E-Mail aus ...Aberdeen Ein Bramscher auf den Spuren des schottischen Biers

Von Malte Schulze

In Reih und Glied: Eine Auswahl an verschiedenen schottischen Biersorten. Foto: Malte SchulzeIn Reih und Glied: Eine Auswahl an verschiedenen schottischen Biersorten. Foto: Malte Schulze

Bramsche. Junge Bramscherinnen und Bramscher sind in aller Welt als Freiwilligendienstleistende unterwegs. Sie alle reizt es, neue Welten kennen zu lernen. In unserer Reihe „E-Mail aus....“ berichten sie über ihre Erfahrungen. Heute schreibt Malte Schulze aus Aberdeen in Schottland.

"Bei den Wörtern "Schottland" und "Alkohol" denken die Meisten sicherlich zuerst an den weltweit bekannten schottischen Whisky. In meinem FSJ habe ich aber vor allem ein anderes lokales alkoholisches Getränk lieb gewonnen: Schottisches Bier.

Mit einer, besonders in den letzten Jahren, boomenden Craft-Beer-Szene, bietet das Land Bier für jeden Geschmack. Die Geschmacksrichtungen nehmen hierbei kein Ende: fruchtig, zum Beispiel mit Orange oder Grapefruit, honig-süß, Karamell, würzig, sauer oder sogar mit Bananenbrot-Geschmack.

Gebraut und vermarktet werden diese Biersorten lokal, als Kontrast zum Bier von großen Konzernen, welche ja auch in Deutschland den Markt dominieren. Die Craft-Beer-Brauereien präsentieren sich dazu als Alternative: jung, modern, progressiv und rebellisch, auch wenn sie längst über den Status einer "lokalen" Brauerei hingewachsen sind.

Das beste Beispiel dafür ist wohl die Brauereigruppe BrewDog, welche 2007 in der Garage von zwei Freunden in der Region von Aberdeen begann und mittlerweile über 2,2 Millionen Flaschen und 400.000 Dosen (Stand 2015) in alle Welt exportiert. Wie viele schottische Brauereien lädt auch BrewDog Bierinteressierte zu einer Besichtigung ihrer Anlagen in Ellon, in der Nähe von Aberdeen, ein. 

Nachdem ich mich im Laufe des Jahres bei diversen sozialen Aktivitäten mit meinen Mitfreiwilligen ein bisschen näher mit den Brauereiprodukten vertraut gemacht hatte, habe ich dann die Chance genutzt und mich auf dem sogannten "DogWalk" durch die Gebäude der am schnellsten wachsenden Lebensmittelfirma der UK führen lassen. Hier wurde ich durch die Bürogebäude, die eigentliche Brauerei, die Brennerei für den Gin, welchen BrewDog ebenfalls produziert, und das Lager für die Produktion von Sauerbier geleitet. 


Kommentiert wurde das Ganze in einem, der Marke entsprechenden, lässig-lockeren Stil von einem der jungen Bar-Mitarbeitern, welcher auch immer wieder Einblick in die Geschichte und Werte der Firma gegeben hat. Interessant und sehr besonders ist das Finanzierungsmodell der Brauereigruppe. Anstatt für die Finanzierung des Wachstums auf Bankkredite zu setzten, wird mit dem so genannten "Equity for Punks"-Programm in einer Art von Crowdfunding, jedem ermöglicht, Teilhaber der Firma zu werden. Anteile der Firma können hiebei sehr einfach in jedem BrewDog-Pub erworben werden, kombiniert mit einigen Mitgliedsvorteilen, wie beispielsweise einem gratis Geburtstagsbier. 

Natürlich wurden auf der Tour durch das Gelände ebenfalls diverse Kostproben angeboten, was das ganze nur unterhaltsamer gemacht hat. Sowohl eine Tour durch eine schottische Brauerei, als auch das schottische Bier selbst kann ich also nur wärmstens empfehlen.


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