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Gemüsebauer: Doppelte Arbeit, aber nicht mehr Geld in der Tasche Erschwerte Grünkohl-Ernte

Von Johannes Kapitza

Grünkohl auf rund einem halben Hektar Land hat Berndt zur Horst noch zu ernten. Kalte Temperaturen und Schnee erschweren dem Gemüsebauern die Arbeit. Foto: Johannes KapitzaGrünkohl auf rund einem halben Hektar Land hat Berndt zur Horst noch zu ernten. Kalte Temperaturen und Schnee erschweren dem Gemüsebauern die Arbeit. Foto: Johannes Kapitza

Bramsche. Auf rund einem halben Hektar Land hat Berndt zur Horst noch Grünkohl stehen. Die Ernte verläuft für den Malgartener Gemüsebauer momentan unter „erschwerten Bedingungen“: Eis, Schnee und Temperaturen unter dem Nullpunkt haben in den vergangenen Wochen auch die Landwirtschaft beeinträchtigt. Zur Horst sieht seine Arbeitsumstände indes gelassen: „Es ist halt Winter.“

Eine knarzende Schneeschicht, eisbedeckte Pfützen und Stellen von antauendem Ackerboden pflastern die letzten Meter auf dem Weg zum Grünkohlfeld in der Bauerschaft Bieste. „Am 21. Dezember ist Winteranfang, am 21. März Winterende“ – so einfach ist die Rechnung für zur Horst, „das Wetter ist für mich ganz normal. Von Katastrophen kann ich nicht sprechen“.

Die 30 bis 35 Zentimeter Schnee seien „über den langen Zeitraum gesehen nicht viel. In anderen Regionen kriegen sie das an einem Tag“, sagt der gelernte Gärtner. Und macht keinen Hehl daraus, dass ihm das einsetzende Tauwetter bei der Arbeit doch zumindest „ein bisschen“ gelegen kommt.

Ein halber Hektar ist noch mit Grünkohl bepflanzt, noch mal genauso viel Fläche hat zur Horst seit Anfang November bereits abgeerntet. Bei Frost erfordert das mehr Aufwand. Der Grünkohl kann nicht mehr auf dem Feld gestrippt – also das Nahrhafte vom Strunk abgezogen – werden, sondern muss zuvor abgehackt, zum Hof transportiert und dort aufgetaut werden. Das darf nur langsam passieren, damit die Blätter nicht matschig werden. Zur Horsts Resümee: „Wir haben zurzeit die doppelte Arbeit, aber dadurch nicht mehr Geld im Portemonnaie.“ Denn bei Minusgraden müssen die Lager für den Kohl und anderes Gemüse wie Möhren mehr geheizt werden, um sie frostfrei zu halten.

Inzwischen sei es schwierig geworden, gute Qualität zu ernten. „Aufgrund der Witterung hat man mehr Verluste.“ Dabei muss zur Horst seinen Abnehmern zehn bis 14 Tage im Voraus feste Liefermengen zusagen.

Zur Horst ist optimistisch, die Anbaumenge richtig kalkuliert zu haben. Die Nachfrage nach frischem Grünkohl gehe seit Jahren leicht zurück, auch, weil in der Gastronomie immer häufiger Tiefkühlware verwendet werde. Bis Anfang Februar dauert die Grünkohl-Ernte noch regulär. Alles, was dann noch auf dem Feld steht, wird zu natürlichem Dünger. Und Anfang März werden schon die nächsten Früchte gepflanzt, bei zur Horst weiterhin gelassen unter der Devise: „Wir müssen’s so nehmen, wie’s kommt.“