Nur mit Sonnenenergie Segelflieger ermitteln auf dem Flugplatz Achmer ihre Meister

Gute Wünsche an  Lokalmatador Mario von Hof am Steuer seines Flugzeugs gaben jetzt Michael Wohlberedt (von links), Helferin Lina Tobaben, Pilot Frank Meyer, Joachim Jeska und Michael Sodke mit auf den Weg. Foto: Peter SelterGute Wünsche an Lokalmatador Mario von Hof am Steuer seines Flugzeugs gaben jetzt Michael Wohlberedt (von links), Helferin Lina Tobaben, Pilot Frank Meyer, Joachim Jeska und Michael Sodke mit auf den Weg. Foto: Peter Selter

Achmer. Auf dem Flugplatz in Achmer fand jetzt die Bezirksmeisterschaft im Segelfliegen statt. Dabei legten die Piloten je nach Aufgabenstellung Strecken von bis zu 600 Kilometern an einem Tag zurück. Piloten, Veranstalter und Gäste waren sehr zufrieden.

„Wir haben ein ganz buntes Starterfeld hier“ betonte jetzt Joachim Jeska, der erste Vorsitzende des Osnabrücker Vereins für Luftfahrt. Eine Woche lang stand das Gelände des Flugplatzes in Achmer ganz im Zeichen der Segelflug-Bezirksmeisterschaften Weser-Ems und des "Manfred-Krebs-Gedächtnisfluges".

Nach acht Jahren Pause waren die Luftsportfreunde des Osnabrücker Vereins für Luftfahrt aus Achmer in diesem Jahr wieder Ausrichter des größten Luftsportereignisses im westlichen Niedersachsen, so Wettbewerbsleiter Joachim Jeska. Die Teilnehmer waren unter anderem aus Bohmte, Cloppenburg, Lingen, Melle, Nordhorn, Papenburg und Quakenbrück angereist, auch Teilnehmer aus Hannover fanden sich unter den Startern. Insgesamt nahmen die Piloten und Mannschaften mit 52 Segelflugzeugen an den Wertungen teil.

Warten auf den Start: Die Flugzeuge, die an den Bezirksmeisterschaften auf dem Flugplatz in Achmer teilnahmen konnten jetzt an fünf Wertungstagen starten. Foto: Peter Selter


Ihr besonderer Dank gelte dem Team der Helfer des Wettbewerbs betonten Hauptflugleiter Michael Wohlberedt und Joachim Jeska. Rund 25 fleißige Kräfte würden sich um die Logistik des Wettbewerbs und die Versorgung der Gäste kümmern. Dazu gehörte beispielsweise auch Hans Bekker auf der Schleppwinde, die zum Starten der Flugzeuge benötigt wurde. Allein auf dem Campingplatz neben der Clubanlage seien 150 Gäste untergebracht, so Jeska.

Nach 500 Metern klinkte sich das Seil aus und die Segelflieger waren bei der Bezirksmeisterschaft in Achmer auf sich allein gestellt. Foto: Peter Selter


„Es bilden sich erste Quellwolken, das ist ein gutes Zeichen, darunter steigt die Luft auf“. Dass Segelflieger Wolken am Himmel mit anderen Augen sehen, wurde jetzt schnell deutlich. Startleiter Michael Sodke erklärte den Unterschied ganz plastisch: bewege sich ein üblicher Personenfahrstuhl mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde, ginge es unter den Wolken gut und gerne auch einmal mit der doppelten Geschwindigkeit in die Höhe.

Anspruchsvolle Aufgaben an den Wertungstagen

Mit Respekt würden sie morgens die Aufgaben der einzelnen Wertungstage entgegennehmen, die Sportleiter Hauke Driehaus ausgearbeitet hatte, betonten einige der Piloten. Meistens seien Dreiecksflüge zu absolvieren gewesen, so dass die Piloten abends wieder in Achmer landen würden, sagte Joachim Jeska. Die großen Aufgabenstellungen hätten die Piloten von Achmer aus auch durchaus mal auf einen Flug über 600 Kilometern Strecke, von Achmer aus in Richtung Harz, am Brocken vorbei und über die Lüneburger Heide hinweg zurück zum Startflughafen geschickt. „Und das alles mit Sonnenenergie“ so Jeska.

Dabei gingen in Achmer jetzt ganz verschiedene Flugzeuge an den Start. Vom Holzsegler aus dem Ende der 50er Jahre über weit verbreitete Schulflugzeuge bis hin zu nagelneuen Großseglern mit bis zu 30 Metern Spannweite waren zahlreiche Modelle und Dimensionen der nahezu lautlosen Hochleistungsflugzeuge vertreten.

Unter den Applaus ihrer sportlichen Kameraden und zahlreicher Gäste konnten Joachim Jeska und Hauke Driehaus nach einer lebhaften Flugwoche die Siegerehrung vornehmen: In der Bezirksmeisterschaft erreichten in der Doppelsitzer-Klasse Alexander Fischer und Frederic Janssen vom Hannoverschen Aeroclub die meisten Wertungspunkte und damit den ersten Platz. In der Clubklasse, der Flugzeuge bis zu einer Spannweite von 15 Metern, gewann Christian Harms-Zumbrögel vom Luftsportverein Cloppenburg den Wettbewerb. Erster der Gemischten Klasse auf Bezirksebene wurde Thomas von der Linde vom Luftsportverein Lingen.

Erinnerung an Manfred Krebs

An drei Tagen wurde zusätzlich der Manfred-Krebs-Gedächtnis-Pokal ausgeflogen. Der Wettbewerb, der an einen Osnabrücker Pionier der Überlandfliegerei aus den 50er bis 70er Jahren erinnern soll, wurde jetzt zum 40. Mal ausgeflogen. In der Clubklasse dieses Wettbewerbs siegte Marcel Kocks vom Luftsportverein Lingen. Er verriet, dass er im Alter von 13 Jahren die ersten Flugversuche gemacht habe und damals sogar noch Bleigewichte mit ins Cockpit nehmen musste, um genügend Gewicht zu erzeugen. Die gemischte Klasse entschied Alexander Meyer Forsting, ebenfalls vom Luftsportverein Lingen, für sich.  Mario von Hof vom gastgebenden  Verein erreichte  den zweiten Platz in der Clubklasse des Manfred-Krebs-Gedächtnis-Pokals erreichte.

Es sei immer schön, am Ende des Wettbewerbs die besonderen Leistungen der Flieger würdigen zu können, betonte  Jeska. Am Wichtigsten sei es aber für sie alle, dass alle Piloten sämtliche Starts und Landungen wohlbehalten ohne irgendwelche Zwischenfälle überstanden hätten.


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