Projekt für die zehnte Klasse Englische Woche an der Hauptschule Bramsche

Von Holger Schulze

Pfannkuchen mit Zitrone und Honig gab es, neben ganz viel Konversation nur auf Englisch, mit Mikel Meager (rechts im Bild) an der Hauptschule Bramsche. Foto: Holger SchulzePfannkuchen mit Zitrone und Honig gab es, neben ganz viel Konversation nur auf Englisch, mit Mikel Meager (rechts im Bild) an der Hauptschule Bramsche. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Englischunterricht kann lecker duften und schmecken. Ein Lehrer mit Kochmütze und Schürze muss sich nicht automatisch mit Autoritätsproblemen konfrontiert sehen. Und sowieso, Schule macht Lehrenden wie Schülern wirklich Spaß. All dies zählte zu den Eindrücken, die bei einem Kurzbesuch in einer ganz besonderen Unterrichtswoche in der Hauptschule rüberkamen.

„Eine Woche nur Englisch“ steht seit Montag und noch bis Freitag auf dem Stundenplan der dortigen Jahrgangsstufe zehn. In drei Gruppen aufgeteilt, erhalten sie vom Morgen bis zum Mittag ihrem Fremdsprachenunterricht bei Muttersprachlern aus Großbritannien, Jamaika und den USA.

„Uns geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler Englisch sprechen müssen. Das ist der Reiz und sie genießen es im Moment auch und wachsen dadurch über ihre Grenzen hinaus“, fasste Stefan Rudys am Dienstag die momentane Stimmung bei den Projektteilnehmern zusammen. „Kein Deutsch, das funktioniert auch untereinander in den Pausen, sie kommen richtig aus sich heraus“, konnte der Englischlehrer feststellen, der das Projekt mit der großzügigen Unterstützung durch den Förderverein in die Hauptschule geholt hatte.

Kochen, Rollenspiel und die Ausarbeitung einer Stadtführung am PC sind die groben Strukturen, an denen sich der Englischunterricht von der ersten bis zur sechsten Schulstunde orientiert. Ein Ziel der Woche wird dann am Freitag eine Präsentation der Ergebnisse vor den Eltern und natürlich auf Englisch sein.

Im Übrigen herrscht Lehrfreiheit bei den Muttersprachlern. „Ich muss die Schüler nicht auf einen Abschluss vorbereiten“, wusste Clifton Hunt seine privilegierte Situation zu schätzen. Aufgrund dieser Befreiung von den Vorgaben eines Lehrplanes fällt es dem „Englischcoach für Erwachsene“ natürlich leicht, ein „Habt Spaß“ als eine von drei Regeln mit auf die Rangliste der Unterrichtsinhalte zu setzen. „Kein Deutsch, nur Englisch“ sowie „Fragen stellen“ mehr benötigte er auf diesem Hintergrund in dieser Woche nicht.

Doch als reine Fun-Veranstaltung ist das Projekt nicht zu verstehen. „Erstmals in diesem Jahr müssen sich alle Schüler für den Haupt- beziehungsweise Realschulabschluss verbindlich einer mündlichen Prüfung auf Englisch stellen“, erläuterte Stefan Rudys die dann doch wieder einem Lehrplan entsprechenden Anliegen des Projektes.

Aber von diesem Ernst hinter dem Vergnügen war in den Stunden bei Mikel Meager nichts zu spüren. In Kochmütze und Schürze stand der ehemalige Berufspilot mit seiner Gruppe in der Schulküche vor den Herdplatten, von wo aus er nebenbei den Umgang mit Messbechern und Pfannen lehrte, während natürlich ausschließlich Englisch gesprochen wurde.

Lebenspraxis statt Vokabeltest und Grammatikeinheiten, das kam bei Dana Phasey aus der 10a bestens an. „Es macht Spaß und ist eine gute Chance, einmal von einem Muttersprachler die Sprache zu hören“, unterstrich sie die Vorzüge der englischen Woche.

Auch ihr Jahrgangskollege an der Nachbarpfanne, Justin Sepp, war in ähnlicher Weise begeistert. „Es ist sehr toll und eine gute Möglichkeit, sein Englisch zu verbessern. Englisch sprechen macht Spaß, und ich muss nicht wirklich nach Worten suchen“, hieß bei ihm das Fazit bereits am zweiten Projekttag.

Bei Mikel Meager wurde nicht nur das Englisch verbessert. Pfannkuchen, einmal mit Zitrone und Honig war ein weiteres Nebenprodukt des Projektes, das die Schüler bei ihm kennenlernten.

Ginge es nach Stefan Rudys, so ist die Premiere dieser Projektwoche nicht die letzte an der Hauptschule gewesen. Dies ist jedoch eine finanzielle Frage, und der Erfolg bei der Suche nach Sponsoren wird entscheiden, ob auch im kommenden Schuljahr die Zehntklässler wieder eine ganze Woche lang im Unterricht nur Englisch sprechen werden.


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