop für Erwachsene ist ein tolles Bewegungsangebot. Auch wenn ich hier und da bei zunehmendem Tempo noch aus dem Takt gekommen bin. Übrigens ganz im Gegensatz zu meiner Kollegin Steffi. Die konnte die neuen Schritte als erfahrene Tanzlehrerin viel schneller verinnerlichen als ich. Doch das hat mich nicht wirklich gestört. Ich trete zufrieden die Heimfahrt an.


Unsere Expertin Iris Greff ist ausgebildete Fitnesstrainerin im „aktivital“ in Osnabrück. Sie sagt:

Willkommen beim sogenannten Streetdance! Hip-Hop enthält eine Vielzahl von verschiedenen Tanzrichtungen und -stilen. Einige von ihnen wurden bereits in den 1970-ern in den USA populär. Dort wurden später auch erste Tänze auf der Straße durchgeführt. Heute ist Hip-Hop u.a. in Film, Fernsehen, Theater und Musicals etabliert.

Wer Freude an tänzerischer Bewegung, verschiedenen Stilen und dem Erlernen von Choreografien bzw. Schrittfolgen hat, ist beim Hip-Hop durchaus richtig. Diese Tanzform fördert die allgemeine Beweglichkeit. Hip-Hop ist ein gutes Herz-Kreislauf-Training. Und es fordert und stärkt die geistige Fitness.

Wichtig ist vor jeder Übungseinheit ein richtiges Aufwärmtraining – inklusive kleinerer Tanzschritte. Sowie am Ende des Trainings ein Stretching des gesamten Bewegungsapparates.

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