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Kommunalwahl Wahlkampf in Bramsche: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

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Bramsche. Sie vertreten unterschiedliche politische Standpunkte, in einem sind sich die Vertreter der Parteien an den Wahlständen auf dem Kirchplatz aber einig: Der Markt-Freitag ist der beste Tag – da macht Wahlkampf Spaß. So manches Mal werden gefüllte Einkaufstaschen abgestellt, weil sich ein Gespräch ergibt. Nicht zuletzt zeigt sich Wählers Stimmung auch daran, wie er auf die kleinen Werbegeschenke der Parteien reagiert. Ein Spaziergang entlang der Wahlstände in der Reihenfolge ihrer Aufwartung von der Großen Straße aus betrachtet.

„Von Ihnen nehme ich das gern“, sagt eine Dame, als sie die Fliegenklatsche mit der Aufschrift „Wir fliegen auf Sie. CDU“ aus der Hand von Imke Märkl entgegennimmt. Am Wahlstand selbst vertieft sich jemand gerade in die Wahlzettel-Muster, die die CDU „gegen die Panik an der Wahlurne“ mitgebracht hat.

Vertiefen ist hier wohl der richtige Ausdruck, denn die Zettel kommen im unhandlichen Riesenformat daher. „Dabei gibt es die meisten Aha-Erlebnisse“, sagt Märkl, während neben ihr über Themen der Europapolitik diskutiert wird.

Am Stand der Grünen wird unterdessen herzlich über die Teebeutel gelacht, auf deren Umweltpapierverpackung „Schwarz trinken, Grün wählen“ steht. In diesem Jahr geht der Aufkleber mit der Aufschrift „Atomkraft, nein danke“ besonders gut, hat Landtagsabgeordnete Filiz Polat festgestellt. Nur die Frage nach dem Kugelschreiber verneinen sie und Dagmar Völkmann, dafür sind am Stand der Grünen kleine Windräder zu bekommen. „Unsere Wahlwerbegeschenke sind alle ökologisch, und wir setzen bei ihrer Auswahl immer auf Inhalte“, sagt Polat. So stehe das Windrad für die angestrebte Energiewende. Einen Klassiker gibt es aber auch im Grünen-Stand: den Luftballon.

Nur ein paar Schritte weiter dominiert Rot das Bild. Am Stand der Linken sind Brillenputztücher mit der Aufschrift „Ist doch klar. Die Linke“ und Pfefferminzbonbons in roter Verpackung erhältlich. „Wir sind hier nicht so eine große Flotte und gehen auch eher nicht so offensiv auf die Leute zu, das ist ja schon fast ein bisschen Reizüberflutung“, sagt Bernhard Rohe mit Blick auf den bevölkerten Kirchplatz. Beliebt bei potenziellen Wählern sei auch das Kreuzworträtsel in der Parteizeitschrift.

Wieder wenige Schritte sind es zum personell sehr gut besetzten Wahlstand der SPD. Der Klassiker unter den Wahlwerbegeschenken, der Kugelschreiber, fehlt genauso wenig wie der Einkaufschip, den man auch am CDU-Stand als den Renner unter den Wahlwerbegeschenken ausgemacht hat. Mit Traubenzucker, Gummibärchen und Lutschern versüßt die SPD den Wählern von morgen und von übermorgen die Wahl. Bei der Einschätzung des Markt-Freitags als besten Tag für Wahlwerbung sprechen Stefanie Kortekamp und Ute Severit-Wobker wie aus einem Mund mit den CDU-Wahlkämpfern: „Da ergeben sich die meisten Gespräche, da macht Wahlkampf richtig Spaß.“ Gezielt werde aber auch oft nach dem Wahlprogramm gefragt, sagt Kortekamp, und tritt damit dem Verdacht entgegen, die Menschen hätten es vor allem auf die Werbegeschenke abgesehen.

Etwas, das die anderen Parteien auf dem Bramscher Kirchplatz ebenfalls erleben. Manchmal kämen Leute, die sich Informationen mitgenommen hätten, später mit Fragen zurück, berichtet Filiz Polat. An allen Partei-Ständen sind diese Informationen auf den ersten Blick zu entdecken. Bei den Linken übrigens auch auf Russisch.


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