Survival-Kurs im Gehn Im Bramscher Wald den Wasserquellen auf der Spur

Von Nele Friederichs

Auf einer Karte des Geländes bestimmten die Teilnehmer des Kures anhand der Tiefenlinien mögliche Täler. Foto: Nele FriederichsAuf einer Karte des Geländes bestimmten die Teilnehmer des Kures anhand der Tiefenlinien mögliche Täler. Foto: Nele Friederichs

Bramsche. Einen sogenannten "Bushcraft"-Kurs haben der Natur- und Geopark Terra-Vita und die Bramscher Organisation "Go!Survival" angeboten. Dabei ging es um den Umgang mit dem lebenswichtigen Element Wasser in der Natur.

Der Klimawandel – kaum ein anderes Thema wurde in den vergangenen Jahren so kontrovers diskutiert. Überall auf der Welt sind bereits Folgen des Wandels sichtbar: Das Schmelzen der Polkappen, Aussterben von Tier- und Pflanzenarten und die generelle Erwärmung vieler Regionen der Erde.

Auch in Deutschland waren die Veränderungen in den letzten Sommern deutlich zu spüren: In vielen Gebieten riefen Gemeinden und Städte bespielsweise zum Sparen von Wasser auf, um eine drohende Wasserknappheit zu verhindern.

Der Quelle auf der Spur

Auch der Natur- und Geopark Terra-Vita griff in Kooperation mit der Bramscher Organisation “Go!Survival” dieses aktuelle Thema auf und veranstaltete am Sonntag den sogenannten Bushcraftkurs “Der Quelle auf der Spur”, der sich dem Umgang mit dem lebenswichtigen Element Wasser widmete, ohne das kein Mensch länger als drei Tage überleben kann. Welche Rolle Wasser in unserem Körper spielt, wie viel man in welcher Situation braucht und wie man es im Körper einsparen kann – all diese Fragen und noch viele mehr beantwortete Harff-Peter Schönherr. Der Naturparkranger von Terra-Vita konnte das von ihm vermittelte Wissen während der Tour durch gesammelte Erfahrungen von vielen Reisen rund um den Globus untermauern und begeisterte damit sowohl die kleinen als auch großen Naturinteressierten.

Die Gruppe probierte eine Methode zur Wassergewinnung aus, die sich die Kondensation von Wasser aus den Blättern zunutze macht. Foto: Nele Friederichs

Ganz bewusst hatte der Veranstalter sich dazu entschlossen, Familien einzuladen, betonte Schönherr: Kinder würden sich viel schneller auf neue Dinge einlassen, anstatt wie Erwachsene zunächst einmal mit Vorbehalten auf Veränderungen zu reagieren. Dies sei besonders hinsichtlich alternativer Möglichkeiten im nachhaltigen Umgang mit der Natur wichtig. Bestes Bespiel dafür sei die “Fridays for future”-Bewegung, bei der weltweit Kinder und Jugendliche jeden Freitag für einen politischen Kurswechsel in Richtung von mehr Nachhaltigkeit und einem weniger schädlichen Umgang mit der Natur demonstrieren.

Dass besonders das für uns so wertvolle Gut Wasser unter dem Umgang der Menschen mit der Natur leidet, stellte Schönherr bereits ganz zu Anfang der knapp vierstündigen Wanderung durch den Steinbruch bei Ueffeln heraus: Ein Großteil des auf unserem Planeten vorhanden Wassers sei nicht trinkbar – vor allem durch vom Menschen hervorgerufene Verunreinigung und seinem extremen Wasserverbrauch.

Wasser filtern

Ähnlich eines Survival-Trainings lernten die Teilnehmer Methoden der Wassergewinnung, -aufbereitung und -lagerung, aber auch den Umgang mit Kompass und Karte, als es beispielsweise darum ging, mögliche Wasserquellen zuerst einmal überhaupt auszumachen. Die Filtration des gefundenen Wassers war ebenfalls ein großer thematischer Schwerpunkt. Ohne jegliche Hilfsmittel sollten die Teilnehmer allein mit den durch die Natur gegebenen Möglichkeiten das Wasser sauberer filtern – die schlussendliche Lösung war ein in einem ausgehölten Baumstumpf simulierter Boden mit seinen einzelnen Schichten, durch die die Schwebstoffe im Wasser herausgefiltert werden konnten. Durch diese Aufgaben wollte Schönherr besonders eines vermitteln: Das wichtigste Equipment ist das eigene Gehirn.

Zentrale Frage des Vormittags blieb aber immer “Wie können wir besser mit der Natur umgehen?”. Vor allem wenn die Gruppe an Stationen entlang kam, an denen der negative Eingriff des Menschen besonders anschaulich war, kam das Thema immer wieder auf - beispielsweise an großen abgeholzten Waldflächen, in deren Umfeld auch weitere umstehende Bäume verenden, oder Stacheldrahtzäunen, an denen sich bereits Tiere lebensgefährlich verletzt haben. Sowohl die jungen als auch die älteren Teilnehmer zeigten sich überaus interessiert und beteiligten sich rege an der Ideenentwicklung für alternative Möglichkeiten zum ressourcenfreundlicheren Umgang der Natur. Das teils sehr regnerische Wetter geriet dabei zur Nebensache.


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