Auftritt des Vigato-Quartetts Klassik und Romantik beim Bramscher Kornmühlenkonzert

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

Veronika Bejnarowicz, Laura Kania, Marc Kopitzki und Gereon Theis erfreuten die Zuhörer beim Kornmühlenkonzert im Bramscher Tuchmacher-Museum mit einer Zugabe. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannVeronika Bejnarowicz, Laura Kania, Marc Kopitzki und Gereon Theis erfreuten die Zuhörer beim Kornmühlenkonzert im Bramscher Tuchmacher-Museum mit einer Zugabe. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

Bramsche. Ganz der Musik der Klassik und Romantik widmete sich das „Vigato Quartett“ beim Kornmühlenkonzert im Bramscher Tuchmacher-Museum.

 Das junge Streichquartett (Veronika Bejnarowicz, Violine, Laura Kania, Violine, Marc Kopitzki, Viola und Gereon Theis, Violoncello) eröffnete das zweite Halbjahr der beliebten Konzertreihe mit Franz Schubert, Joseph Haydn und Robert Schumann. Das versprach ein klangvoller und harmonischer Abend zu werden. Keine ungewohnten Dissonanzen, harschen Reibungen oder andere fremdartige Klänge waren zu erwarten und so war es auch. Eine runde Werkauswahl. Lediglich die Zugabe - eine Streichquartett-Fassung vom „Rosaroten Panther“ - erlaubte einen klanglichen Ausflug ins 20. Jahrhundert, blieb aber sehr melodisch und bereitete Musikern wie Zuhörern sichtlich Freude.

Quasi mit einer Ouvertüre begann der Abend, mit dem Quartettsatz c-Moll von Schubert. Ähnlich wie seine berühmte Sinfonie in h-Moll (Die Unvollendete) blieb auch dieses Werk unvollständig. Es besteht nur aus einem Satz. Vom zweiten existieren nur 41 Takte. Wie auch bei der Sinfonie gibt es lediglich Mutmaßungen darüber, warum Schubert das Quartett nicht vollendete.

Kraftvoll und drängend begann das „Vigato Quartett“ den Satz mit unruhigen, schnellen Sechzehntelnoten. Ihm gegenüber stand ein cantables Dur-Thema, das Reminiszenzen an Schuberts Sonatine D-Dur für Geige und Klavier nahelegte. Sehr dynamisch, wenn auch nicht ganz intonationssicher gelang diese Eröffnung.

Haydns „Quintenqartett“ war das erste „richtige“ Streichquartett des Abends. 74 Quinten sollen im ersten Satz zu hören sein. Was in der Theorie monoton erscheinen könnte, entpuppte sich als turbulentes Allegro mit einer Vielzahl an Variationen und Verarbeitungen rund um die Quinte. Das alles beherrschte das „Vigato Quartett“ souverän.

Der lyrische 2. Satz war unverkennbar Joseph Haydn. Eine sangliche Melodie wurde von spielerischen Figuren der Unterstimmen begleitet, die die Spieler in schönem Legato präsentierten.

Mit großer Klangfülle und viel Temperament gelang das Finale des „Quintenquartetts“.

Eine synkopische Rhythmik prägte den ersten Satz aus Schumanns A-Dur-Quartett. Diese exakt zu spielen, ist nötig, um den rhythmischen Charakter des Satzes korrekt zu erfassen. Bei Schumann – anders als bei Haydn – sind alle vier Spieler gleichberechtigt, was den einzelnen Instrumentalisten schöne und klangvolle Solopartien bescherte. Leidenschaftlich und mit viel Lebendigkeit meisterten sie das Quartett. Im unruhigen, drängenden Schlussatz überzeugten die Spieler durch ihr gelungenes Zusammenspiel.

Ein Abend voll harmonisch-melodischer Musik ging nach einer Zugabe zu Ende.


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