"Besuch in Böhmen" als Motto Original Südoldenburger begeistern ihr Publikum in Engter

Harald Kuper und Kerstin Ortmann-Seebeck verbreiten gute Laune. Schnell klatscht das Publikum die ihnen vertrauten Rhythmen mit. Foto: Andreas Wenk
Foto: Andreas WenkHarald Kuper und Kerstin Ortmann-Seebeck verbreiten gute Laune. Schnell klatscht das Publikum die ihnen vertrauten Rhythmen mit. Foto: Andreas Wenk Foto: Andreas Wenk
Andreas Wenk

Engter. Der Saal in der Gaststätte Rothert in Engter platzt am Samstag aus allen Nähten. Die Original Südoldenburger geben ein Konzert. Auf dem Programm steht Blasmusik im Stil der Egerländer mit ihrem "Besuch in Böhmen." Unter den Gästen befinden sich einige Musiker. Auch denen hat es gefallen.

Das Blasorchester unter der Leitung Harald Kuper versammelt 30 Musiker aus neun Musikkapellen im Kreis Vechta unter einem Dach, zieht mit seiner Musik im Stil der Egerländer durch den norddeutschen Raum und ist Garant für ausgebuchte Säle. Hausherr Ernst-August Rothert selbst hat nur um die 60 Karten im Vorfeld verkauft und hatte sich zuvor bei einem Gastronomen-Kollegen erkundigt. Der hatte ihm erklärt, die bringen ihr Publikum mit. 

Publikum mitgebracht

Tatsächlich war der Saal nahezu bis auf den letzten Platz besetzt. Hannelore Gövert ist mit ihren 82 Jahren extra mit dem Auto aus Ibbenbüren gekommen und hatte sich mit Freunden verabredet, doch die sind nicht gekommen. Zwar befindet sich das Publikum überwiegend im fortgeschrittenen Alter, doch es gibt Ausnahmen. Antonius Fangmann ist mit 26 Jahren ein auffallend junges Gesicht im Saal. Er ist selbst Saxophonist im Musikverein Holdorf. Doch das Instrument ist in der Formation nicht vorgesehen, sonst hätte er gerne mitgespielt. 

Andere Musiker aus seine Kapelle sitzen auf der Bühne. Selbst seine Freundin Anne-Marie Runnebaum ist nicht nur als Begleitung mitgekommen, sondern aus Überzeugung. Im vergangenen Jahr waren sie auf einem anderen Konzert der Südoldenburger und da hat es sie gepackt. Deshalb wollte sie jetzt wieder dabei sein.

Direkt ins Herz

Der „Besuch in Böhmen“, so der Name des Programms, trifft das Publikum direkt ins Herz mit Weisen von oder im Stile von Ernst Mosch und seinen Original Egerländern. Bei Titeln wie „Am Waldesrand“ oder „Der Böhmische Wald“ scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Dazu Kapelle, Dirigent und Sängerin Kerstin Ortmann-Seebeck in Trachten. Dem Publikum gefällt´s und für „das Geräusch“, wie Kuper den Applaus nennt, bedankt er sich artig.

Kuper liebt die alten Leute, kokettiert von Zeit zu Zeit mit der eigenen Vergesslichkeit und witzelt sich zwischen seinen Auftritten als Dirigent und Sänger durch die Moderationen. Der Stil des Conferenciers kommt an und Kuper weiß zu schätzen, dass die Herrschaften gekommen sind, um ihn, sein Orchester und vor allem ihre Musik zu genießen. „Die hören noch zu“, sagt er. Für Partys oder Schützenfeste seien sie völlig ungeeignet, meint Kuper.

Am Ende ist auch Dieter Pfänder mehr als zufrieden und er muss es wissen. Schließlich ist er vom Fach und hat 40 Jahre lang selbst im Musikkorps Lappenstuhl mitgespielt. 


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