Kneipenkult(o)urprogramm mit "2fellosen" Welthits und sauerländische Heimathymne beim Bramscher "Finale"

Das Duo der "2fellosen" spielte in der Alten Post in der Bramscher Fußgängerzone. Foto: Holger SchulzeDas Duo der "2fellosen" spielte in der Alten Post in der Bramscher Fußgängerzone. Foto: Holger Schulze

Bramsche . Sie waren locker drauf, die beiden Musiker, die am Samstagabend das letzte Konzert des diesjährigen Kneipenkult(o)urprogramms in der Alten Post bestritten. Die "2fellosen" überzeugten dabei als Bühnen-Duo im Gasthaus in der Fußgängerzone.

„Ihr dürft auch gerne mitsingen. Das stört uns nur manchmal. Aber heute Abend gehen wir davon aus, dass es funktioniert“, riefen sie. „Die 2fellosen“ starteten ihren Mix aus bekannten Songs der 1970er und 1980er Jahre dezent im Simon & Garfunkel Stil. Zwei Gitarren, zwei Männerstimmen, dazu stellenweise zwei Mundorgeln –  und das Ganze im gedämpften Timbre, so endete die musikalische Kneipentour 2019 von Bramsche. 

„Die 2fellosen“, das sind Jürgen Koch-Janson und Kurt Sawalie. Beide Musiker haben sich vor fünf Jahren kennengelernt und bei einem spontanen Auftritt festgestellt, dass das Zusammenspiel funktioniert. Der durchaus originelle Bandname entsprang einem Telefonat zwischen den beiden ganz zu Beginn ihrer gemeinsamen Auftritte, bei dem einer von ihnen festhielt, dass es wohl funktionieren würde und die Gattin im Hintergrund den Kommentar „zweifellos“ hinzufügte.  

Koch-Janson und Sawalie sind singende und Gitarre spielende Originale aus einer Zeit, in der gefällige Melodien und gemäßigte Rhythmen noch den Ton angaben. Sie boten dem Publikum auch diesmal entspannte Weltmusik aus dem letzten Drittel des zurückliegenden Jahrhunderts. Mal auf Deutsch, mal in Englisch. Zusätzlich streuten sie einige eigene Titel ein.

Zu hören waren zahlreiche Perlen aus dem Schaffen von Cat Steven, Simon and Garfunkel, den Beatles oder Hannes Wader. Ausgesprochen stark kam das Halleluja von Leonard Cohen rüber, gesungen von Kurt Sawalie, der mit seiner leicht "angerauten" Bluesstimme dem Titel nicht nur eine spezielle Lebendigkeit einhauchte, sondern auch Teile des Publikum zum Mitsingen animierte.

Ausgesprochen gekonnt hörte sich ferner das „Es wird Nacht, Senorita“ von Udo Jürgens an, bei dem die Musiker allerlei spanisches Flair aus ihren Gitarren herausholten. Die beiden Profimusiker, neben ihren gemeinsamen Auftritten ist jeder von ihnen auch noch ausgedehnt als Solist aktiv, verzichteten auch hier bewusst auf Lautstärke. Diese Haltung zeugte wohltuend von einem feinen Musikverständnis und passte gut zu den gespielten Werken gewesen.  

Allerdings wurden aus dem Publikum akustische "Wahrnehmungsschwierigkeiten" in den von der Bühne abgelegenen Bereichen des Lokals bekundet. Beklagt wurde konkret, dass diese Bühne vor der Treppe eingerichtet worden war. So verpuffte die Musik zum Leidwesen mancher Gäste in den entlegeneren Teilen der Alte Post.

Wer aber einen Platz näher bei den beiden Sänger gefunden hatte, der bekam einen angenehm abgestimmten Auftritt zu hören, mit gefällig sanften Evergreens, mit eigenen Titeln des Duos und – obendrauf – auch noch ein südeuropäisches Wanderlied sowie eine sauerländische Heimathymne. Eine derart breit gestreute Genre-Vielfalt hört man nicht immer – und vielleicht muss es ja nicht der letzte Auftritt von „Die 2fellosen“ in Bramsche gewesen sein.


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