Internationaler T-Shirt-Tag Tuchmacher-Museum versteigert T-Shirts für neuen Jugendtreff

Von Holger Schulze

Jugendpfleger Benjamin Ludden (links) und Kurator Reiner Wolf mit dem gewinnbringendsten T-Shirt der Aktion. Foto: Holger SchulzeJugendpfleger Benjamin Ludden (links) und Kurator Reiner Wolf mit dem gewinnbringendsten T-Shirt der Aktion. Foto: Holger Schulze
Holger Schulze

Bramsche. Zum „Internationalen T-Shirt-Tag“ hat das Tuchmacher-Museum eingeladen, passend zur Ausstellung „Was guckst Du!?“, die sich mit den Kleidungsstücken und ihren Botschaften befasst.

Reiner Wolf, freier Historiker und Kurator der Ausstellung „Was guckst du!?“ im Tuchmacher-Museum, hatte die Idee entwickelt, am Freitag T-Shirts versteigern zu lassen und mit Bob Tijuana und Heinz Rebellius von der Band „Cliff Barnes and the Fear of Winning“ ins Gespräch über diese Bekleidungsstücke zu kommen. 

Die Expertise der beiden Musiker zum Thema T-Shirt leitete sich aus deren Erfolg mit einem von ihnen in den späten 1980-er Jahren entworfenen Shirt ab, das die Aufschrift „I´m an Asshole" trägt. Anwesend waren ferner drei Mitarbeiter der Stadtjugendpflege und ein Mitglied des Jugendparlaments als Versteigerungsteam sowie anfangs drei Zuschauer. Diese Anzahl steigerte sich im Verlauf der Veranstaltung noch auf immerhin 14.


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Nach einer ersten musikalischen Einlage plauderte überwiegend Bob Tijuana über die Entstehungsgeschichte der 1986 gegründeten Band, die seinerzeit, ohne einen ersten Tonträger produziert zu haben, gleich mal auf Deutschlandtournee ging. Die hierfür erforderliche Publicity verschaffte ihnen der ungewöhnliche Bandname sowie eine Fakestory, die man der Presse unterjubelte. Man verkaufte sich als Amerikaner, die in den USA aufgrund ihrer amerikakritischen Texte keine Plattenfirma fanden, aber von einem deutschen Label ins Land geholt und produziert wurden. Die Idee zum T-Shirt-Entwurf wurde von einem Musiktitel der Band abgeleitet, der Cowboys mit dem finalen Ausgang des Darmtraktes verglich und besang.

Es folgten nach dem Selbstdarstellungsblock noch ein paar Gedankengänge von den beiden Musikern und Reiner Wolf über T-Shirts als Kunst, Werbefläche für politische Aussagen, Einnahmequelle, Identifikationsobjekt und Umweltproblem aufgrund der Schnelllebigkeit dieser meist billigen Bekleidungsstücke, bevor dann schließlich zur Versteigerung der T-Shirts übergegangen wurde.


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Der Erlös hieraus soll für die Renovierung der alten Hausmeisterwohnung der Grundschule in Engter eingesetzt werden, die gegenwärtig zum Jugendtreff hergerichtet wird. Von den Kleiderbügeln hin zu den Zuschauern wanderte dabei ganz unterschiedliche Motive auf den Shirts. Darunter der Harley-Davidson-Schriftzug in Rosa. Reiner Wolf ersteigerte selbst ein Shirt, das bei den Oktoberfesten zum Einsatz kommen kann. Und Museumsleiterin Kerstin Schumann lässt sich mit ihrem neuen Zicke-T-Shirt höchstens einmal in der häuslichen Küche blicken.

Den zweitgrößten finanziellen Erfolg brachte das Shirt „You're all assholes“ in der Größe XL ein, das für 20 Euro den Besitzer wechselte. Am meisten Geld aber wurde für die aktuelle CD der beiden Musiker geboten, die erstaunliche 40 Euro nach Engter transferierte.


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