Informationen zur Permakultur Runder Tisch Natur Bramsche besucht "Garten ohne Arbeit"

Auf reges Interesse stieß der Besuch des Runden Tisches Natur bei Jacques Maurice. Der zieht hier ein ganzes Bund Möhren aus einem seiner Hochbeete. Foto: Andreas WenkAuf reges Interesse stieß der Besuch des Runden Tisches Natur bei Jacques Maurice. Der zieht hier ein ganzes Bund Möhren aus einem seiner Hochbeete. Foto: Andreas Wenk

Bramsche. Mit einer Internetrecherche hat Jacques Maurice Vorliebe für Permakulturen begonnen. Jetzt hat ihn der Bramscher Runde Tisch Natur besucht.

„Garten ohne Arbeit“ lautete seine Suchanfrage und herausgekommen waren Hinweise auf Permakulturen, berichtet er den rund 25 Zuhörern. Der „Runde Tisch Natur“ hatte dazu eingeladen, Maurices Garten zu besichtigen. Er verzichtet auf Dünger, Herbizide und Pestitide und fährt dennoch drei Ernten im Jahr auf seinen Beeten ein. Sein Credo: „Hinsehen, Verstehen, Ausprobieren.“ Natürlich kann auch mal eine Saat nicht aufgehen, doch gehörten Rückschläge zum Lernen dazu. Aber Aussäen ist ohnehin nicht seine Sache. Denn auf dem Boden hat er jede Menge Mulch aus Gras und anderen Gartenabschnitten. Das sorgt dafür, dass Samen nicht keimen und das schützt seine Pflanzen vor Unkraut. Doch den Begriff meidet er und spricht stattdessen von Wildkräutern. 

Wegen der Bandscheiben

Allein schon wegen seiner Bandscheiben hat er seine acht Beete, jedes etwa hüfthoch rund vier Meter lang und 1,70 breit angelegt. Eingefasst mit Schaumstein, am Boden mit einem Gitter gegen Mäuse versehen, es folgt eine etwa 25 cm starke Sandschicht und darüber schichtet er Holzabfälle. Sofort kommen Fragen, ob Fichte und Eiche nicht zuviel Säure einbringen. Doch Maurice wiegelt ab. „Die Mischung macht´s“ ist seine Losung, sowohl oberhalb der Humusschicht wie auch darunter. Von Würmern und Insekten, die das Holz zersetzen und zu nährstoffreichem Boden verarbeiten, spricht er liebevoll, von „Tierchen“, die viel Arbeit für ihn erledigen.

Im Kampf gegen Schnecken setzt er auf „Vorwerk, wie der Staubsauger“,  doch damit meint er die eine robuste Hühnerrasse. Sechs Hennen und einem Hahn überlässt er es, nach Schnecken zu suchen, im Boden zu picken, für Dünger zu sorgen und nebenbei auch noch täglich etwa drei Eier für die Familie zu produzieren.

Ohne Biotonne

„Eine Biotonne habe ich nicht und brauche ich auch nicht“, denn, so Maurice, Permakultur sei eine Kreislaufwirtschaft. Alles, was nicht gegessen wird, kommt oben wieder auf die Beete,wird dort kompostiert und sorgt so erneut für Wachstum: „Das funktioniert besser als in der Werbung.“ Folie oben und der Zersetzungsprozess im Boden sorgen für ideale Wachstumsbedingungen. Ebenso die Hühnerhinterlassenschaften auf dem mit Grasschnitt bedeckten Boden zwischen den Hochbeeten. Dort hat sich eine Kürbispflanze ausgebreitet, die zwei Beete überwuchert. Auch zwei armgroße Zucchini, die es nicht rechtzeitig bis in die Küche geschafft haben, bereiten ihm keine Sorgen. Alles wird im Herbst geschreddert und wandert zurück auf die Beete.

Wie eine Fußbodenheizung

Die Kompostierung wirkt wie eine Fußbodenheizung und damit für ein ideales Klima vor Ort . Maurice lädt die Besucher ein, mit der Hand im Boden zu graben. Tatsächlich ist es darin wohlig warm, während auf dem Feld nebenan Herbstnebel aufziehen und verraten, dass sich die Luft dort bereits merklich abgekühlt hat.

Und was sagt der Gartenprofi dazu? Für Karin Müller vom Runden Tisch, die hauptberuflich mit Garten-Zierpflanzen zu tun hat, ist klar, im Gemüseanbau gehört den „Permakulturen die Zukunft.“ Jacques Maurice sieht das genauso. Als Problem sieht er lediglich, dass ein Umstieg für Landwirte nicht von einem auf den anderen Tag machbar sei und die Hersteller von Düngemitteln und Chemikalien mit ihren Versprechen von garantiert reichen Erträgen dagegen argumentieren.


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