Ausstellung mit Göpfert-Fotos Katzenbilder in Engter – skurril und witzig

Von Matthias Benz

Dag-Olaf Göpfert neben einer seiner Fotografien – dem Piraten. Foto: Matthias BenzDag-Olaf Göpfert neben einer seiner Fotografien – dem Piraten. Foto: Matthias Benz

Engter. Skurrile und witzige Katzenbilder, häufig noch kräftig bearbeitet, haben es im Internet schon länger zu einiger Bekanntheit gebracht. Wie ausdrucksstark diese Tiere aber in ganz natürlicher Umgebung sein können, zeigen die Fotografien von Dag-Olaf Göpfert, die derzeit im Café im Speicher in Engter ausgestellt werden.

„Haus – Hof – Katze“

„Haus – Hof – Katze“ hat Göpfert seine Sammlung genannt. Und genau das zeigen die Bilder auch: „Ich habe versucht, die Katzen in ihrer natürlichen Umgebung zu erwischen“, erzählt der Hobbyfotograf. Dafür habe er über einen Zeitraum von zwei Jahren Bauernhöfe im ganzen Landkreis, hauptsächlich aber in Lappenstuhl, Schleptrup und Evinghausen besucht. Häufig waren gleich mehrere der Tiere anzutreffen.

Dag-Olaf Göpfert stammt aus Evinghausen, lebt allerdings derzeit in Osnabrück, wo er als Landschaftsarchitekt arbeitet. Mit dem dörflichen Leben im Kirchspiel Engter, in das er weiterhin gute Kontakte pflegt, ist der naturverbundene Mann natürlich immer noch vertraut.

Für den Naturfotografen ist es bereits die zweite Ausstellung im Speicher. Nachdem er sich sonst hauptsächlich mit Landschaften und Tieren in freier Wildbahn beschäftigt hatte, ist das Katzenprojekt ein „spannendes Experiment. Es ist schon ganz anders, als wenn man Wildtieren hinterherpirscht.“ Auf den Höfen seien ihm seine Motive teilweise entgegengelaufen, was eine ganz neue Erfahrung gewesen sei.

Einige Katzen scheinen es regelrecht zu genießen, abgelichtet zu werden. Den Eindruck erhält man zumindest bei den Bildern von Göpfert. Während einige neugierig in die Kamera blicken, sehen andere scheinbar bewusst weg. Die Blicke der Katzen sind es, die den Betrachter Gefühle wie Abneigung und Misstrauen, aber auch Freude und Gelassenheit erkennen lassen. Manche Vierbeiner wirken sogar gedankenverloren oder träumerisch.

Da ist zum Beispiel der „Pirat“, ein alter Kater mit einem schwarzen Fleck auf der linken Gesichtshälfte, der wie eine Augenklappe aussieht. Dazu kommt bei dem auf einem Baumstamm ruhig sitzenden Tier ein feindseliger Blick, der eines Seeräubers würdig ist. „Der war schon ein richtiger Brocken. Ein großer Kater, der schon einiges abbekommen hat“, erinnert sich Dag-Olaf Göpfert. Ganz anders verhielt sich dagegen eine junge Katze, die der Fotograf mit einem ängstlichen Blick auf dem Bild „Peinlich“ festgehalten hat. „Die ist direkt danach in einer dunklen Ecke verschwunden.“

Selbst hält Göpfert keine Katze. Er sei wahrscheinlich auch eher ein Hundetyp, doch derzeit sei in seiner Wohnung kein Platz für Haustiere. Ein bekannter Spruch dazu findet man im Gästebuch, das auf einem kleinen Tisch in der Ausstellung ausliegt: „Hunde brauchen ein Herrchen, Katzen brauchen Personal“.

Das Experiment, Katzen auf ländlichen Höfen und der Umgebung zu fotografieren ist geglückt. Dag-Olaf Göpfert hält sogar eine Fortsetzung für möglich. Die Ausstellung „Haus - Hof - Katze“ kann noch bis zum 31. Mai im Café im Speicher besucht werden. Es gelten die normalen Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 14 Uhr bis 18.30 Uhr.