"Lucy und Nofretete" Raffinierte Ausstellung im Haus der Naturkultur in Bramsche

Von noz

Stiftungsgründer Thorsten Thomas (rechts) führte durch die Ausstellung.Stiftungsgründer Thorsten Thomas (rechts) führte durch die Ausstellung.
Oliver Schöndube

Bramsche. Klein, aber fein: auf wenig Platz präsentiert das Haus der Naturkultur in Bramsche die Ausstellung „Lucy und Nofretete“ mit viel Raffinesse.

Die Grundidee, Natur und Kultur in ein Spannungsfeld zu setzen, sei hier auf anschauliche Weise umgesetzt erklärte laut einer Pressemitteilung Joachim Weyer, der als Vorsitzender des Förderkreises die Ausstellung eröffnete. „Auch wenn es sich hier nur um eine kleine Ausstellung handelt, was der räumlichen Situation geschuldet ist, sollte der Besucher sich einlassen auf die raffiniert erstellten Präsentationen, die die beiden Repliken der weltberühmten Funde „Lucy“ und Nofretete begleiten", wird Weyer in der Mitteilung zitiert.

Lichteffekte

Durch den abgedunkelten Flur, der nur von den Leuchten der ersten Informationstafeln erleuchtet war, blickten die Besucher dann in den in blaues Licht getauchten Vortragsraum des Hauses der Naturkultur. Grillenzirpen empfing die Gäste und ließ sie in die Savanne Nord-Ost Afrikas vor rund 3,2 Millionen Jahren einrauchen. Und dann stand sie da, in der Mitte des Raums. Ein kindgroßes Skelett aus den Repliken der Teilknochen des 1974 gefundenen Australopithecus afarensis und einer fein gearbeiteten Drahtrekonstruktion. „Beeindruckend“, so der Kommentar der Eröffnungsbesucher, der sich nicht nur auf das Teilskelett von Lucy bezog, sondern auch, einen Raum weiter, auf die Nachbildung der Büste der Nofretete. „Es ist ergreifend dieses einzigartige Stück hier zu sehen. Für den Besucher kaum zu unterscheiden vom Original“ so eine Besucherin.

Bereicherung

Thorsten Thomas, der die erste Führung durch die Ausstellung übernahm, spannte einen Bogen von der handwerklichen Arbeit wie überhaupt eine „Replik“ entsteht, über die Entdeckung des Teilskelettes von „Lucy“ durch Donald Johanson und die Grabung Ludwig Borchards 1912 in Tell-el-Amarna, während der die Büste der „bunten Königin“ gefunden wurde, bis hin zur Geschichte um den Farbstoff „Ägyptisch Blau“ aus der Zeit des Pharao Echnatons.

„Sie sind eine Bereicherung für die ganze Stadt“, sagte laut Pressemitteilung Bürgermeister Heiner Pahlmann. „Ich bewundere Ihren Enthusiasmus, mit dem Sie Ihre Ziele und Projekte verfolgen“ wandte sich Pahlmann dann persönlich an Thorsten Thomas als Stiftungsgründer und Leiter des Hauses der NaturKultur.

Bis zum 30. Oktober werden öffentliche Führungen mittwochs um 18 Uhr und samstags um 11 Uhr angeboten. Mehr Informationen auf der Homepage der Stiftung Thomas.

Vortrag

Am Donnerstag, 16. September, um 19 Uhr beginnt der erste Vortrag zur Ausstellung. Thorsten berichtet dann, wie Nofretete 1912 gefunden wurde, wie sie nach Berlin kam und welche Geschichten sich sonst noch um die „bunte Königin“ drehen. Anmeldungen sind unter hausdernaturkultur@osnanet.de möglich.


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