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Regialog-Fortbildung Archäologin „gräbt“ in Bramscher Fotoalben

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Vor der Abschlusspräsentation: Projektleiter Lars Lichtenberg, die Teilnehmer Stefanie Brauner, Katja Kniewel, Julian Spohn sowie Kerstin Schumann (von links). Foto: Heiner BeinkeVor der Abschlusspräsentation: Projektleiter Lars Lichtenberg, die Teilnehmer Stefanie Brauner, Katja Kniewel, Julian Spohn sowie Kerstin Schumann (von links). Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Der elfte Jahrgang von Regialog ist am Montag im Tuchmacher Museum verabschiedet worden. An dieser Qualifizierungsmaßnahme für Geistes- und Kulturwissenschaftler waren die Gastgeber auch erneut beteiligt.

Hier hat sich Stefanie Brauner in den letzten acht Monaten mit den Vorbereitungen für die Sonderausstellung „Bramscher Rot und Grüner Rock“ zum Jubiläum von Schützengesellschaft und Tuchmachergilde beschäftigt. „Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohlgefühlt und fand es auch spannend, etwas anderes zu machen“, sagte die studierte Archäologin. Statt im Erdreich nach stummen Zeugen vergangener Zeiten zu suchen, stöberte sie im Rahmen des Projektes vornehmlich in alten Fotoalben. Schwerpunktmäßig hat sie sich mit der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute befasst.

Mit der Erarbeitung einer eigenen Ausstellungseinheit hat die Regialogin das Museumsteam unterstützt. Der zweite große Schwerpunkt ihrer achtmonatigen Weiterbildung war das Marketing. Das Verfassen von Pressemitteilungen, die Konzeption von Flyern für die Ausstellung sowie die Entwicklung eines umfangreichen Rahmenprogramms gehörte mit zu ihren Aufgaben.

Diese Arbeit „an der Schnittstelle zwischen Kultur und Tourismus“ ist für Lars Lichtenberg das Entscheidende beim bundesweit einzigartigen Weiterbildungsprojekt, das von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. „Zwischen Museen und Tourismuseinrichtungen gibt es ein gegenseitiges Missverstehen“, sagt der Projektleiter. Dieses Kommunikationsproblem sollen die Regialog-Kräfte dadurch beheben helfen, dass sie beide Seiten kennenlernen. Daraus könnten beide Seiten, aber auch die Regialog-Teilnehmer selbst, Nutzen ziehen. Mit der zusätzlichen Qualifikation stiegen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt auch für Geisteswissenschaftler, für die Stellen eher dünn gesät seien. Lichtenberg verweist auf eine Vermittlungsquote von 75 Prozent, die die Agentur für Arbeit über die Jahre für den Bildungsträger ermittelt habe.

Bei den aktuellen Teilnehmern im Landkreis Osnabrück sieht die Quote nicht so gut aus. Stefanie Brauner aus Münster bleibt noch bis zum Ende der Ausstellung. Für Katja Kniewel, die sich mit Informationsschriften für die Holter Burg befasst, ist danach noch nichts in Aussicht. Lediglich Julian Spohn, der für den Tourismusverband auf der Straße der Megalithkultur wandelte, hat sich in seiner Heimatstadt Tübingen etwas ergeben.

Mittelfristig hätten auch die anderen Grund zur Zuversicht, meinte Kerstin Schumann als Gastgeberin der Abschlusspräsentation. In den elf Jahren von Regialog habe es in Bramsche „immer wieder sehr gute Teilnehmerinnen“ gegeben, lobte die Leiterin des Tuchmacher Museums.


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