Neues Konzept für Fachräume Debatte um Sanierung der Bramscher Realschule

Strom und Gas von der Decke: So wie hier in einem Bochumer Gymnasium könnte es nach der Sanierung auch in den Naturwissenschaftsräumen der Bramscher Realschule aussehen. Foto: Wesemann LaboreinrichtungenStrom und Gas von der Decke: So wie hier in einem Bochumer Gymnasium könnte es nach der Sanierung auch in den Naturwissenschaftsräumen der Bramscher Realschule aussehen. Foto: Wesemann Laboreinrichtungen

Bramsche. Mit einem Kostenaufwand von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro sollen die Fachräume der Realschule saniert werden. Das ist ein Mehrfaches der ursprünglich vorgesehenen Kosten. Imke Märkl (CDU) fragte vor dem Hintergrund möglicher Veränderungen in der Bramscher Schullandschaft: „Geht es nicht auch eine Nummer kleiner?“

Entzündet hatte sich die Debatte daran, dass die Sanierungskosten den ursprünglichen Ansatz um ein Mehrfaches übersteigen werden. Grund, so Architekt Werner Hüdepohl: Bei der Realschule sei es mit „neuen Böden und neuen Wänden“ nicht getan. Fluchtwege und Brandschutz seien nicht mehr zeitgemäß. In erster Linie entspreche aber der komplette Trakt nicht mehr den Anforderungen an modernen naturwissenschaftlichen Unterricht. Feste Installationen ermöglichten nur Frontalunterricht, Gruppenarbeit sei quasi unmöglich. Schlechte Luft und fehlendes Tageslicht erschwerten den Schulalltag zusätzlich.

In enger Absprache mit der Schulleitung wurde deshalb ein komplett neues Raumkonzept erstellt, in dem auf innen liegende Fachräume und einen Teil der Lagerkapazität verzichtet wird zugunsten von Lehrer-Vorbereitungsräumen, einen Bereich für den Musikunterricht und den Kunstunterricht und vor allem sicheren Fluchtwegen. Die Räume sollen mit beweglichem Mobiliar ausgestattet werden, die Versorgung mit Gas und Strom erfolgt über Bedienungseinheit an den Raumdecken.

Annette Specht (Grüne) machte zwar kein Hehl aus ihren „Bauchschmerzen“ insgesamt dieses „großen Finanzpakets“. Dennoch meinte die Biologin: „Wir müssen unseren Kindern Mut machen, sich mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen. Wir dürfen unsere Realschule nicht in einem vorsintflutlichen Zustand lassen“. Klärungsbedarf angesichts der Kostensteigerung sahen auch Annegret Christ-Schneider und Anette Marewitz (SPD).

Als „sehr großzügig und, um es vorsichtig zu sagen, ambitioniert“ bezeichnete Imke Märkl (CDU) das Sanierungskonzept und fuhr fort: „Wir müssen im Auge behalten, was überhaupt aus der Bramscher Schullandschaft wird. Nachher haben wir hier einen Mercedes unter den Schulen und brauchen das alles nicht mehr“. Die CDU-Sprecherin schloss: „Ein städtischer Haushalt ist kein Wunschkonzert. Wir müssen es auch bezahlen können“.

Der kommissarische Schulleiter Jörg Kreye und Architekt Hüdepohl wiesen die Kritik zurück. „Funktionsfähige Fachräume gehören einfach dazu“, so Kreye. Hüdepohl bezeichnete eine Sanierung nur mit „Böden und Farben“ als nicht nachhaltig. Alois Lager vom städtischen Baumanagement gab zu bedenken: „Gleich, ob an diesem Standort eine Realschule, eine Gesamtschule oder was auch immer untergebracht ist, die Gebäudekosten bleiben“. Kreye verwies auf Gespräche mit der Stadt, in denen immer wieder zugesagt worden sei, dass der Gebäudekomplex ein Schulstandort bleibe.

Wegen der Kostensteigerung wurde die Maßnahme auf das Haushaltjahr 2015 verschoben. In den Etat 2014 sollen lediglich rund 70 000 Euro für die Feinplanung ein gestellt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN