Thema bei Schulkonferenz Ueffelner sollen Wolf mit Respekt und Krach begegnen

Keine Geschichten vom „bösen Wolf“ aus Rotkäppchen, sondern solide Informationen erhielten die Kinder der Grundschule Ueffeln von Wolfsberater Arndt Eggelmeyer. Foto: Andreas Wenk
Foto: Andreas WenkKeine Geschichten vom „bösen Wolf“ aus Rotkäppchen, sondern solide Informationen erhielten die Kinder der Grundschule Ueffeln von Wolfsberater Arndt Eggelmeyer. Foto: Andreas Wenk Foto: Andreas Wenk

Ueffeln. Die 63 Kinder der Grundschule Ueffeln haben Wolfsberater Arndt Eggelmeyer in einer Schulkonferenz förmlich mit Fragen bombardiert.

Schulleiterin Heike Riddering hatte zu einer Schulkonferenz geladen. Der eine Tagesordnungspunkt war die Verleihung der Ehrenurkunden nach den Bundesjugendspielen, noch wichtiger schien allerdings das Thema Wolf zu sein.

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„Wie groß ist ein Wolfsbaby und haben die auch Feinde?“ „Greifen Wölfe Menschen an?“ und „Was passiert mit einem Wolf, der versehentlich angefahren wurde?“ Das waren nur einige der vielen Themen. Zwei Schüler berichteten zudem, dass in ihrer Nachbarschaft bereits Wölfe gesichtet wurden. Das rief Eggelmeyer auf den Plan und er bat darum, ihm Fotos zukommen zu lassen und solche Vorgänge zu melden. Mit viel Geduld stellte sich der Wolfsberater den Fragen der Kinder und war sichtlich bemüht, Fachchinesisch zu vermeiden und den Kindern den Wolf näherzubringen, ohne ihn zu verharmlosen. Er sei ein recht großes Raubtier und ja, durchaus auch gefährlich.

Kontakte mit Wölfen seien zwar eher unwahrscheinlich, weil der Wolf großen Respekt vor Menschen habe, aber nicht ausgeschlossen. Sollte es dennoch dazu kommen, riet er den Kindern, Ruhe zu bewahren, nicht fortzulaufen und Krach zu machen, um auf sich aufmerksam zu machen und den Wolf zu verscheuchen.

Derzeit, so Eggelmeyer, lebten in Niedersachsen rund 230 Wölfe in 21 Rudeln. Ihre Reviere erstreckten sich jeweils auf etwa 25.000 ha. Das entspreche der 15fachen Größe ihres Heimatortes Ueffeln. Mehrfach hakten die Kinder nach, was der Wolf am liebsten frisst und was passiert, wenn er nicht genug Nahrung findet. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen laut Eggelmeyer Rehe, gefolgt von kleineren Wildschweinen, Hirschen oder Hasen. Erst wenn er die nicht finde, greife er auch Schafe, Ziegen oder Kälber an.

Illusionen oder romantische Vorstellungen ließ Eggelmeyer nicht aufkommen. Der Wolf sei äußerst schlau, ein effektiver Jäger, schnell und sehr ausdauernd. Bekomme er ein Tier zu fassen, versuche er, ihm direkt in die Kehle zu beißen, um es sofort zu töten und jede Gegenwehr zu ersticken. Das sei besonders wichtig, weil vor allem größere Beutetiere auch ihrerseits den Wolf verletzten könnten.

Der Wolf sei ein streng geschütztes Wildtier. Den Wolf zu jagen oder ihn mit Fallen nachzustellen, sei verboten und stehe unter Strafe bis hin zum Gefängnis. Eine Fotofalle, wie ein Kind wissen wollte, sei hingegen erlaubt und auch sinnvoll, um festzustellen, wo sich Wölfe aufhalten und wie viele es jeweils sind.

Riddering hatte den Vortrag und die Fragestunde zunächst mit einem Plüsch-Wolf eingeleitet. Wie sie am Rand berichtete, hatte sie selbst Interesse an dem Thema und festgestellt, dass die Kinder die aktuellen Diskussionen durchaus wahrnehmen und zunehmend auch in der Schule Fragen darüber stellen. Dazu hatten sie jetzt ausreichend Gelegenheit und nutzten sie weidlich.

Das Format Schülerkonferenz als Mischung zwischen Kinder-Vorlesung und Seminar gelang auch deshalb, weil die Grundschüler äußerst diszipliniert waren. Ein paar deutliche Ermahnungen noch vor dem Start sorgten für einen geregelten Ablauf und Eggelmeyer schien routiniert die Kinder, die sich mit erhobenem Finger gemeldet hatten, abwechselnd zu Wort kommen zu lassen.


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