Kreistag beschließt Neuregelung Ab 1. Januar 2022 wieder ständige Notarztbereitschaft in Bramsche

Das Notarzteinsatzfahrzeug ist an der Bramscher Malteser-Rettungswache stationiert (Symbolbild)Das Notarzteinsatzfahrzeug ist an der Bramscher Malteser-Rettungswache stationiert (Symbolbild)
Johannes Kapitza

Bramsche/Osnabrück. Bramsche wird ab dem 1. Januar 2022 wieder Notarzt-Standort rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche. Das hat der Kreistag in Osnabrück entschieden. Komplett neu aufgestellt ist die Notarztversorgung damit aber noch nicht.

Für den Standort Bramsche, der neben der Tuchmacherstadt auch das Gemeindegebiet Neuenkirchen/Bramsche sowie Teile der Gemeindegebiete Wallenhorst und Rieste umfasst, ist demnach ab dem 1. Januar 2022 die Bereitschaft eines Notarzt-Einsatzfahrzeugs (NEF) an 168 Stunden pro Woche vorgesehen – sprich an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr und damit 58,5 Stunden mehr als bislang.

Zeiten wurden 2015 reduziert

Denn seit Anfang 2015 gibt es in Bramsche keine 24-Stunden-Bereitschaft eines Notarztes mehr, nach der Umstrukturierung des hiesigen Krankenhauses durch die Niels-Stensen-Kliniken, die durch den Landkreis Osnabrück auch mit der Notarztversorgung im Bereich Bramsche vertraglich betraut sind. Von Bramsche aus fährt der Notarzt seitdem nur noch montags bis donnerstags von 7.30 bis 19 Uhr und am Wochenende durchgehend von freitags, 7.30 Uhr, bis sonntags, 23 Uhr. In den übrigen Zeiten werden Wagen aus Ostercappeln, Osnabrück oder aus Ankum angefordert. 

Zu Beginn sorgte die Neuregelung für Verunsicherung und teils harsche öffentliche Kritik, die jedoch leiser wurde. In Kreisen des Rettungswesens wurde man allerdings nie glücklich mit dieser Regelung – insbesondere, als die Runde machte, der Landkreis wolle den Notarzt-Standort sogar schließen. Mitarbeiter des Rettungsdienstes äußern sich zudem teils unzufrieden, weil sie – meist als erste am Einsatzort – oftmals auf den Notarzt warten müssten.

"Wir reden bei Notarzteinsätzen über akute Lebensgefahr", mahnte auch Dr. Andreas Atzeni immer wieder. Er führt eine Nephrologische Praxis und ist Rettungsmediziner. Seit August 2019 koordiniert Atzeni zunächst eigenständig, seit Dezember 2019 nach Absprache mit den Niels-Stensen-Kliniken, den Notarztdienstplan für den Standort Bramsche.

Vertrag noch nicht unterschrieben

Er hat nun einen "Pool" an Kolleginnen und Kollegen aufgebaut, die die Notarzt-Bereitschaft in Bramsche auf Honorarbasis übernehmen werden. "Die Dienstpläne stehen, es kann losgehen", berichtet Atzeni dementsprechend auch auf Anfrage unserer Redaktion. Noch nicht in "trockenen Tüchern" sei indes ein Vertrag zwischen dem Niels-Stensen-Verbund, der bislang allein mit der Notarztversorgung in Bramsche betraut war, dem Landkreis Osnabrück und der von Atzeni mitbegründeten Arbeitsgemeinschaft für präklinische Notfallmedizin (AGPN), die weiterer offizieller Partner in der Notfallversorgung werden könnte. Die Verhandlungen dazu laufen bereits seit Längerem. Woran es noch hapert, dazu will sich Atzeni nicht äußern.

Im Kreistag wurde die Neuregelung derweil einmütig beschlossen. Die Weichen dazu waren bereits im Fachausschuss gestellt worden. Hernach wurde der SPD-Kreistagsabgeordnete Karl-Georg Görtemöller in einer Pressemitteilung der SPD/UWG-Gruppe mit den Worten zitiert, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bramsche könnten zufrieden sein, dass es bald wieder die 24/7-Versorgung geben werde. 

Die ursprüngliche Initiative dazu war indes von der CDU ausgegangen. Aus deren Kreistags-Fraktion war im Anschluss an die Abstimmung zu hören, man freue sich, "dass es so schnell zu einem positiven Ergebnis für den Notarzt-Standort Bramsche gekommen ist." Man sei allerdings darüber "auch "verwundert. schließlich wurde uns von der Kreisverwaltung über mehrere Jahre gesagt, eine Versorgung rund um die Uhr sei nicht möglich, weil es an Notärzten fehle - was ja, wie sich jetzt zeigt, offensichtlich gar nicht der Fall ist."  


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN