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Veranstaltung der BIKU In der Jurte nach Usbekistan: Film entführt von Bramsche in die Welt von 1001 Nacht

Von Henning Stricker

In der Gemeinschaftsjurte des Wagenplatzes am Grünegräser Weg ließen sich rund 35 Zuschauer den Film über Usbekistan nicht entgehen.Foto: Henning StrickerIn der Gemeinschaftsjurte des Wagenplatzes am Grünegräser Weg ließen sich rund 35 Zuschauer den Film über Usbekistan nicht entgehen.Foto: Henning Stricker

Bramsche. In die Geschichte von 1001 Nacht hat Helmuth Kohn etwa 35 Zuschauer mit faszinierenden Bildern aus Usbekistan entführt. Mit dem Film, den der Bramscher während einer Reise durch den seit 1991 unabhängigen Staat in Zentralasien unternahm, setzte die Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen (BIKU) die Veranstaltungsreihe „Ferne Länder, fremde Kulturen“ fort.

Da Teile der Einwohner Usbekistans, das von den Ländern Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Turkmenistan umgeben ist, zu den Nomaden zählen, freute sich Ratsfrau und BIKU-Vorsitzende Annette Specht, den Film an einem ganz besonderen Ort präsentieren zu dürfen, denn nicht nur die usbekischen Nomaden leben in Jurten. Auch die Bewohner des Wagenplatzes am Grünegräser Weg haben als Gemeinschaftsraum eine Jurte nach originalem Vorbild gewählt. Passend zum Thema wurden den Gästen natürlich auch Tee und orientalische Spezialitäten gereicht.

Mit vielen Informationen über die Bewohner und das Land, das im Westen an den Aralsee grenzt, versorgte Kohn die Zuschauer. So erfuhren die Gäste, dass der Staat 1925 als Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik und damit Teil der Sowjetunion entstand. Der Name Usbekistan leitet sich vom Volk der Usbeken ab, deren Bezeichnung wiederum auf Usbek Khan zurückgeht, der von 1312 bis 1342 das Land regierte.

Zu den größten Städten in Usbekistan zählen Taschkent mit mehr als zwei Millionen und Samarkand mit rund 350000 Einwohnern. Auf Kohns Reiseroute lagen auch die Städte Buchara und Chiwa an der alten Seidenstraße zwischen Asien und dem Mittelmeerraum.

Schönheit und Probleme

Mit der Kamera fing Kohn sehenswerte Aufnahmen der Baudenkmäler aus der glanzvollen Vergangenheit des Landes ein, die sich in der orientalischen Architektur widerspiegelt. So steht zum Beispiel die Altstadt Itchan-Kala unter dem Schutz der UNESCO und gehört zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Kohn wusste mit seinem Film nicht nur von der Schönheit und den verschiedenen Kulturen des Landes zu berichten, sondern klammerte auch negative Entwicklungen im Land nicht aus. So zählt das Land zu den größten Baumwollproduzenten der Welt. Doch die übermäßige Wasserentnahme aus Flüssen zur Bewässerung von Ländereien für den Anbau von Baumwolle verursacht auch ökologische Schäden, wie zum Beispiel eine massive Bodenversalzung.

Vom Zulauf überrascht

Sehr überrascht vom Zulauf zu dieser Veranstaltung zeigten sich nach dem rund zweistündigen Film nicht nur Specht und Kohn. Auch Hendrik Schiller vom Verein der „Grüner Gräser“ als Gastgeber des Abends zeigte sich von der Resonanz begeistert. Denn unter den rund 35 Zuschauern waren viele Nachbarn des Wagenplatzes, die nach der Filmvorführung Schillers Angebot nutzten, sich über die neue alternative Wohnform in Bramsche zu informieren.

Übrigens sind interessierte Besucher auf dem Wagenplatz gern gesehen, wie Schiller erklärte. Allerdings bittet der Vorstand des Vereins um vorherige Anmeldung. Informationen unter www.gruene-graeser.de im Internet.


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