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Treffen der „Women on Wheels“ Motorradfans ermitteln in Bramsche ihre langsamste Fahrerin

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Bramsche. Sie nennen sich WoW – Women on Wheels, und sie treffen sich schon seit Jahren schon Anfang Mai in der traditionsreichen Waldgaststätte Renzenbrink. WoW, das ist ein etwas anderer Motorradclub.

Dabei mangelt es den rund 50 gestandenen Frauen aus ganz Norddeutschland, die sich an dem kühlen Sonntagmorgen zunächst ausgiebig mit heißem Kaffee stärken, nicht an Selbstbewusstsein. „Frauen fahren sowieso besser, nämlich defensiver“, meint Jutta Etzkorn mit einem leichten Grinsen. „Und das ist definitiv gesünder“, fügt die Osnabrücker Zweiradfreundin hinzu.

Etzkorn leitet den WoW-Stammtisch Bad Iburg, einen von 25 der bundesweit organisierten Motorradfrauen. Hier treffen sich Bikerinnen aus dem Osnabrücker Land in regelmäßigen Abständen zu Benzingesprächen, zum Schrauberinnenfachsimpeln oder einfach nur zum Klönen über Gott und die Welt.

Jutta Etzkorn selbst kommt gebürtig aus dem Hunsrück und wechselte bedingt durch Studium und Beruf mehrfach ihren Wohnort. Women on Wheels erleichtete es ihr, in der neuen Umgebung gleich Kontakt zu finden. „Man zieht einfach von Stammtisch zu Stammtisch“, lobt sie.

Die „Frauen auf Rädern“ wie der Vereinsname übersetzt lautet, veranstalten jährlich bundesweit etwa 15 teilweise sogar mehrtägige Treffen, nehmen an Messen teil, bieten Fahr- und Sicherheitstrainings oder Technikkurse an.

Prioritäten werden da schon mal ein bisschen anders gesetzt als bei den männlichen Motorradfreunden. Am Renzenbrink beispielsweise zählt das „Schneckenrennen“ zu den festen Programmpunkten.

Der Name ist Programm. Hier gewinnt nämlich nicht die Schnellste, sondern die Langsamste. Siegerin ist, wer den abgesteckten Parcours in der längsten Zeit absolviert, ohne die Füße zu Hilfe zu nehmen. Das erfordert eine Menge Geschicklichkeit und Maschinen- sowie Körperbeherrschung. Schnell fahren auf zwei Rädern kann jeder – langsam zu fahren, ohne aus der Balance zu kommen, ist auf zwei Rädern „schon eine wacklige Angelegenheit“, erläutert Jutta Etzkorn.

Und so entfährt auch mancher Teilnehmerin des Schneckenrennens der eine oder andere wenig damenhafte Ausdruck, wenn der Fuß den Boden berührt. Ein bisschen ehrgeizig ist frau ja schon, aber dem Spaß an der Sache tut das keinen Abbruch.


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