Sehenswerte Oldtimer unterwegs 52. Haserundfahrt des AC Bramsche mit Start und Ziel in Hesepe

Nur noch wenige Sekunden bis zum Start. Arim und Gudrun Flender erhalten von Ralph Kühlmorgen ihre Papiere.
Fotos: Andreas WenkNur noch wenige Sekunden bis zum Start. Arim und Gudrun Flender erhalten von Ralph Kühlmorgen ihre Papiere. Fotos: Andreas Wenk

Bramsche. Knapp 40 Teams haben sich zur 52. Haserundfahrt in Hesepe getroffen, darunter auch ein paar sehenswerte Oldtimer.

Mit am Start: Walter Bez mit seinem Bruder Siegfried und einem BMW 1600 GT. Das Fahrzeug ähnelt nicht nur einem Glas, sondern ist eine Art Restposten, da BMW nach der Übernahme der Autoschmiede noch einige Karossen aus Italien abnehmen musste. Die Brüder sind einst gemeinsam leistungsorientierte Rallys gefahren. Mittlerweile steht der Spaß im Vordergrund. Bei der Orientierungsfahrt des Autoclubs Bramsche im ADAC geht es darum, Markierungspunkte in einem gedachten Einbahnstraßensystem anzufahren. Als zusätzliche Schwierigkeit dürfen Straßen nicht einfach überquert werden. Dabei gilt es, die kürzeste Strecke zwischen den Teilzielen zu finden und die 75km lange Strecke bei einem Durchschnittstempo von 25 km/h in drei Stunden zurückzulegen. Das klingt zunächst einmal recht wenig sportlich, doch geht es über geteerte Feldwege und Nebenstrecken, wie Kurt Behning, der Vorsitzende erklärt. Da ist schon Konzentration gefordert, denn jedes Abweichen von der Ideallinie kostet nicht nur Zeit, sondern führt zu Strafpunkten.

Ein echter Hingucker. Dieser BMW, Baujahr 1968 ist eigentlich ein Glas. Nach der Übernahme ein Jahr zuvor haben die Bayern den Wagen weitergebaut, da sie vertragsgemäß noch ein paar Karosserien aus Italien abnehmen mussten. Eine interessante Historie mit einer ebenso interessanten Crew: Walter und Siegfried Bez sind früher Rennen gefahren.

Genau solche Orientierungsaufgaben sind es, die für viele Teilnehmer auch im Zeitalter von GPS-Handys und Navigationsgeräten den Reiz ausmachen Vielleicht auch deshalb, um sich und anderen zu beweisen, dass sie noch Karten lesen können? Armin Flender und seine Frau Gudrun stimmen dem zu. Mit ihrem Audi A3 kommen sie aus Solingen. Für sie sind die mal mehr mal weniger anspruchsvollen Aufgaben eine Herausforderung, die ihnen Spaß bereitet.

Ihre Mitstreiter kommen aus dem gesamten Norddeutschen Raum, sogar aus Berlin. Schließlich lassen sich Punkte beispielsweise für die nord- oder westdeutsche Orientierungsfahrt-Meisterschaften sammeln. Ab nachmittags um 15 Uhr starten die Teams im Minutentakt. Wer glaubt, dass es nach der Siegerehrung noch eine Sause gibt, irrt laut Behning gewaltig. Schließlich sind alle mit dem Auto da. Mit etwas Stolz berichtet Behning, dass es die Haserundfahrt geschafft hat, sich unter den besten deutschen Orientierungsfahrten zu etablieren. Das kommt nicht von ungefähr.

Neben vielen Pokalen gibt es auch Meisterschaftspunkte zu gewinnen.

Die Vorbereitungen beginnen schon weit im Vorfeld. Da müssen Versicherungen abgeschlossen und Genehmigungen eingeholt werden. Die Behörden benötigen drei Monate Vorlauf und dann muss die Strecke ausgearbeitet werden, auch die Bordbücher mit Kartenausschnitten kosten Zeit und damit die Fahrer jedes Jahr neue Herausforderungen erwarten dürfen und die Autos nicht immer Anwohner derselben Straßenabschnitte belästigen, fangen die Arbeiten jedes Jahr von Neuem an.

Behning hat das Orientierungsfahrt-Fieber 1962 erfasst. Danach hat es den ehemaligen technischen Leiter der Rasch-Tapetenfabrik nicht mehr losgelassen. Er ist dem Verein beigetreten und hat ihm bis heute die Treue gehalten.


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