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In vielen Bereichen aktiv Bramscherin Utta Uhl ist weit über ihre Ämter hinaus engagiert

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<em>Auch bei den DRK-Blutspendeterminen</em> ist Utta Uhl als Helferin im Einsatz.Foto: Björn DieckmannAuch bei den DRK-Blutspendeterminen ist Utta Uhl als Helferin im Einsatz.Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Nein, viel Aufhebens um ihr vielfältiges Engagement will Utta Uhl nicht machen. „Fragen Sie mich bloß nicht, wie lange ich in welchen Ämtern war“, antwortet sie auf die Frage, wie lange sie in welchen Ämtern war. Es ist ihr nicht wichtig. Fakt ist: Utta Uhl ist seit 55 Jahren Mitglied im Deutschen Roten Kreuz, war Vorsitzende des Bramscher DRK-Ortsvereins, ist aktuell Kassenwartin, ebenso wie im Heimat- und Verkehrsverein.

Mit Zahlen muss sich Uhl also auskennen, aber die Daten ihres ehrenamtlichen Engagements nennt sie eher beiläufig: Zu den Jahrzehnt-Jubiläen ihrer DRK-Mitgliedschaft, „da habe ich immer einen schönen Händedruck zum Dank bekommen“. Zum 50-jährigen gab es eine Urkunde von DRK-Präsident Rudolf Seiters. Darauf scheint Uhl dann doch stolz zu sein.

Utta Uhl gehört bestimmt nicht zu denen, die es in ein Ehrenamt drängt, weil sie Bestätigung suchen. Utta Uhl will einfach helfen, einfach machen – und sie macht viel mehr, als es die bloße Beschreibung ihrer Funktionen ausdrückt. Sie verwaltet nicht nur einfach die Vereinsbeiträge. „Wir dürfen als Verein ja keinen Gewinn machen“, erzählt sie, „deshalb gehe ich jedes Jahr kurz vor Weihnachten mit den Zinserträgen zu Familien, von denen ich weiß, dass es am Nötigsten fehlt.“ Ein Geldgeschenk und ein weiteres kleines Präsent bringt sie dann mit – und vor allem Zeit. „Ich will mit den Leuten ins Gespräch kommen, mir ihre Nöte anhören und helfen.“

Bei Bedarf geht sie mit den Menschen dann beispielsweise zu den Behörden, berät bei den Gesprächen und beim Ausfüllen von Anträgen, mit denen Unterstützung erlangt werden kann. Zur Not treibt sie ihre „Schäfchen“ auch zum Amt, wenn es sein muss. „Manche Leute sind zu stolz, dahin zu gehen.“ Richtig enttäuscht sei sie, wenn Menschen, denen sie helfen möchte, knapp über den Bemessungsgrenzen liegen. „Dann verdienen die drei Euro mehr, als sie laut Amt dürften – als ob es denen damit schon gut gehen würde“, ärgert sich Uhl. Wer allerdings selbst verschuldet in Not gerät, für den hat sie nur begrenztes Mitleid übrig: „Ich kenne ein Paar, das sieben Kinder hat, aber sich das gar nicht leisten kann“, nennt sie ein Beispiel. „Denen habe ich dann schon mal gesagt: Ihr müsstet doch eigentlich wissen, wie man verhütet.“ Uhl nimmt halt kein Blatt vor den Mund: „Ab und zu muss ich auch mal jemanden in die Sahne klatschen können, wenn was nicht läuft“, sagt sie.

Schade findet sie, dass das Rote Kreuz keine Kleiderkammer mehr in Bramsche hat – was sie allerdings nicht davon abhält, trotzdem Kleider zu sammeln: „Mir wird viel nach Hause gebracht, das gebe ich dann nach Ankum weiter.“ Vorher gilt es die Sachen aber noch zu sortieren. „Da kann schnell ein ganzer Tag für draufgehen“, erzählt Uhl, die froh ist über die Hilfe ihres Mannes: „Er hat eine endlose Geduld darin, die einzeln angelieferten Schuhe zu Paaren zu sortieren.“

Kassenwartin im DRK und, wie selbst sagt, „fast nebenbei“ im Heimatverein, Hilfe im Hintergrund für bedürftige Mitmenschen, Kleidersammlungen: Für manche wäre schon das zu viel. Utta Uhl aber ist auch noch bei den Blutspendeterminen des DRK aktiv, und wenn sie mal noch Zeit hat, lädt sie die Jungen und Mädchen aus dem Kindertreff Meyerei ins Kino ein. Nein, viel Aufhebens macht Utta Uhl darum nicht: „Beim DRK könnten wir ohne unsere Mitglieder und Fördermitglieder gar nichts leisten“, verweist sie auf andere, „denen müssen wir danken.“ Dass sie Verantwortung übernimmt, ist für sie selbstverständlich: „Es ist für mich eine Ehre, wenn mir die Menschen ihr Vertrauen schenken, für sie ein Amt auszuüben.“ Das Ehrenamt ist für Utta Uhl Ehrensache.


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