Konzert zum Jubiläum Orgel in St. Johannis Bramsche seit 40 Jahren

Von Holger Schulze

Ellen Eilermann und Eva Gronemann vor der Kreienbrink-Orgel. Foto: Holger SchulzeEllen Eilermann und Eva Gronemann vor der Kreienbrink-Orgel. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Mit einem Konzert für Orgel und Violine wurde am Sonntagabend „40 Jahre Kreienbrink-Orgel St Johannis Bramsche“ gefeiert.

Kreiskantorin Eva Gronemann an der Orgel und Ellen Eilermann mit der Violine hatten dafür ein Programm erarbeitet, dem eine „Vielfalt, quer durch alle Epochen“ zugrunde lag, so Ellen Eilermann. Elf Stücke aus dem Barock über die Klassik, die Romantik bis hin zu zeitgenössischem Jazz waren zu hören.

Erbaut in den Jahren 1972/73, wurde die Kreienbrink-Orgel am 28. Oktober 1973 geweiht. Damals lobte der Orgelrevisor Martin Gadow das Instrument mit folgenden Worten: Die Kirchengemeinde St. Johannis darf sich glücklich schätzen, ein in musikalischer und handwerklicher Qualität vorbildliches Instrument ihr Eigen nennen zu können.“ „40 Jahre jung und in blendender Verfassung“, kündigte Norbert Fisse, seit 1992 der Organist in St. Johannis Bramsche, das Instrument vor Konzertbeginn an.

Eröffnet wurde Abend mit dem „Concerto in d“ von Johann Valentin Rathgeber. Hatte hier die Orgel noch den zurückhaltend begleitenden Part zu erfüllen, konnte Eva Gronemann in der sich anschließenden „Fanfare“ von Jacques-Nicolas Lemmens das Tasteninstrument mit seinen Möglichkeiten als Solist sowie in seiner ganzen akustischen Dominanz vorstellen.

Violine und Orgel im Wechsel mit reinen Orgelpartien, so stellte sich die Programmabfolge von ihrer Struktur her dar. Nach der „Thais-Médidation“ von Jules Massenet und einem dreisätzigen Werk von Louis James Alfred Léfebure-Wély durfte das rund 50 Zuhörer zählende Publikum mit der getragenen „Sonate G-dur“ von Johann-Sebastian Bach dem wohl bedeutendsten Komponisten barocker Kirchenmusik lauschen.

Beim „Präludium G-dur“ von Felix Mendelssohn Bartholdy füllte die Orgel mit einem weit ausladenden Klangbild den Kirchenraum aus. Das Largo aus dem „Concerto G-dur“ von Antonio Vivaldi setzte nicht nur gedehnte, vom ausgeprägten Legato der Geige gekennzeichnete Akzente, sondern bildete auch den Übergang in eine andere Entstehungszeit der vorgetragenen Werke.

Zoltan Kodaly, Christopher Norton und Johannes Matthias Michel hießen die komponierenden Vertreter der nun folgenden Sequenz von Werken aus der Moderne. Mit einem feinen Gespür für die Vermeidung allzu experimenteller Musik beließen es die beiden Berufsmusikerinnen auch in ihrem zeitgenössischen Programmteil beim insgesamt gefällig melodiösen Charakter des gesamten Konzertes.

Nochmals Musik aus der klassisch-romantischen Epoche legten Eva Gronemann und Ellen Eilermann zum Abschluss ihrer Darbietungen auf. Mit der „Elegie“ von Joseph Rheinberger sowie der dankbar herausgeklatschten Zugabe entließen sie ihr Publikum in einen windigen Herbstabend.