Neue Ausstellung eröffnet „Zwei im Quadrat“ in Bramsche zu sehen

Von Holger Schulze

<em>Eröffneten die aktuelle Ausstellung</em> im Tuchmacher Museum: Joachim Raffel, Dieter Weise, Kerstin Schumann, Maximilian Claudius Noack und Siegfried Hoffmann. Foto: Holger SchulzeEröffneten die aktuelle Ausstellung im Tuchmacher Museum: Joachim Raffel, Dieter Weise, Kerstin Schumann, Maximilian Claudius Noack und Siegfried Hoffmann. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Eigenkompositionen und Improvisationen mittels Klapperwerkzeug und Flöte des Pianisten Joachim Raffel aus Osnabrück eröffneten und begleiteten die Vernissage „Zwei im Quadrat“ im Tuchmacher Museum.

Zu „konstruktiven Webarbeiten“ von Christine Weise und den Arbeiten ihres Mannes Dieter Weise konnte Museumsleiterin Kerstin Schumann rund 40 Gäste begrüßen. Wollfäden, Verspannungen und Verknotungen. Zwirnröllchen, verbunden zu Skulpturen, Kunststoffe und Naturprodukte, Gips und Spachtelmasse, Farben und Lacke und dies alles angeordnet zu streng geometrisch formulierten Textilarbeiten sind seit Freitagabend in der Kornmühle zu sehen.

Die Zahl 12 spielt in den Werken der 2009 verstorbenen Künstlerin Christine Weise eine markante Rolle. „Spiel mit 12 Farben“ oder „Quadratur in 12 Farben“ sind exemplarische Beschreibungen dieser Werke durch den Titel.

Nach einem Grußwort von Siegfried Hoffmann von der „Vordemberge-Gildewart-Initative Osnabrück“, an deren Reihe „Vielfältige Gestaltung, 12 Ausstellungen rund um Osnabrück“ die aktuelle Ausstellung im Tuchmacher Museum teilnimmt, führte der Kunsthistoriker Maximilian Claudius Noack in die Werke von Christine und Dieter Weise ein.

„Ausdruck einer fast schon symbiotisch zu nennenden Beziehung beider Künstler“ ist für Maximilian Noack das künstlerische Wirken des Paares. Doch zeigte er auch die „völlig konträren Positionen“ innerhalb der Werke auf.

Den Textilarbeiten von Christine Weise lägen „der Eindruck der Konkreten Kunst und die Kenntnis der Arbeiten von Max Bill und Richard Paul Lohse“ zugrunde.Dieter Weise hingegen „steht dem Informel nahe, einer Kunstströmung, die sich im Spannungsfeld von Formauflösung und Formwerdung befindet“, so Maximilian Noack.

„Alle Arbeiten sind nach einem konsequenten Rhythmus aufgebaut. Dabei wird der Farbkreis meist im Uhrzeigersinn, manchmal auch in die andere Richtung abgearbeitet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Varianten von einer Grundidee machbar sind“, mit diesen Sätzen beschrieb Christine Weise zu Lebzeiten selbst ihre Arbeiten.

Der künstlerische Standpunkt von Dieter Weise verlässt hingegen „die Konkrete Kunst von Systematik, Intellektualität und dem Streben nach Perfektion“, erläuterte Maximilian Noack. „Emotionen, Intuitionen und der persönliche Duktus sowie die ungewöhnlichsten künstlerischen Arbeitsmaterialien“ finden sich laut Maximilian Noack in den Arbeiten von Dieter Weise wieder.

Das Konkrete von Christine Weise steht bei dieser Ausstellung also dem Emotionalen von Dieter Weise gegenüber.

Dass man für Kunst auch in breitem Sächsisch und einfachen Worten werben kann, das zeigte Dieter Weise im Anschluss an die Ausführungen von Maximilian Noack auf eine sehr sympathische sowie gleichzeitig bescheidene Art.

„Kunst lebt nicht nur von großen Namen“, so wandte er sich an das Eröffnungspublikum. „Sie hat viele Stimmen und auch die Leiseste ist wichtig.“ Ein Rundgang mit Dieter Weise durch die Ausstellung beendete den offiziellen Teil der Eröffnung. Bis zum 27. Oktober sind die Arbeiten noch im Museum zu sehen.


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