Cellistin Raphaela Gromes und Pianist Julian Riem Kammerkonzert in Malgarten: Überzeugendes Duo

Eingespieltes Duo: Raphaela Gromes und ihr Klavierpartner Julian Riem eröffnen das zweite Konzerthalbjahr im Kloster Malgarten. Foto: Thomas OsterfeldEingespieltes Duo: Raphaela Gromes und ihr Klavierpartner Julian Riem eröffnen das zweite Konzerthalbjahr im Kloster Malgarten. Foto: Thomas Osterfeld

Bramsche. Cellistin Raphaela Gromes und Pianist Julian Riem präsentierten in Malgarten Werke von Strauss, Mendelssohn Bartholdy und Offenbach.

Das Publikum wollte sie unbedingt noch einmal hören: Raphaela Gromes und Julian Riem spielten erst vor gut einem Jahr in Malgarten, nun waren sie erneut in der Konzertscheune zu Gast. Und wieder mit Richard Strauss, ihm gehört die komplette erste Hälfte. Einige seiner bekanntesten Melodien sind da zu hören, denn die Musiker haben sich drei seiner Lieder bearbeitet. Außerdem steht seine Cellosonate auf dem Programm, ein sehr frühes Werk, denn Strauss schrieb Kammermusik ausschließlich in jungen Jahren. Ein hübsches Stück, ohne Frage, aber nicht vom Rang wirklicher Meisterwerke, wie zum Beispiel der D-Dur Sonate von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Lebhaft, schlicht mit Ausdruck

Die erklingt nach der Pause, und zwar so, wie es sein soll: ungemein schwungvoll, überschwänglich, verspielt. Raphaela Gromes ist keine Jacqueline du Pré, ihr Ton ist tendenziell nicht so satt und saftig, dafür leichter, feiner und dezenter – aber ausdrucksvoll. Und bei Julian Riem gibt es, im Gegensatz zu nicht wenigen seiner Kollegen, kein pauschales Dauerpedal, sondern sorgfältige Artikulation und große technische Souveränität. Das alles passt im Duo gut zusammen, zumal die beiden jungen Musiker, seit Jahren aneinander gewöhnt, jederzeit bereit sind, sich gegenseitig zuzuhören und aufeinander zu reagieren. Dabei hüten sie sich, ihre Interpretationen mit zu vielen Extravaganzen zu überfrachten, lassen die Werke schlicht, aber lebhaft für sich sprechen. Sie geben sich außerdem auch in ihren Moderationen unverkrampft und natürlich.

Zum Schluss gibt Raphaela Gromes noch einen seltenen Leckerbissen: Jacques Offenbachs konzertanter „Danse bohémienne“ gibt ihr die Möglichkeit, als perfekte Virtuosin zu brillieren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN