Gruppe für Angehörige Neues Angebot der Bramscher Suchtberatung

Natalie Ruder, leitet die neue Gruppe. Foto: Wekenborg-PlackeNatalie Ruder, leitet die neue Gruppe. Foto: Wekenborg-Placke

Bramsche. Sucht ist nicht nur ein Problem der Abhängigen, auch Partner, Eltern, Kinder oder Kollegen des Kranken sind auf die verschiedenste Weise betroffen. Die Fachstelle Sucht der Diakonie bietet deshalb eine neue Angehörigengruppe an, die am Mittwoch, 9. April, erstmals zusammenkommt.

Danach trifft sich die Gruppe, die von Suchtberaterin Natalie Ruder geleitet wird, an jedem 2. und 4. Mittwoch im Monat, jeweils von 17.45 bis 19.20 Uhr, im Gruppenraum der Suchtberatung im Haus der Diakonie, Kirchhofstraße 6, in Bramsche.

„Für eine erfolgreiche Therapie ist die Einbeziehung der Angehörigen ganz wichtig“, sagt Ruder. Angehörige fühlten sich häufig ohnmächtig und isoliert. Viele führten ein Doppelleben, dass zu weiten Teilen davon beherrscht sei, die Suchtprobleme des Partners vor der Umwelt zu verheimlichen, zum Beispiel den Suchtkranken bei der Arbeit zu entschuldigen. „Nicht selten führt das zu einer sogenannten Ko-Abhängigkeit“, sagt die Sozialarbeiterin.

„Es geht uns vorrangig darum, den Angehörigen wieder mehr Lebensqualität und Selbstsicherheit zu vermitteln“, ergänzt die Therapeutin. „denn meist merken sie zuerst, wenn wieder etwas los ist“. Die Angehörigen müssten lernen, Grenzen zu setzen und auch einmal an sich selbst zu denken.

In der Gruppe können die Angehörigen einmal ohne die Erkrankten ihre Erfahrungen austauschen „und sehen, dass sie nicht allein sind“, sagt Ruder. „Sie sind doch die eigentlichen Experten.“ Bislang wurden die Probleme von Angehörigen bei der Diakonie in Einzelgesprächen aufgearbeitet. Von reinen Selbsthilfegruppen unterscheidet sich das neue Angebot durch die sozialpädagogische Leitung.

Anmeldungen und Informationen unter Telefon 05461/882980.


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