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Initiative von Schülern Gedenktafel erinnert an von Nazis ermordete Jüdin aus Bramsche


be Bramsche. Ruth ten Brink wurde 1916 in Bramsche geboren und 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet. Seit Montagvormittag erinnert eine Gedenktafel am Haus Tackenberg an der Großen Straße an die Jüdin aus Bramsche. Zu verdanken ist dies der Religionsgruppe der Klassen 8 am Greselius-Gymnasium.

Der Religionskurs von Lehrer Ulf Heinecke hatte zunächst einen Film über das Projekt „Stolpersteine“ gesehen und sich dann vom Bramscher Geschichtsforscher Dieter Przygode über das Schicksal der Bramscher Juden informieren lassen. Im Mittelpunkt stand dabei das Leben von Ruth ten Brink, die 1916 in Bramsche zur Welt kam. Mit ihren Eltern zog sie 1926 nach Osnabrück, von dort floh die Familie in die Niederlande. 1943 überfielen NS-Schergen das psychiatrische Krankenhaus in Apeldoorn, wo Ruth ten Brink als Schwester arbeitete. Am 5. Februar wird sie im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Im Unterricht entstand die Idee, auch für die Bramscher Jüdin einen „Stolperstein“ zu setzen. Doch das scheiterte am formalen Kriterium dieses Kunstprojektes von Gunter Demnig, die „Stolpersteine“ jeweils am letzten freiwilligen Wohnort der Ermordeten zu setzen. Die Schüler ließen aber nicht locker und kamen auf die Idee mit der Geddenktafel, für die sie selbst in den Familien Geld einsammelten. 170 Euro kamen so zusammen.

Die Stadt habe die Anregung sehr gerne aufgegriffen, sagte am Montag bei der kleinen Feierstunde zur Einweihung Bürgermeisterin Liesel Höltermann. Zumal zuvor schon die Bramscher Jusos einen ähnlichen Antrag gestellt hätten, der von der Partei „aber nicht konsequent weiterverfolgt“ worden sei. Sie bedankte sich bei den Schülern und auch bei der Familie Hundeling, die sich spontan bereit erklärt hatte, die Tafel an dem Haus anbringen zu lassen, in dem Ruth ten Brink über der Bäckerei, die es damals schon gab, gewohnt hatte. So gebe es nun auch in Bramsche einen „Ort der Erinnerung“ an das finsterste Kapitel deutscher Geschichte. Bevor Vertreter der Ausbildungswerkstatt „Die Brücke“ die Tafel an der Bäckerei anbrachten, gedachten die Schüler mit den anwesenden Vertretern von Rat und Verwaltung und der Landtagsabgeordneten Filiz Polat der Opfer des Nationalsozialismus.


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