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Reiseimpressionen aus Madagaskar Film-Vortrag in Bramsche: Fernes Land ganz nahe gebracht

Von Holger Schulze

<em>Beeindruckende Bilder </em>von seiner Rundreise auf Madagaskar zeigte Helmuth Kohn.Foto: Holger SchulzeBeeindruckende Bilder von seiner Rundreise auf Madagaskar zeigte Helmuth Kohn.Foto: Holger Schulze

Bramsche. Ein- bis zweimal pro Jahr realisiert die Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen, kurz Biku genannt, einen Filmabend unter dem Motto „Ferne Länder, fremde Kulturen“. Am Donnerstagabend hat Helmuth Kohn in diesem Rahmen seine Reiseimpressionen gezeigt, die er im vergangenen Jahr auf Madagaskar mit der Filmkamera festgehalten hatte.

21 Tage dauerte seine Rundreise über die Insel. 12 Stunden Rohmaterial trug Helmuth Kohn hierbei zusammen. Mehrere Hundert Stunden saß er am Schneideprogramm, um die zahlreichen Szenen sinnvoll und unterhaltsam zusammenzufügen und mit der Hintergrundmusik bild- und taktgenau abzustimmen.

Kohn ist ein passionierter Bildersammler. Herausgekommen ist ein groß angelegter Diaabend, nur eben mit bewegten Bildern, in fast doppelter Spielfilmlänge.

Vom semiprofessionellen Hobbyfilmemacher selbst moderiert, bekam das kleine Publikum, das den Weg ins Parteienhaus am Heinrich-Beerbom-Platz gefunden hatte, farbenprächtige Eindrücke aus einem Land vermittelt, das von einer imposanten und einmaligen Natur geprägt ist, in dem die zum Teil bitterste Armut nicht das Lachen aus dem Lebensgefühl und den Gesichtern seiner Bewohner verdrängen konnte und dessen Tierwelt wahrlich einzigartig ist.

„Kultur und Mensch“ standen im Mittelpunkt des ersten Teils des Abends. Hieran schlossen sich im zweiten Teil Filmsequenzen an, die sich überwiegend auf die Flora und die Fauna der Insel konzentrierten.

Madagaskar ist ein Lebensraum voller Gegensätze. Der Reichtum an Bodenschätzen und Artenvielfalt trifft auf die Besitzlosigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung in einem der ärmsten Länder dieser Erde. Die Anzahl der Kinder macht dort den Reichtum aus. Familiärer Zusammenhalt gehört zur Existenzgrundlage.

Helmuth Kohn war als Tourist abseits einer Pauschalreise unterwegs, mit dem wachen Auge für die Nuancen des Alltäglichen. Dabei galt seine schwerpunktmäßige Aufmerksamkeit der Farbenpracht und den Herrlichkeiten des Landes. Den Erfindungsreichtum der Einheimischen bei der Bewältigung von Produktionsprozessen mit einfachsten Methoden zeigte der Film ebenso einfühlsam wie das übrige Wirtschaftsleben abseits von Industrie und Global Playern. „Wo Menschen sind, da ist Markt“, dieses in jedem Dorf anzutreffende Merkmal des täglichen Lebens war einer der roten Fäden, die sich durch die Bilder zogen.

Ein weiterer waren die Superlative im Tierreich. Einer der kleinsten Frösche und das größte Chamäleon der Welt sind auf Madagaskar zu finden. Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite von 25 Zentimetern bevölkern die Insel. Regenwälder oder verstepptes, dürres Land wechseln sich mit belebten Hafenstädten, idyllischen Holzhüttendörfern am Fluss oder Südseeinselflair ab.

Freundlich wie die Menschen dort, zeichnete Helmuth Kohn in Bildern und Worten ein Land und das darin existierende Leben nach, dessen Ist-Zustand noch in vielen Bereichen einem Dornröschenschlaf kurz vor dem Erwachen gleicht.


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