Unerhört-Kampagnge der Diakonie Bramscher Mediendienst interviewt Strafgefangenen

Reporterin Carolin vom Mediendienst der Evangelischen Jugend Bramsche im Interview mit einem Häftling. Foto: Mediendienst der EV. Jugend BramscheReporterin Carolin vom Mediendienst der Evangelischen Jugend Bramsche im Interview mit einem Häftling. Foto: Mediendienst der EV. Jugend Bramsche 

Bramsche. Für einen Beitrag zur „Unerhört!“-Kampagne der Diakonie Deutschland hat der Mediendienst der Evangelischen Jugend Bramsche jetzt einen Strafgefangenen interviewt.

Seit gut einem Jahr läuft die „Unerhört!“-Kampagne der Diakonie Deutschland. Viele kennen die großen lila Plakate mit verschiedenen Slogans wie: Unerhört - diese Obdachlosen, Unerhört - diese Alten oder Unerhört - diese Alltagshelden. Die Diakonie Deutschland wirbt mit dieser Kampagne für eine offene Gesellschaft: Viele Menschen haben heute das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt in einer immer unübersichtlicheren Welt, in der das Tempo steigt und Gerechtigkeit auf der Strecke zu bleiben droht. 

Aus diesem Grund hat der Mediendienst der Ev. Jugend Bramsche zusammen mit der Diakonie in Niedersachen ein Videoprojekt realisiert. Jugendliche Reporterinnen und Reporter aus dem Mediendienst wollen zuhören. „Wir merken, dass Jugendliche eine ganz andere Art und Weise haben, Fragen zu stellen. Somit bekommen sie oft auch unerwartete und neue Antworten von den Interviewpartnern. Deshalb ist gerade die Unerhört-Kampagne ideal dafür, Jugendliche die Interviews führen zu lassen“, erklärt Kai-Fabien Rolf, Leiter des Mediendienstes, die Idee hinter dem Videoprojekt.

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So interviewte in der ersten Folge ein 17 jähriger Reporter einen Rentner zum Thema Älterwerden. Für die aktuelle Folge „Unerhört! - diese Gefangenen“ drehte der Mediendienst im offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Lingen. „Wie fühlt es sich an, gefangen zu sein?“ Mit dieser Frage beginnt die Reporterin Carolin (21) den gut 15 minütigen Film. Im Gefängnis trifft Sie auf Daniel, der eine Haftstrafe von sieben Jahren und fünf Monaten wegen Betrugs absitzt. Carolin, , die offen zugibt, dass sie nervös vor der Begegnung mit einem Gefangenen war, fragt nach, ob sich Gefangene unerhört fühlen und welche Dinge sie beschäftigen.

„Für mich ist die Welt zusammen gebrochen. Da sagt ein Richter zu dir: Sieben Jahre und Fünf Monate“, erzählt Daniel offen über den Tag seiner Verurteilung. Gefangene fühlen sich öfter unerhört, erzählt der 35-jährige Familienvater weiter. Da spielen gerade Vorurteile eine entscheidende Rolle, meint Daniel.

Den ganzen Film gibt es auf der Webseite der Diakonie Niedersachsen und auf dem Youtube-Kanal des Mediendienstes der Ev. Jugend Bramsche zu sehen. 


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