Bramscher Orgelsommer 2019 Ungewöhnliches Zusammenspiel von Schlagzeug und Orgel in St. Martin

Von Holger Schulze

Axel Eichhorn (l.) und Julian Luttmer führten in der St. Martin Kirche moderne Klangsprache in ungewohnter Instrumentalbesetzung auf. Foto: Holger SchulzeAxel Eichhorn (l.) und Julian Luttmer führten in der St. Martin Kirche moderne Klangsprache in ungewohnter Instrumentalbesetzung auf. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Ein Zusammenspiel von Orgel und Schlagzeug hatte es bei dieser Konzertreihe zuvor noch nie gegeben. Doch der 20. Bramscher Orgelsommer offerierte bei seinem zweiten Konzert dem Publikum sogar eine doppelte Premiere.

Denn auch das Konzert von Julian Luttmer (an den Rhythmusinstrumenten) und Axel Eichhorn (Orgel) war der allererste gemeinsame Auftritt der beiden Musiker mit einem derartigen Programm. „Ich wusste, dass er ziemlich gut Schlagzeug spielt und dachte mir, da können wir auch mal was Verrücktes machen“, schilderte  Eichhorn, Regionalkirchenmusiker im Dekanat Osnabrück Nord, das Zusammenkommen des ungewöhnlichen Duos.  

Um das zahlreich erschienene Publikum nicht sofort ins kalte Wasser ungewohnter Hörerlebnisse zu werfen, begannen die beiden Musiker ihr Konzert vom Altarraum aus zunächst einmal mit einer F-Dur Invention von Johann Sebastian Bach, bearbeitet für Marimba und Truhenorgel. Danach allerdings ging es in der St. Martin Kirche eher unkonventionell zur Sache. Ein wenig an die Blechtrommel von Günter Grass erinnerte beispielsweise das nächste Stück, mit dem Luttmer zum ersten Mal seine grandiosen Wirbelkadenzen im Solostück „Crossover“ von Wolfgang Reifeneder an einer kleinen Trommel zum Besten gab. 

Wie warm die Marimba klingt hörte das Publikum anschließend nochmals in einem Solostück von Matthias Schmitt. Hier ließ Julian Luttmer, im Hauptberuf Leiter und Schlagzeuglehrer an der Musikschule Neuenkirchen-Vörden, afrikanisch anmutende Klänge ertönen. „Ghanaia“ hieß dieses Werk und zeigte etwas von der tänzerischeren Lebensfreude auf dem schwarzen Kontinent auf.

Petr Ebens Kompositionen „Landscapes of Patmos für Orgel und Percussion“ führte schließlich die beiden Musiker auf der Orgelempore zusammen. Mit Adler und Regenbogen hatte der Komponist seine Landschaften versehen und zu einem intensiven Klangteppich zusammengefügt. Schräg und amelodisch wurde es dabei von oben herab. Bongoartige Geräusche wechselten sich mit Orgeleinsätzen ab und wurden von hellen Glockenspieltönen abgelöst.  

Nochmals klanggewaltig wurde das Konzert in seinem Finale, für das die beiden Musiker das „Christ ist erstanden“ von Knut Nystedt ausgewählt hatten. Wahrlich ungewöhnliche Stücke spielten Julian Luttmer und Axel Eichhorn an diesem Samstagabend insgesamt und sorgten so für ein ungewohntes, aber intensives Hörerlebnis.


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