Jahresarbeiten präsentiert Schüler aus Evinghausen dürfen stolz auf ihre Facharbeiten sein

Minimalismus im Alltag präsentierte jetzt Jonathan Schulze mit seinem Ausbau eines Mini-Vans zum Wohnmobil. Seine Facharbeit der Klasse Elf der Waldorfschule Evinghausen kam gut an.  Foto: Peter SelterMinimalismus im Alltag präsentierte jetzt Jonathan Schulze mit seinem Ausbau eines Mini-Vans zum Wohnmobil. Seine Facharbeit der Klasse Elf der Waldorfschule Evinghausen kam gut an. Foto: Peter Selter

Bramsche. Die Vielfalt ihrer Facharbeiten als Teil des Waldorfabschlusses haben jetzt die Schüler des elften Jahrgangs der Waldorfschule Evinghausen präsentiert.

"Ein Jahr lang haben sich die Schüler mit dem von ihnen ausgewählten Thema intensiv auseinandergesetzt" betonten jetzt die Klassenbetreuer der beiden elften Klassen der Waldorfschule in Evinghausen, Annette Lakeberg und Michael Posch. Neben einer theoretischen Ausarbeitung und einem praktischen Teil hatten die 42 Schüler auch die Aufgabe, ihre Arbeit sowohl vor dem Kollegium als auch der Öffentlichkeit zu präsentieren und einen Messestand zu ihrem Thema zu entwickeln. "Für die Schüler und die Facharbeitsbetreuer eine intensive Zusammenarbeit" so Annette Lakeberg. 

Die öffentlichen Vorträge seien jetzt der Abschluss der gesamten Arbeitsphase. Zuvor hätten alle Schüler ihre Arbeiten dem Kollegium präsentiert. Vom Gesamtkollegium seien dann Rückmeldungen zu den Facharbeiten gegeben worden. Ein Gutachten der Facharbeitsbetreuer sowie eine umfassende Beurteilung des Verlaufs des gesamten Projektes würden ebenfalls dazugehören, betonte Annette Lakeberg. Ziel sei es, dass sich die Schüler selbst organisieren würden. Es habe Momente gegeben, an denen sie sich gefragt habe, ob das wirklich funktioniere, schließlich hätten alle Schüler bewiesen, was in ihnen stecke. Für die Gesamtleistung gebe es jetzt eine Note. Die Facharbeiten würden zum Waldorfabschluss gehören, so Annette Lakeberg. 

Mini-Van ausgebaut

Alle Arbeiten seien erwähnenswert, betont Annette Lakeberg. Stellvertretend für die Bandbreite und Kreativität der Schüler wies sie jetzt auf die Arbeiten von Jonathan Schulze und Monika Jänsch hin. Jonathan Schulze hat zum Thema "Minimalismus" gearbeitet. In diesem Zusammenhang hat er einen Mini-Van zu einem kleinen Wohnmobil ausgebaut. Dabei habe der Schwerpunkt auf der Dokumentation der Arbeits- und Prozessschritte gelegen, so der junge Fahrzeugbauer. "Ich wollte den Minimalismus in allen Lebenslagen betrachten", so der Schüler. 

"Austesten, wie weit ich gehen kann" habe sie sich Monika Jänsch gedacht, als sie das Thema "Musik als Therapie - Musiktherapie" ausgewählt habe. Seit ihrer Geburt hat sie eine Dysmelie, eine Fehlbildung ihrer rechten Hand. Da Musik für sie schon immer ein wichtiger Bestandteil im Leben gewesen sei, habe sie sich gefragt, was sich eigentlich hinter dem Themenkomplex der Musiktherapie verberge. Gesagt getan - so habe sie beispielsweise bei einer Musiktherapeutin hospitiert und in jeder Woche Klavierunterricht genommen, so die Schülerin. Jetzt hat sie zur Verwunderung und Begeisterung ihres Publikums mit ihrer linken Hand und mit der rechten Hand in der Funktion eines Spielfingers drei Stücke auf dem Klavier gespielt. 

Obwohl sie ihre rechte Hand auf dem Klavier nur für einen Ton nutzen kann, hat Monika Jänsch während ihrer Facharbeit in der Klasse Elf der Waldorfschule Evinghausen Klavier gelernt und ihr Lieblingsstück "Halleluja" von Leonard Cohen gespielt. Foto: Peter Selter

Große Bandbreite der Themen

Die Liste der Themen und Ideen der Facharbeiten war lang. Vom Lautsprecherbau, dem Mantrailing - der Arbeit der Hundesuche, dem Thema Motivation, dem Phänomen Stimme, dem Tierschutz und Tierwohl in der Nutztierhaltung am Beispiel der Legehennen oder eine Ausarbeitung über die Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg sowie den Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz reichte die Bandbreite der Themen, an denen die Schüler ein Jahr lang gearbeitet hatten.  

"Wir sind schon auch etwas stolz, wenn wir sehen, was unsere Schüler geleistet haben" betonte Annette Lakeberg. Die Eltern, Geschwister, Freunde und Facharbeitsbetreuer dürften es genauso gesehen haben. Der Applaus nach den Präsentationen sprach jedenfalls dafür. 


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