Amal zeigt Bilder im Rathaus Bramscher Ausstellung porträtiert Menschen nach der Flucht

Von Holger Schulze

Auf großformatigen Tafeln gewähren insgesamt neuen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, Einblicke in ihr neues Leben in Bramsche und Umgebung. Foto: Holger SchulzeAuf großformatigen Tafeln gewähren insgesamt neuen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, Einblicke in ihr neues Leben in Bramsche und Umgebung. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Am Montagabend eröffneten die Mitglieder des Vereins Amal ihre inzwischen dritte Ausstellung im Bramscher Rathaus. „Angekommen?! - Ein Leben nach der Flucht“ lautete diesmal der Titel.

Gezeigt werden Momentaufnahmen aus dem Leben von neun Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen mussten und nun auf der Suche nach einer neuen Zukunft bei uns in Bramsche und der Umgebung sind. Die Ausstellung findet im Rahmen der bundesweiten Aktion „Demokratie leben“ statt.  

„Ein gewaltfreies Leben mit Übernahme von Rechten und Pflichten“, dies sei der Wunsch der Menschen, "die uns Momentaufnahmen aus ihrem privaten Leben gewährt haben", ließ Kerstin Wickel vom Amal-Verein als Moderatorin des Abends das Publikum wissen. Es ginge um ein friedliches und respektvolles Miteinander aller Menschen. Ferner soll die Ausstellung ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen, so Wickel.

Die Geschichten von Nasser Derias, Hussein Alassaf und Adel Khamen Seifi (von links) und weiterer Geflüchteter sind in der Ausstellung zu sehen. Foto: Holger Schulze

Neun Menschen porträtiert

Auf den neun Tafeln sind Menschen zu sehen, die alleine oder mit ihrer Familie gekommen sind, schon etliche Jahre bei uns leben oder erst vor kurzem ihre ursprüngliche Heimat verlassen mussten. Neben Fotos und ein paar biografischen Daten finden sich auf den Tafeln Texte, die Auskunft über die persönlichen Empfindungen und Wünsche der Geflüchteten geben.  

„Danke im Namen der Stadt Bramsche, dass das Projekt „Demokratie leben“ tatsächlich hier in Bramsche lebt und die Ausstellung stattfinden kann“, so begann Imke Märkl, die als stellvertretende Bürgermeisterin sprach, ihr Grußwort zur Ausstellungseröffnung. „Flucht und Migration sind Teil der deutschen wie auch der Geschichte von Bramsche durch die Erstaufnahmestelle in Hesepe“, fuhr Märkl fort. „Die Ausstellung beleuchtet die Themen Flucht und Fluchtursachen und gibt Geflüchteten ein Gesicht und eine Stimme. Sie möge helfen, Vorurteile zu beseitigen, einander zu begegnen und einander zuzuhören. Ich hoffe dass die Ausstellung einen Beitrag zu einem guten Miteinander leisten kann“ sagte die stellvertretende Bürgermeisterin.

Viele Gespräche

Viele Gespräche für die Ausstellung seien notwendig gewesen, berichtete Kerstin Wickel von den Vorbereitungen. „Die Tafeln gaben Anstoß, darüber nachzudenken, ob man überhaupt angekommen ist oder was noch fehlt, um sich wirklich angekommen zu fühlen.“ Ein kurzes Video über diese Vorbereitungstreffen zeigte auch Schilderungen von Angst, Verfolgung, Flucht sowie von Freude, Hoffnung, dem Gefühl von Sicherheit und der Sehnsucht nach der Familie. Auch gaben drei der auf den Tafeln zu sehenden Menschen während der Vernissage auf Fragen von Künstlerin Stefanie Kowarsch-Müller Auskunft über ihr aktuelles Leben in Bramsche.  

Musikalisch begleiteten Joy Shambula mit der Band Harambee aus Osnabrück sowie Elham Hamedi und Aaron Esmaili die Vernissage. 


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