Diskussion bei Mitgliederversammlung Bramscher CDU arbeitet selbstkritisch Landratswahl-Niederlage auf

Die Bramscher CDU-Vorsitzende Imke Märkl ehrte Axel Friederichs für 25-jährige Mitgliedschaft in der Partei. Foto: CDU-OrtsverbandDie Bramscher CDU-Vorsitzende Imke Märkl ehrte Axel Friederichs für 25-jährige Mitgliedschaft in der Partei. Foto: CDU-Ortsverband

Bramsche. Auch ohne parteiinterne Wahlen fand die jüngste Mitgliederversammlung der CDU Bramsche eine rege Resonanz. Die unlängst verlorene Landratswahl rückte dabei schnell in den Mittelpunkt der Diskussionen.

Die zumindest in der Stichwahl (also im zweiten Wahlgang im Juni) offensichtlich mangelhafte Mobilisierung früherer Stammwähler und langjähriger CDU-Sympathisanten wurde kritisch in den Blick genommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bramscher Union. Mit der Landratswahl-Niederlage habe die Kampagnenfähigkeit der Landkreis-CDU auch grundsätzlich zur Diskussion gestanden. Den erfolgten Wechsel an der Spitze der Kreistagsfraktion – an dieser Stelle ist Andreas Quebbemann zum parlamentarischen Geschäftsführer aufgestiegen – nahm die Versammlung dabei noch nicht als einen Befreiungsschlag wahr.  

Unbestritten blieb vielmehr, dass sich die Kreispolitik und das Verwaltungshandeln unter der neuen Landrätin Anna Kebschull (Grüne) massiv verändern werde, heißt es in der Presseerklärung weiter. Die CDU selbst habe in den Jahren zuvor die Schlüsselstellung des Landrats immer wieder gestärkt. Inwieweit die Christdemokraten sich nun offen für Veränderungen zeigen oder im Gegenteil ihr eigenes Profil schärfen müssen, wurde im Zuge der Debatte abgewogen. Eine Grundsatztreue dürfe jedenfalls nicht als Klientelpolitik diskreditiert werden. Einigkeit bestand unter den Bramscher Parteimitgliedern, dass sich die CDU im Landkreis Osnabrück neu aufstellen sollte. Der Vorstand sei an dieser Stelle bereits initiativ geworden.

Immerhin 33 aktive Mitglieder folgten bei Bischof-Reddehase in Hesepe zudem den Berichten der Stadtverbandsvorsitzenden Imke Märkl, des Schatzmeisters Michael Jeurink, des Mitgliederbeauftragten Oliver Reyle und des Fraktionsvorsitzenden Andreas Quebbemann – der gleichzeitig über die Situation im Kreistag informierte. Außerdem wurde Axel Friederichs für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt sowie Arnold Strehl als frisches Neumitglied begrüßt. Glückwünsche gingen auch an Marie Theres Kempe, die unmittelbar zuvor von der Frauenunion in Bramsche als deren Vorsitzende im Amt bestätigt worden war.  

Der Kassenbericht von Michael Jeurink dokumentierte eine, so die CDU in ihrer Pressemitteilung, "sehr solide und überaus sparsame Geschäftsführung". Spesen gebe es in der Bramscher Union gar nicht, Fahrtkosten würden nicht erstattet. Schon mit Blick auf die Kommunalwahl 2021 wurden so zweckgebunden nennenswerte Rücklagen gebildet. „Mein Vorgänger Sascha Kollenberg hat gemeinsam mit der Vorsitzenden die Bramscher CDU-Kasse vollkommen konsolidiert, und das trotz gleichbleibend hoher Abgaben an höhere Parteigliederungen. Wir können sehr zufrieden sein.“, so Jeurink  Gleichwohl rief auch Oliver Reyle alle Anwesenden dazu auf, im Freundes- und Bekanntenkreis neue Mitglieder zu werben: „Nur so können wir uns erneuern und unsere Schlagkraft in Bramsche erhöhen.“  

Über die aktuelle politische Arbeit im Stadtrat berichtete Andreas Quebbemann, der die Haushaltsberatungen zum Anlass nahm, die hauptsächlichen Ziele der CDU-Fraktion in Bramsche herauszuarbeiten. So bleiben beispielsweise die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und der Baumschutzsatzung eine zentrale Forderung: „An dieser Stelle wollen wir die Bramscher Sonderwege nicht mitgehen“, sagte Quebbemann laut Presseerklärung. Die bisher offensichtlich schlecht kommunizierte CDU-Position zum Schutz der Gewässerrandstreifen erläuterte er auf Nachfrage ausführlich. Mit Blick auf die Schullandschaft bekräftigte die Union ihre Haltung, die bestehenden Schulen eigenverantwortlich in Ruhe und in den bewährten Strukturen arbeiten zu lassen.


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