Bewegende Feier in Heilig Geist Pfarrer Tobias Kotte mit Festgottesdienst verabschiedet

Von Holger Schulze

Auf eigenen Wunsch hin empfing Tobias Kotte zum Abschied von den Mitfeiernden im Altarraum den Segen. Foto: Holger SchulzeAuf eigenen Wunsch hin empfing Tobias Kotte zum Abschied von den Mitfeiernden im Altarraum den Segen. Foto: Holger Schulze

Bramsche. „Kein Grund zum Feiern, aber viele Gründe zum Danken“, so stand es in der Einladung für den Festgottesdienst zum Abschied von Pfarrer Tobias Kotte. Am Samstag war es in der Heilig Geist-Kirche soweit, zahlreiche Gemeindemitglieder verabschiedeten den scheidenden Geistlichen.

„So traurig wie der Anlass ist, ich freue mich, dass so viele hier sind. Lasst uns feiern“, begrüßte Tobias Kotte die Gemeinde vor dem Einzug in die Kirche. Mit vier weiteren katholischen Geistlichen und mehreren Amtskollegen von der evangelisch-lutherischen und den freikirchlichen Glaubensgemeinschaften fand dieser Verabschiedungsgottesdienst statt.  

Eine etwas "andere" Predigt – diesmal nicht von einem Geistlichen gehalten und mit Frauen in der Mehrzahl hinter dem Predigtmikrofon – hatte der Pfarrgemeinderat vorbereitet. Dessen Vorsitzender Konrad Notzon wandte sich der Frage zu, was einen guten Hirten ausmacht. „Lasst uns Schafe einmal gemeinsam schauen, wie es um die Hirtenfähigkeiten des Pastors bestellt war“, lautete das Thema der Predigt.

Gute Kenntnis von den Gemeindemitglieder, Verlässlichkeit, auch in Form von Pünktlichkeit wurden dem Pfarrer attestiert. Das Zusammenführen der Herde, also die Fusion der Gemeinde zur jetzigen Größe von St. Martinus mit rund 6000 Mitgliedern, wurde in Erinnerung gerufen. Die Gläubigen konnten mit handtellergroßen Smileys ihr Votum in die Höhe halten. Die besonderen Verdienste von Tobias Kotte um die Ökumene, sein Humor an Karneval, die Sozialraumanalyse, sein Blick für die Kinder in der Gemeinde und die in seiner Zeit als Pfarrer realisierten Neubauten wurden ebenfalls wohlwollend bewertet. 

„Die Nachricht, dass du nach Haren gehst kam für uns etwas überraschend. Viele waren und sind traurig, dass du gehst und auch ein bisschen neidisch auf die Harener“, erklärte Konrad Notzon. „Wir wünschen dir bei aller Traurigkeit, dass es interessante, spannende, glückliche Wege werden, menschlich und im Dienst der Botschaft, die du weiterträgst.  Nicht deinen Abschied wollen wir feiern, aber dich. Danke, dass du bei uns in Bramsche warst." 


"Wir haben einen wunderbaren Menschen kennengelernt."


Bürgermeister Heiner Pahlmann würdigte das herausragende Engagement und die große Sorgfalt, mit denen sich Tobias Kotte um die Belange der Gemeinde gekümmert habe. Die schwierige Aufgabe, drei Gemeinden zu einer zusammenzuführen, habe Kotte mit Blick auf eine „große Chance, eine Bereicherung für alle Gemeindemitglieder, eine Neubesinnung und einen Neubeginn des Gemeindelebens in Bramsche” vollzogen. Auch die ökumenische Bewegung sei durch ihn gemeinsam mit Hans Hentschel vorangetrieben worden.

„Sie hinterlassen große Fußstapfen und wir, als Stadt Bramsche insgesamt und auch ich persönlich, lassen Sie nur ungern gehen“, verabschiedete Heiner Pahlmann den beliebten Pfarrer.

Einen selbstgefertigten Wanderstab schenkte Superintendent Hans Hentschel (links) seinem Kollegen Tobias Kotte zum Abschied. Foto: Holger Schulze


Von Hans Hentschel kam ebenfalls ein Rückblick auf die gemeinsame, geglückte Arbeit an der Ökumene. Als persönliches Geschenk hatte der Superintendent einen selbst gefertigten Wanderstab für Tobias Kotte mitgebracht. Zahlreiche weitere Grußworte von Weggefährten, Vertretern der anderen Glaubensgemeinschaften sowie des öffentlichen Lebens schlossen sich an.  

„Mein Herz lacht“, dankte Tobias Kotte seinerseits für all die gehörten Worte und für die Begleitung und Unterstützung in den fast neun Jahren in Bramsche. 

Mit einer Segnung im Altarraum fand der emotional bewegende Festgottesdienst schließlich sein Ende. Im Anschluss wurde im Gemeindehausgarten weitergefeiert.


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