Vor der Kirche St. Martinus KFD Bramsche demonstriert für Gleichberechtigung in der Kirche

Von Holger Schulze

Mit einer „Maria 2.0“-Demonstration vor der Bramscher St. Martinus-Kirche setzen sich Frauen für eine geschlechtergerechte Katholische Kirche ein. Foto: Holger SchulzeMit einer „Maria 2.0“-Demonstration vor der Bramscher St. Martinus-Kirche setzen sich Frauen für eine geschlechtergerechte Katholische Kirche ein. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Die KFD Bramsche hat am Dienstagabend vor der Gemeinschaftsmesse der Frauen zu einer Demo vor dem Eingangstor von St. Martinus eingeladen. Mit „Maria 2.0“ war diese Demonstration überschrieben.

Maria 2.0 steht für eine freie Initiative von Frauen, die sich für Geschlechtergerechtigkeit in der Katholischen Kirche einsetzen. „Maria 2.0 ist kein Streik gegen Gott, auch kein Streik mit Gott. Maria 2.0 ist der Streik Gottes mit Hilfe der Frauen“, fasste Monika Elberg, die Teamsprecherin der Bramscher KFD-Frauen, das Anliegen der Versammlung zusammen. „Eine Kirche, die in der heutigen Zeit glaubwürdig sein will, muss Geschlechtergerechtigkeit vorleben. Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss. Dafür wollen wir Unterschriften sammeln, denn ohne Unterstützung von Frauen und Männern aus den Gemeinden werden wir nicht wahrgenommen mit unserem Anliegen“, so Elberg weiter.  

Nachdem an die versammelten Frauen ein kleines Kreuz zum Anstecken in Purpur, der Farbe der Kardinäle, ausgehändigt worden war, wurden in einem vorformulierten Frage-Antwort-Modus spezifische Fragen zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche gestellt und auch beantwortet. Dabei ging es unter anderem um die Gründe, warum Frauen bislang nicht zum Priesteramt zugelassen sind, es gleichwohl aber der katholischen Kirche gut täte, wenn sich dies ändern würde.  

Kommuniziert wurde das Anliegen von Maria 2.0 auch durch zwei Plakate mit Frauenfragen sowie dem Aufruf am Eingangsportal von St. Martinus, sich für eine geschlechtergerechte Kirche einzusetzen. Foto: Holger Schulze

Auch geht die kfd davon aus, dass „die Nichtzulassung von Frauen zur Priesterweihe zwar in einem hohen Grad verbindlich, aber nicht letztverbindlich und damit auch nicht absolut unveränderbar“ sei. Es stünde zudem „außer Frage, dass sich die kirchliche Anerkennung der geistlichen Kompetenzen von Frauen in ihrer Weihe zu Diakoninnen, Priesterinnen und Bischöfinnen zeigen muss“, so der Tenor eine der Antworten im Frage-Antwort-Spiel. Und tatsächlich habe es auch in der tschechischen Untergrundkirche zwischen 1948 und 1989 die Frauenordination bereits gegeben. Insgesamt wünschten sich die Frauen, dass „die Diskussion darüber, ob Gott eine unveränderliche Anweisung gegeben habe, wie oder durch wen Gott durch das kirchliche Amt bezeugt werden soll, offen bleiben kann und muss“. 

Als weiteren symbolischen Akt der „Maria 2.0-Demonstration“ brachten die Bramscher KFD-Frauen zwei Plakate mit Frauenfragen sowie dem Aufruf, sich für eine geschlechtergerechte Kirche einzusetzen, am Eingangsportal von St. Martinus an. Sehr fürsorglich im Übrigen nicht mit Nägeln, sondern mit doppelseitigem Klebematerial, um das Tor unversehrt zu lassen.


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