Alter OP-Bereich entkernt Sanierungsarbeiten am Bramscher Krankenhaus nehmen Fahrt auf

Schutt, Staub, Dunkelheit – fast gespenstisch wirkt der alte OP-Bereich während der Entkernungsarbeiten.Schutt, Staub, Dunkelheit – fast gespenstisch wirkt der alte OP-Bereich während der Entkernungsarbeiten. 

Bramsche. Mit einem Aufwand von rund 18 Millionen Euro wird das Bramscher Krankenhaus derzeit saniert. Der alte OP-Bereich wird komplett entfernt. Später soll in diesem Haus die Innere Medizin einen neuen Platz finden.

Seit Wochen blicken die Bediensteten der Stadtverwaltung aus ihren Büros im Bramscher Rathaus auf Gerüste, am Hasesee und am Poggenpatt ist seit Wochen unüberhörbar, dass immer wieder Schutt in die von Sichtschutzplanen verdeckten riesigen Container zwischen Krankenhaus und alter Rettungswache knallt. 


Die Sanierungsarbeiten an den Bramscher Niels-Stensen-Kliniken nehmen Fahrt auf. Jahre des Wartens auf ein OK aus Hannover und die Bewilligung von Geldern für den überfälligen Umbau waren vorausgegangen, zwischenzeitlich stand sogar die Zukunft des Krankenhauses auf der Kippe. Auch nach dem Ja aus Hannover lief das Projekt nicht reibungslos an. Die überhitzte Baukonjunktur führte zu steigenden Kosten. Es musste neu ausgeschrieben, Pläne mussten überarbeitet werden. Im Oktober 2018 folgte endlich der symbolische erste Spatenstich.

Betritt man das Krankenhaus durch den Haupteingang, geht am Aufgang zur psychiatrischen Station 1c vorbei und weiter zum Verwaltungstrakt, ist von den Arbeiten noch nicht viel zu merken. Das ändert sich, als Krankenhaus-Verwaltungsdirektorin Gudula Thiemann und Daniel Vogt, der Technische Leiter des Hauses, uns mitnehmen zur Baustellenbesichtigung. Hammerschläge, das Kratzen von Schippen auf Beton, 

Bohrer, die sich durch Beton fressen – wo früher drei Operationssäle untergebracht waren, bedecken Schutt und Trümmer den Boden. Es ist dunkel, von den früheren Operationslampen sind nur noch die Anschlüsse geblieben. 


Feiner Staub liegt in der Luft, nur durch die relativ kleinen Fenster dringt etwas Licht. Mit Mundschutz ausgerüstet, werfen Arbeiter eines Abrissunternehmens dicke Betonbrocken in Schubkarren. Das Szenario hat beinahe etwas Gespenstisches.

Gute Laune

Gudula Thiemann hat trotzdem gute Laune, oder vielleicht gerade deshalb. Baulärm ist guter Lärm. Er zeigt, dass es voran geht. Noch kurz vor Ostern folgt eine weitere Baubesprechung, bei der geklärt wird, wie das Abnehmen der Fassade in den kommenden Wochen gemanaged werden kann.

"Manchmal müssen fünf bis sechs Gewerke koordiniert werden".Daniel Vogt, Technikleiter des Krankenhauses

Schritt für Schritt müssen die Gerüste an die Arbeit der Abbruchunternehmen angepasst werden, soll es beim Entfernen von Dämmung und Fassadenplatten keine Pannen geben. Für die später anzubringende neue Fassade läuft das Ganze dann umgekehrt, aber immer vertikal. "Es ist ein spannender Prozess. Wir haben dabei auch gemerkt, dass die Firmen Kapazitätsprobleme haben", sagt Vogt. 

"Das Schlimmste ist vorbei", klingt Thiemann im alten OP trotz aller Freude doch etwas erleichtert, dass die Presslufthämmer vorerst nicht mehr zum Einsatz kommen. "Man hat das gehört. Die Station daneben war schon gebeutelt", räumt sie ein. Besonders die ohnehin psychisch angeschlagenen Patienten litten unter der Situation. Für die Gesprächstherapien räumte die Verwaltung zeitweise ihren Konferenzraum. "Das bringt sonst nichts", sagt Thiemann. Bei den Baubesprechungen sind die möglicherweise zu verlegenden Therapietermine immer ein Thema. "Und wenn es nicht anders ging, haben wir für die Patienten der angrenzenden Station Ohrstöpsel verteilt. Die Mitarbeiter haben teils mit Kopfhörern gearbeitet", erzählt sie von der heißen Phase. Die Lärmbelästigung beim Wiederaufbau würden später wesentlich geringer ausfallen.

Im Bereich der zukünftigen Essensausgabe und des Cafés kann man das schon erahnen. 


Zwar hängen auch hier noch Leitungen von der Decke, aber die Böden sind bereits wieder glatt gezogen und die Materialien für den Ausbau wurden bereits angeliefert. Ein Ende der Arbeiten ist noch lange nicht in Sicht. Nach Haus drei folgen die anderen Bereiche. Gudula Thiemann ist trotzdem fast euphorisch: "Es ist gut, einfach gut".


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