Viele Freiwillige packen mit an Zweite große Hilfsaktion für den Holunderhof in Pente

Von Bettina Mundt

Gute Stimmung am zweiten Aktionstag auf dem Holunderhof. Foto: Bettina MundtGute Stimmung am zweiten Aktionstag auf dem Holunderhof. Foto: Bettina Mundt 

Pente. In Pente fassten am Samstag zum zweiten Mal viele freiwillige Helfer mit an, um den in Not geratenen Holunderhof, einen Gnadenhof für Pferde, auf Vordermann zu bringen.

Völlig überrascht wurden die Besitzer des Holunderhofs, Sonja und Michael Telscher, von der Welle der Hilfsbereitschaft, die sie derzeit erfahren. Fernsehen und Radio und natürlich unsere Redaktion berichteten schon über die zweitägige Hilfsaktion, die jetzt fortgesetzt wurde.

Initiiert wurde die Aktion von der Initiative „Hopeful – Kein Napf soll leer bleiben“ auf Facebook, einem Bündnis von Tierfreunden aus dem Osnabrücker Land. Daraufhin fanden sich am 21. September 2019 zunächst rund 70 Helfer auf dem Holunderhof ein und legten Hand an. Am zweiten Tag der Hilfsaktion sind es weniger als die Hälfte an Freiwilligen, aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. „Es sind ein paar Leute weniger als vergangene Woche“, sagt Susanne Richter von der Hopeful-Initiative, „aber die, die da sind, die packen auch ordentlich mit an.“

Tierliebe mit Hindernissen

Der privat geführte Gnadenhof für Pferde steckt in Schwierigkeiten, weil Sonja Telscher aufgrund einer langwierigen schweren Erkrankung seit zwei Jahren einen Teil der Arbeit nicht mehr bewältigen kann. Um die Tiere kümmerte sie sich in dieser schwierigen Zeit mit ganzem Herzen, doch handwerkliche Arbeiten am Hof konnten nicht ausreichend erledigt werden. So blieb manches liegen, auch wenn sich Sonja Telschers Ehemann Michael Telscher zusätzlich zu seiner Berufstätigkeit genauso wie die 22-jährige Tochter Laura stark engagierten.

Neun Pferde versorgt das Ehepaar zurzeit, dazu gibt es vier Hunde aus dem Tierschutz. Insgesamt hat sich der Tierbestand über die Jahre schon verkleinert: Früher gab es auch einmal Hühner aus einer Legebatterie, die sie wegen der Hunde aber nicht ins Freie lassen konnten. „Hühner und Hunde sind nicht so kompatibel“, bemerkt Michael Telscher. Dauerhaft einsperren wollten sie die Hühner aber nicht. Von Katzen hätten sie wegen ihrer Lage an der Hauptstraße irgendwann abgesehen. Auch Meerschweinchen hätten sie schon gerettet. Nun sind es noch Pferde und Hunde. Anstatt beim Schlachter oder im Tierheim zu landen, haben die Tiere bei ihnen ein schönes Leben – aber das ist eben auch mit viel Arbeit, zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden. Und das können die Telschers einfach nicht mehr alleine schaffen.

Firma hilft

Ein Großteil der Helfer ist am zweiten Samstag zum ersten Mal dabei. Ein paar sind besonders engagiert und wiedergekommen. Einer der fleißigsten Helfer ist Marcel Mörking von der Firma Klecker Sandgruben in Neuenkirchen-Vörden. In den Wochen vor dem ersten Termin lieferte er immer wieder mit dem Lkw Sand für den Pferdeplatz an – insgesamt 150 Tonnen. Mit Minibagger und Radlader machte er den Platz für die Pferdeausläufe an den zwei Samstagen winterfest. „Das hätten wir uns so nicht leisten können“, stellt Telscher fest.

Auch Jonas Sominke aus Neuenkirchen bei Bramsche ist erneut dabei. Er findet es eine gute Sache, dass die Telschers „armen Tieren in Not helfen“. Nachdem er am vorigen Samstag den Zaun repariert und gestrichen hat, stehen dieses Mal andere Aufgaben an: „Auf dem Dach war dringend Bedarf, weil die ganzen Bäume draufgefallen sind. Und jetzt bin ich gerade dabei, die Beete wieder auf Vordermann zu bringen.“ Währenddessen setzen Susanne Richter und Jule Spiering von Hopeful ihre in der Vorwoche begonnene Aufgabe fort und versehen die Fassade des Wohnhauses mit einer Holzlasur.

Foto: Bettina Mundt

Auch aus weiter entfernten Orten wie Rheine, Münster und gar Dortmund sind die Helfer angereist. Eine Gruppe baut ein Hochbeet für Kräuter und Pflanzen, das noch am Nachmittag fertig werden soll. Keiner von ihnen hat Erfahrung im Bau von Hochbeeten oder im Mauern, aber gemeinsam haben sie ihr Ziel erreicht.

Foto: Bettina Mundt

Zwei Münsteraner beschneiden in voller Arbeitsmontur einen Lebensbaum, weil dieser giftig für Pferde ist. An anderer Stelle werden Zweige in einer Häckselmaschine zerkleinert. Und zwischendurch gibt es Päuschen bei Kaffee und Kuchen, für später steht jede Menge Grillfleisch in der Küche bereit.

Wie es jetzt mit dem Hof weitergehen wird? Die Telschers haben definitiv Hoffnung geschöpft. Es hätten sich auch Leute angeboten, regelmäßig zu helfen. „Das ist natürlich auch so eine schöne Sache, die aus der ganzen Aktion entstanden ist. Wir müssen mal schauen, ob da was von übrig bleibt“, meint Michael Telscher. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN