"Folge der Wasserförderung" Landwirte in Engter beklagen Trockenschäden an Feldfrüchten

Heinrich Schomborg (rechts) und Ralf Große-Endebrock wiesen Barbara Pöppe auf die Trockenschäden hin.Foto: BarteltHeinrich Schomborg (rechts) und Ralf Große-Endebrock wiesen Barbara Pöppe auf die Trockenschäden hin.Foto: Bartelt

Engter. Niedrige Grundwasserstände und ausbleibender Regen im Sommer haben in Engter zu gravierenden Schäden an Feldfrüchten geführt. Darauf haben Landwirte aus der Region Vertreter der Grünen hingewiesen.

„Bei Grundwasserständen um die 2 Meter und ausbleibenden Regen ist keine Ernte mehr möglich“, wird in einer Presseerklärung der Grünen Heinrich Schomborg als Sprecher der Landwirte zitiert. Die Sandböden im Gebiet Wittefeld zwischen Engter und Vörden seien wegen ihres niedrigen Wasserspeichervermögens auf die ursprünglich hohen Grundwasserstände von weniger als einem Meter angewiesen, erläuterte Schomborg. Selbst in sediment- und humusreichen Feldbereichen nahe der Bäche und Gräben vertrockne die Frucht. Regelmäßig fielen die Gräben und Bäche im Sommer trocken. Nicht einmal der Festmist könne wegen der Trockenheit vom Bodenleben verarbeitet werden, veranschaulichte der Diplom Ingenieur.  

Grundwasser zu niedrig

Bis zu einer Tiefe von gut einem Meter seien die Maiswurzeln in der Lage, an das lebensnotwendige Wasser heranzukommen, erklärte Schomborg. Eine Pegelmessung mit den Grünen ergab der Mitteilung zufolge, dass der Grundwasserstand auf 2,10 Meter abgesunken ist. Die Grundwasserentnahme im Wittefeld durch die Osnabrücker Stadtwerke während der trockenen Jahreszeit trage maßgeblich dazu bei.

Im Bereich des Absenktrichters direkt nördlich der Malgartener Strasse sei Landwirten 2018 eine Entschädigung von 54 Euro je Hektar gezahlt worden. Der entstandene Ertragsausfall von 40-70 Prozent  bei Kartoffeln oder Futterbau koste den Bauern jedoch mehr als 1000 Euro je Hektar. Obwohl die Folgen der Wasserentnahme auch südlich der Malgartener Strasse deutlich zu sehen seien, werde hier bisher kein Schadensausgleich geleistet. 

Wasserförderung begrenzen

Die Landwirte fordern eine Begrenzung der Wasserförderung in den Sommermonaten auf die gesicherte Grundwasserneubildung. Alternativ komme eine Finanzierung für die Anschaffung und den Betrieb von Bewässerungsanlagen in Betracht, bekräftigte Landwirt Ralf Große Endebrock. Denkbar sei auch die Unterstützung für ein Beregnungssystem aus dem Mittellandkanal, wie es in Pente bereits vorhanden sei.

Zustimmung fand die Anregung der Grünen-Kreistagsangeordneten Barbara Pöppe, angesichts des Klimawandels Sorten zu nutzen, die mit weniger Wasser auskommen. „Keine gute Lösung ist die Empfehlung zur Stilllegung von Flächen, denn wir und unsere Tiere wollen ernährt und die Existenz der Landwirte muss gesichert werden“, so Pöppe. Die Wasserbehörde des Landkreises müsse die Osnabrücker Stadtwerke auffordern, ihre Trinkwasserförderung an das jahreszeitlich Verträgliche anzupassen.


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