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Tommy Schneller „Special Guest“ Osnabrücker Big Band überzeugt eingespielt und ohne Scheuklappen im Bramscher Filmtheater Universum

Die Big Band „Tuten & Blasen“ bot im Universum ein imposantes Bild. Foto: Sascha KnapekDie Big Band „Tuten & Blasen“ bot im Universum ein imposantes Bild. Foto: Sascha Knapek

Bramsche. Als „Dixieband“ sind „Tuten & Blasen“ vor 21 Jahren gestartet. Wie viel sich seitdem innerhalb der Band und an ihrer musikalischen Ausrichtung geändert hat, sah man beim Konzert im Filmtheater Universum schon mit einem flüchtigen Blick auf die Bühne. Zahlen- und soundmäßig hatten die Osnabrücker alles aufzuweisen, was eine sprichwörtliche und stilechte „Big Band“ so braucht.

Fein säuberlich hatte Robert Kretzschmar seine Musiker am Dienstagabend vor sich aufgereiht. Auf der rechten Seite des Dirigenten waren alle Holz- und Blechbläser (13 an der Zahl) positioniert und auf der vom Publikum aus gesehen linken Seite vergnügten sich neben der Rhythmussektion aus Bass und Schlagzeug noch Gitarrist Wolfgang Gerdes, Organist Wolfgang Deffner und Frontfrau Anita Schnitker. Zusätzlich kam auf dieser Bühnenhälfte im Verlauf des Konzerts ein weiterer Musiker zum Einsatz, der eigentlich gar nicht zum Stammpersonal der Big Band gehört. Tommy Schneller unterstützte die Formation bei einigen Stücken als „Special Guest“ und wurde vom Publikum des Öfteren mit Szenenapplaus bedacht.

Das Repertoire von „Tuten & Blasen“ beschränkte sich nicht nur auf instrumentale Big-Band-Klassiker von Count Basie, Glenn Miller oder Duke Ellington. Dank Sängerin Anita Schnitker und Jazz-Allrounder Tommy Schneller kamen auch Gesangseinlagen im Universum nicht zu kurz. Schnitker war dabei für eher langsamere Stücke wie „What a Diff’rence a Day Makes“ oder „The Look of Love“ zuständig, und Schneller prägte mit seiner Reibeisenstimme und diversen filigranen Saxofonsoli Up-Tempo-Nummern wie „Unchain My Heart“ oder die kraftvolle Blues-Funk-Interpretation des Otis-Redding-Klassikers „(Sittin’ On The Dock of the Bay“).

Allgemein waren es diese überraschenden, von der Big-Band-Norm ein wenig abweichenden Momente, in denen die Musiker den traditionellen Jazz-Orchester-Sound verließen und auch andere Stilelemente zuließen, die zu den besonderen Stärken von „Tuten & Blasen“ zählten. Ausflüge ins Lateinamerikanische, Wolfgang Gerdes’ kleine Rock-’n’-Roll-Tupfer oder funkige Jazzvariationen gehörten somit zu den Höhepunkten des Abends.

Profitieren konnte die Formation, egal welchen Stil oder welchen Song man gerade vom Notenzettel ablas, von ihrer bemerkenswerten Eingespieltheit. Robert Kretzschmar dirigierte sein Ensemble zielgenau auf jede einzelne Passage zu und ließ den einzelnen Musikern trotzdem genügend Freiheiten, um auch einmal ein wenig aus dem Rahmen zu fallen. Das Ergebnis war ein präziser, aber nicht zu steril und zu stromlinienförmig vorgetragener Big-Band-Sound, der nicht nur die tonangebende Bläsersektion in den Vordergrund stellte, sondern die gesamten 20 Musiker ins Rampenlicht rückte.


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