Titel „Was guckst du!?“ T-Shirt-Ausstellung im Bramscher Tuchmacher-Museum eröffnet

Von Bettina Mundt

Witziger Spruch, der nur funktioniert, weil die Marke Nivea so bekannt ist. Foto: Bettina MundtWitziger Spruch, der nur funktioniert, weil die Marke Nivea so bekannt ist. Foto: Bettina Mundt

Bramsche. Die am Internationalen Museumstag, dem 19. Mai, eröffnete Ausstellung „Was guckst du!?“ im Bramscher Tuchmacher-Museum lädt dazu ein, sich Gedanken über die Kommunikation mit T-Shirts zu machen. Vor allem bietet sie aber Unterhaltungswert.


Carmen Berkelie ist Gästeführerin im Tuchmacher-Museum und hat mit Reiner Wolfs Hilfe das Logo des Museums auf ein T-Shirt gedruckt - im ersten Versuch ist es etwas blass geraten. Foto: Bettina Mundt


Sie sind allgegenwärtig: Botschaften auf T-Shirts. Von politischen Statements bis hin zur Liebeserklärung – alles ist möglich. Die Idee zu einer T-Shirt-Ausstellung hatte der Historiker Reiner Wolf, der seit Jahrzehnten T-Shirts sammelt und den Großteil der Exponate stellt. Sein Interesse dafür wurde bei der Beschäftigung mit Jugendkultur geweckt: „In vielen Jugendkulturen spielen T-Shirts eine wichtige Rolle, um sich als Teil dieser Jugendkultur zu kennzeichnen. Ich fand das immer spannend. Interessant ist ja, dass sie so billig sind, sie sind überall gegenwärtig, das ist ein popkulturelles Phänomen.“

Ein Widerspruch in sich - und ein Kommentar über die Kommunikation mit (Marken-)T-Shirts. Foto: Bettina Mundt


In seiner Sammlung befinden sich Hunderte von T-Shirts mit unterschiedlichsten Botschaften, deshalb ging der Ausstellung ein längerer Prozess des Ordnens und Auswählens voraus. Museumsleiterin Kerstin Schumann erzählte, wie schwierig es war, die Auswahl zu begrenzen: 


„Am Anfang hatten wir alles runtertapeziert, um möglichst viel unterzubringen. Das sah aus wie in einer Altkleidersammlung.“


 


Cool, markenbewusst, politisch - die Spielarten der T-Shirt-Kommunikation sind vielfältig. Foto: Bettina Mundt


Die (gewaschenen und gebügelten) T-Shirts reichen noch immer bis fast unter die Decke, aber die Reihen haben sich nun gelichtet und sind nach Kategorien wie „Marken- und Werbe-Shirts“, „Uniform und corporate identity“, „Bekenner-Shirts“ und „Ironie und Missverständnisse“ geordnet. Angesichts vielfältiger Kommunikations-Spielarten sind die Übergänge fließend. Zu einzelnen Stücken gibt es Hintergrundinformationen, wie etwa zur Geschichte des Slogans „Ich komm' zum Glück aus Osnabrück!“, den weltweit beliebten T-Shirts der Kette Hard Rock Café oder zu dem Text „Coolest Monkey in the Jungle“, der im Rahmen einer Werbekampagne eine Diskussion um Rassismus auslöste.

Ein Shirt für Fans der Band "Die Ärzte" - und Konzertsouvenir. Foto: Bettina Mundt


Stücke mit Erinnerungswert 

Im Foyer finden sich Shirts, die nach einem Aufruf in den Bramscher Nachrichten eingereicht wurden. Ihr besonderer Wert geht aus den damit verbundenen Geschichten und Erinnerungen hervor, die Besucher nachlesen können und die manches Stück womöglich vor dem Kleidercontainer bewahrt haben. Uwe Müller stellte ein Shirt zur Verfügung, das ihm sein Sohn augenzwinkernd zum Erhalt seines Schwerbehindertenausweises schenkte – mit dem Text „Mängelexemplar“. Besonders ausgefallen: Ein selbst entworfenes T-Shirt mit dem Zeichen „Hüftprothese verboten“. Was es damit auf sich hat, ist in der Ausstellung zu erfahren.

Unterhaltsame Ausstellung  


Geschenkidee: das T-Shirt als Liebeserklärung. Foto: Bettina Mundt


Im Grunde überwiege bei der Ausstellung der Unterhaltungs- den Bildungswert, stellte Wolf fest. Für musikalische Unterhaltung sorgten bei der Eröffnung Christian Pradel und Uwe Schiermeyer, die Stücke wie „Woodstock“ von Joni Mitchell und „Blackbird“ von den Beatles vortrugen. Im Anschluss an die Eröffnung konnten Besucher noch T-Shirts mit Siebdruck, Lavendeldruck oder Textilmalstiften selbst gestalten. Ein junger Mann nutzte die Gelegenheit, um seiner Freundin zum einmonatigen Jubiläum eine Liebeserklärung zu machen. Eine weitere Möglichkeit zur individuellen T-Shirt-Gestaltung bietet sich am 16. Juni 2019, dann ist Schafstag im Tuchmacher-Museum. 

Musik gab es von Uwe Schiermeyer (links) und Christian Pradel. Foto: Bettina Mundt



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