Projekttag am Greselius-Gymnasium Bramscher Schüler und ihr Umgang mit modernen Medien

Von Holger Schulze

André Berghegger (Siebter von links) traf sich nach dem von Michael Zeisenberg (ganz links) geleiteten Workshop zum Thema Big Data noch zu einem Gespräch mit den Schülern des Bramscher Greselius-Gymnasiums. Foto: Holger SchulzeAndré Berghegger (Siebter von links) traf sich nach dem von Michael Zeisenberg (ganz links) geleiteten Workshop zum Thema Big Data noch zu einem Gespräch mit den Schülern des Bramscher Greselius-Gymnasiums. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Um Kompetenzen im Umgang mit Smartphone, Computern, Apps und Co. ging es bei einem Projekttag am Bramscher Greselius-Gymnasium.

Die Initiative „erlebe IT by bitkom“ soll Schülerinnen und Schülern Medienkompetenz beim Umgang vermitteln. Der Bundestagsabgeordnete André Berghegger hatte für Dienstag einen solchen Projekttag am Greselius-Gymnasium vermittelt. Inhaltlich umgesetzt wurde dieser von Michael Zeisberger, Workshopleiter im Auftrag von Bitkom, dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien.

Datenabdruck im Netz

Unter dem Oberbegriff „Big Data“ beschäftigten sich die Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 zunächst mit einer Analyse der Inhalte eines fingierten Nutzerprofils, wie es im Internet zu finden ist. Ferner wurde der Frage nachgegangen, wie Massendaten aus den Netzwerken generiert werden sowie einige Möglichkeiten aufgezeigt, den eigenen Datenabdruck im Netz überschaubar zu halten.

Eine Pro- und Contra- Diskussion über die fiktive Einführung einer verpflichtend zu tragenden „School-Smart-Watch“ mit all ihren, auch überwachenden Funktionen wie der Standortüberprüfung ihres Trägers, schloss gegen Mittag die inhaltliche Arbeit beim Projekttag ab.

Im Anschluss hieran traf sich André Berghegger als Schirmherr des Workshops mit den Schülerinnen und Schülern, um im gemeinsamen Gespräch den Medienkompetenztag Revue passieren zu lassen.

Berghegger hatte die Schirmherrschaft für Projekttage dieser Art im Landkreis übernommen, weil er den Wandel des Umgangs miteinander im Zeitalter der Digitalisierung als einen sehr deutlichen wahrgenommen hatte. Am Dienstag wollte er sich selbst ein Bild davon machen, welche Gedankengänge denn der Workshop bei den Schülern angeregt hatte. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person ging es Berghegger im Austausch mit den Schülern um Fragestellungen, was denn von vermeintlich harmlosen Daten alles ausgelesen werden könne.  

Diskussion über Datenschutz

Auch die im Vergleich zu einigen Jahren zuvor veränderte Diskussion über Datenschutz seit dem Auftauchen von Facebook und Co wurde thematisiert. Hier musste Berghegger über gewisse Schwierigkeiten für den Gesetzgeber berichten, gewünschte Rahmenbedingungen, die national wie international Beachtung finden sollten, auf den Weg zu bringen. „Die Macht der Konzerne ist sehr groß und es wird schwierig, Grenzen zu setzen“, lautete seine Einschätzung.

Auch die aus der Schülerschaft eingeworfene Frage, was denn konkret geschehen könnte, damit die am meisten von den Jugendlichen genutzten Apps - hier wurden Whatsapp, Youtube und Spotify angeführt -  bedenkenlos im Hinblick auf ausreichenden Datenschutz genutzt werden könnten, musste der Bundestagsabgeordnete offen lassen.

Doch immerhin konnte André Berghegger auf den weiten Abstand hierzulande zu Verhältnissen, wie sie gegenwärtig in China an der Tagesordnung sind, verweisen. Dort stehen die Menschen unter einer ganz erheblichen Überwachung, inklusive der Sozialkonten, die ihre Verfehlungen im gesellschaftlichen Raum bilanzieren.

Von Michael Zeisenberg kam die Frage, was denn mit all den gesammelten Daten bei uns geschehen könne, wenn sich die Demokratie in eine Diktatur zurück verwandeln würde. Hier jedoch beruhigte André Berghegger mit Verweis auf Artikel 20 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 79 GG, die die Bundesrepublik als demokratischen und sozialen Bundesstaat in legal nicht abänderbarer Weise festschreiben. 


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