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Schlemmen und Unterhaltung Barbie im XXL-Format sorgt für Heiterkeit in Bramsche

Von Holger Schulze

<em>Daphne de Luxe </em>im Idingshof, Foto: Holger SchulzeDaphne de Luxe im Idingshof, Foto: Holger Schulze

Bramsche. Das pralle Leben war am Freitagabend im Idingshof angerichtet worden. Erst schlemmen vom Noblen und anschließend Lachen mit Daphne de Luxe, so hatte es das Team vom Idingshof um Antje und Hubert Hoffmann für die Gäste vorgesehen. Das Publikum honorierte dieses Angebot mit einer ausverkauften Veranstaltung.

Festlich eingedeckt und reichlich aufgetischt erhielten die Gäste zu Beginn ein Mehrgängebuffet. Verwöhnt wurde mit Kürbiscremesuppe, Räucherlachs und Forellenfilet an Meerrettichsahne, Roastbeef und Perlhuhnbrustterrine, zartem Hirschgulasch oder knusprigem Gänsefleisch, gebratener Lachforelle auf Orangen-Petersilienwurzeln sowie zum süßen Schluss mit dem Lebkuchentiramisu, der Zimtmousse an Kirschen oder dem vorzüglich verfeinerten Bratapfel. Bereits bei diesem Programmpunkt herrschte Genuss in Hülle und Fülle.

Verniedlichend von Hubert Hoffmann als „Appetithäppchen“ angekündigt, eroberte und füllte nach dem Gang mit Speisen Daphne de Luxe den Raum für den zweiten Programmpunkt, die Unterhaltung. Es war bereits der dritte Auftritt der Komikerin im Idingshof. Eine freundschaftliche Verbindung zu den Hotelbetreibern lässt sie immer wieder gerne nach Bramsche kommen.

„Das pralle Leben – Weihnachtsspecial“ hatte sie ihr Programm genannt. Es wurde ein bunter Teller aus ihren Standards, vermischt mit weihnachtlichen Lästereien.

„Barbie im XXL-Format“, wie sie sich selbst unter anderem nennt, ließ ziemlich schnell erkennen, auf welchen Humorebenen der Abend verlaufen sollte, „Appetithäppchen, ich bitte Sie, ich sehe doch aus wie ein Buffet für 50 Personen“, stellte Daphne de Luxe den Kontakt zum Publikum her. Rund 180 Zentimeter hoch und auch in Tiefe wie Breite üppig, bot die Entertainerin eine gekonnte Mischung aus Selbstironie und vor allem fränkischem Lästermaul.

Daphne de Luxe scheut klare Worte und die darauf abgestimmte Mimik nicht. So verleiht sie selbst nicht mehr ganz frischen Schoten einen Charme, der Missfallen im Keim ersticken lässt. „Hund oder Mann, da stellt sich doch die Frage, will man sich nur den Teppich versauen oder das ganze Leben“, ist noch ein eher zurückhaltendes Beispiel aus dem Repertoire ihrer Pointen, die sie anzubringen versteht, ohne bei den davon Betroffenen die Stimmung zu vermiesen.

Daphne de Luxe beherrscht bestens den Spagat zwischen der Drohung „Ich könnte ja auch von Kant rezitieren“ und den dann tatsächlich folgenden Schenkelklopferwitzen aus der verlängerten Rückenregion.

Sie haut mit einem Lächeln verbal drauf, auch auf das eigene Privatleben. Dies jedoch so ausgewogen in alle Richtungen und auf so viele Zielgruppen verteilt, dass die Mundwinkel im Publikum fast ständig in Richtung Haupthaar zeigten. „Genuss ohne Reue“ wird von Daphne de Luxe während ihrer Fließbandproduktion von Gelächter gepredigt, und genau hieraus besteht ihre Kunst. Es darf bei ihr, meistens aus Motiven der Schadenfreude heraus, unbekümmert, herzhaft und häufig gelacht werden. In der Regel trifft ihre spitze Zunge ja die anderen, einschließlich der Entertainerin selbst. Und wenn Mann oder Frau, nicht individuell, jedoch als Angehöriger dieser Gattung, gelegentlich auch mal einen abbekommt, dann ist Daphne de Luxe bereits einen Kalauer weiter, bevor Zeit genug gewesen wäre, darüber nachzudenken, ob das jetzt eigentlich wirklich witzig gewesen war.

„Ich bin begeistert von Ihnen als Publikum. Es war Balsam für meine Seele“, so verabschiedete sich Daphne de Luxe nach rund einer Stunde verbaler Attacken auf die Lachmuskulatur der Anwesenenden unter Ausschaltung von Sinnerwartungen und geschmacklichen Empfindsamkeiten.