BN-Interview mit Maren Schulz Interesse in Bramsche an Betreuungsgeld

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Maren Schulz</em>
              Foto: DieckmannMaren Schulz Foto: Dieckmann

Bramsche. Seit dem 1. August gibt es das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren zu Hause erziehen. Wie die Nachfrage in Bramsche ist, erklärt Maren Schulz. Sie ist die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus.

Frau Schulz, seit etwas mehr als zwei Monaten gibt es das Betreuungsgeld. Wie ist der Andrang bei Ihnen seitdem?

Das Interesse ist auf jeden Fall vorhanden. Im Moment haben wir 21 Bewilligungen für das Betreuungsgeld, auch wenn es noch nicht bei allen zur Auszahlung gekommen ist. Dazu mussten wir auch noch sechs Anträge ablehnen, weil die Kinder vor dem Stichtag 1. August 2012 geboren wurden. Das ist dann insgesamt schon recht viel an Resonanz bisher, denke ich.

Wer genau ist nun berechtigt, Betreuungsgeld zu erhalten?

In der Regel Eltern, deren Kind zwischen 15 und 36 Monaten alt ist. Vorrangig ist die Bezugszeit des Elterngeldes, das bis einschließlich des 14. Lebensmonats bezahlt werden kann, wenn zum Beispiel beide Elternteile es in Anspruch nehmen. Nach Ablauf des Elterngelds kann das Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden, je nach Aufteilung der Elterngeldmonate zwischen den Elternteilen, ist dieses frühestens ab dem 8. Lebensmonat möglich. Das Betreuungsgeld erhalten dann, wie wahrscheinlich bekannt ist, nur Eltern, deren Kind keine Betreuung in öffentlich finanzierten Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder durch eine Tagespflegeperson in Anspruch nimmt.

Damit nähern wir uns dem Begriff „Herdprämie“, als die das Betreuungsgeld despektierlich bezeichnet wird. Die Eltern müssen also zu Hause bleiben, um das Geld zu erhalten?

Nein, man muss überhaupt nicht zu Hause bleiben. Es zielt einzig und allein darauf ab, dass die Betreuung des Kindes nicht öffentlich gefördert sein darf. Das heißt: Es können sogar beide Elternteile einer Arbeit nachgehen, wenn beispielsweise die Großeltern dann das Kind zu Hause betreuen.

Befürchtet wurde, dass das Betreuungsgeld insbesondere von sogenannten „bildungsfernen Schichten“ in Anspruch genommen wird, die ihr Kind eher aus finanziellen Erwägungen zu Hause behalten. Nach dem Motto: Ich kassier die Kohle, dann kann ich mir schnell einen neuen Fernseher kaufen.

Das ist überhaupt nicht meine Erfahrung. Es gibt ja immer noch sehr viele Eltern, die sich ganz bewusst dafür entscheiden, sich persönlich und intensiv um ihr Kind in den ersten drei Lebensjahren zu kümmern. Von diesen Eltern gibt es sehr viel positive Resonanz auf das Betreuungsgeld. Diese Mütter und Väter freuen sich darüber, dass es jetzt eine Anerkennung dafür gibt, dass sie ihre Kinder selbst betreuen. Für diese Eltern ist das Betreuungsgeld keine „Herdprämie“, sondern eine Prämie dafür, dass sie die Erziehung zu Hause in diesem Maße wahrnehmen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN