Kloster und Meyerhof zu besichtigen Tag des offenen Denkmals 2019 in Malgarten und Engter

Von Ilona Ebenthal

Das Kloster Malgarten war neben dem Meyerhof in Engter ein Anlaufpunkt beim Tag des offenen Denkmals 2019. Foto: Ilona EbenthalDas Kloster Malgarten war neben dem Meyerhof in Engter ein Anlaufpunkt beim Tag des offenen Denkmals 2019. Foto: Ilona Ebenthal

Bramsche. Rund 8000 Orte öffneten am Sonntag zum „Tag des offenen Denkmals“ 2019. Zwei davon in Bramsche: Das Kloster Malgarten und der Meyerhof in Engter.

Zum erstem Mal präsentierte sich der Meyerhof in Engter als „offenes Denkmal“. Zu sehen ist hier eines der Nebengebäude. Foto: Ilona Ebenthal

Zum ersten Mal war der Meyerhof dabei, dessen Geschichte sich bis Mitte des 15. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. Eigentümer Gerd Ahlert zeigte auf der Diele des 1706 erbauten Erbwohnhauses per Beamer zunächst alte Postkartenansichten aus Engter und belegte auch mit Ausschnitten aus alten Karten die Entwicklung des Dorfes, speziell des Meyerhofes. Der liegt außerhalb des Ortskerns und hat seine Ländereien rundherum. Nicht die einzige Besonderheit.  

Die Besonderheiten der Baustruktur des Erbwohnhauses erläuterte Gerd Ahlert. Foto: Ilona Ebenthal

Bei der Begehung des Dachstuhls erläuterte Gerd Ahlert ausführlich die zahlreichen bautechnischen Eigenarten. Passend zum diesjährigen Thema der bundesweiten Aktion „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“, zeigte der Eigentümer die Spuren der stetigen Erweiterung und Veränderung in der Baustruktur. Altes Baumaterial sei dabei stets wiederverwertet worden, bewies er unter anderem anhand der Knaggen (statisches Bauelement zur Lastverteilung), die für den Erweiterungsbau damals einfach gedreht wurden, sodass die Verzierung jetzt zum Heuboden zeigt. 

Die alten Knaggen wurden beim Erweiterungsbau nach innen gedreht. Foto: Ilona Ebenthal

Ahlert ging ebenfalls auf die Entwicklung der Hofbegrünung ein. Beim anschließenden Rundgang zeigte sich die ganze imposante Hofanlage, die seinerzeit mit Steinen aus dem eigenen Steinbruch gebaut wurde und zwischen deren zahlreichen Bruchsteinmauern die Schweine weideten.

Die ehemalige Wagenremise, aus Bruchsteinen gebaut, wurde auf dem Meyerhof ebenfalls renoviert. Foto: Ilona Ebenthal

Während auf dem Meyerhof zu drei Zeiten ausschließlich Führungen angeboten wurden, konnten die Gäste auf dem Gelände des Klosters Malgarten durchgängig zahlreiche Punkte ansteuern. Nur die Kirche sei leider verschlossen, bedauerte Arnold Derenthal. Er war mit seiner Ehefrau aus Mettingen angereist und zum ersten Mal in Malgarten. Die Anlage sei „sehr weitläufig und sehr alt und baufällig“, stellte er fest. Anziehungspunkt war auch die neue Museumsscheune. 

Barbara Brosch und Maria Breer-Dühnen führten durch die Museumsscheune. Foto: Ilona Ebenthal

Die Ortsansässigen Maria Breer-Dühnen und Barbara Brosch sowie Christian Conrad als Gast standen hier für Fragen zur Verfügung. Letzterer nannte es „ein Riesenglück“, dass die Dauerausstellung mit Skulpturen und Reliefs der Künstlerin Julitta Franke in diesen alten Räumen ein Zuhause gefunden habe. Die Ausstellung bewunderte auch ein junger Bramscher mit seiner Freundin, der das Klostergelände bisher nur von außen kannte und diese Gelegenheit nutzte. Als Flüchtlinge aus der DDR waren seine Eltern damals zuerst im Kloster untergekommen, berichtete er. 

Einblick in die neue Museumsscheune. Foto: Ilona Ebenthal

In den klösterlichen Räumen war Sigrid Wernken auf den Spuren ihrer Vergangenheit. Die Emsländerin, die bis 1979 Malgartenerin war, hatte nach der Vertreibung aus Schlesien wie viele andere auch mit Schwester, Mutter, Tante und Großeltern gut zwei Jahre Zuflucht im Kloster gefunden. Jetzt zeigte sie ihrem Sohn, der Schwiegertochter und Enkeltochter Lea-Marie „ihr Zimmer“, das inzwischen zu denen gehört, die für Übernachtungen gebucht werden können.

Aus dem Emsland waren Sigrid und Lea-Marie (vorne) sowie Monika und Johannes Wernken angereist. Sigrid Wernken lebte nach der Vertreibung aus Schlesien im Kloster Malgarten und danach im Ort. Foto: Ilona Ebenthal


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