Jetzt im Tuchmacher-Museum Bramscher Künstler stellen wieder aus

Von Holger Schulze


Bramsche. Mit ein wenig Verzögerung sorgte das dreimalige Zuschlagen der Außentüre in der Kornmühle dann doch noch die nötige Ruhe, sodass Karin Bormann die 26. Jahresausstellung des Bramscher Vereins für Bildende Kunst eröffnen konnte. Bereits vor der Begrüßung herrscht am Freitagabend eine angeregte Unterhaltungsstimmung im Tuchmacher-Museum.

Ein persönlicher Dank von Karin Bormann in ihrer Funktion als Vereinsvorsitzende galt zunächst der Stadt Bramsche und dem Museum für „die ideelle Unterstützung“ sowie ihren „Mitstreitern“, die „sich immer wieder bereit erklären, bei der Organisation von Ausstellungen und anderen Vorhaben zu helfen“. 67 Exponate von 20 Teilnehmern können diesmal im Foyer sowie in der Kornmühle betrachtet werden. Es handelt sich dabei um die Werke der Vereinsmitglieder, die, sei es auf dem Hintergrund einer künstlerischen Ausbildung oder einfach nur aus reiner Freude an einer bildenden Beschäftigung entstanden sind.

„Für mich ist es jedes Jahr aufs Neue spannend, welche Arbeiten angeliefert werden. Oft weiß ich nicht die Werke einer Teilnehmerin oder einem Teilnehmer genau zuordnen. Doch genauso oft bin ich überrascht von Werken, die mir zeigen, dass sich der- oder diejenige auf etwas Neues eingelassen und erprobt hat“, unterstrich Karin Bormann die Vielfalt der eingelieferten Exponate.

Bilder in Acryl und Öl, Fotografien, Farbstift- und Pastellzeichnungen, Holz und Keramikobjekte und sogar ein Mobile zeugen von der Kreativität der Mitglieder des Bramscher Kunstvereins. Farbenfroh und ebenso farbintensiv, aber dann auch wieder mit mehr ruhigen Blumen- und Früchtedarstellungen wird der Besucher im Foyer des Museums von den dort ausgestellten Bildern empfangen.

In der Kornmühe selbst dominieren Impressionen verschiedener Landschaften. Viel Blau ist hier zu sehen, denn das Wasser stellt in dieser Jahresausstellung einen Schwerpunkt des künstlerischen Interesses der verschiedenen Maler dar.

„Kunst ist ein zweipoliges Projekt. 50 Prozent ist der Künstler, 50 Prozent der Betrachter, und das, was zwischen den beiden stattfindet, ist so etwas Ähnliches wie Elektrizität.“ Mit diesem Zitat von Marcel Duchamp eröffnete Karin Bormann schließlich die Vernissage. Nicht ohne an das Publikum gerichtet, hinzuzufügen: „Es wäre schön für uns, wenn Sie so etwas Ähnliches verspüren könnten.

Noch bis zum 8. Dezember besteht die Gelegenheit, diesem Wechselspiel zwischen Künstler und Betrachter in der Kornmühle nachzugehen