Aktionswoche beendet Bramscher Schulen setzen Zeichen gegen Rassismus

Von Heiner Beinke und Holger Schulze

Gemeinsam setzen Haupt- und Realschüler mit ihren Bändchen am Arm ein Zeichen gegen Rassismus. Foto: Heiner BeinkeGemeinsam setzen Haupt- und Realschüler mit ihren Bändchen am Arm ein Zeichen gegen Rassismus. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Am Freitagvormittag kamen Schüler aus den weiterführenden Schulen von Bramsche und von der Grundschule Im Sande sowie die beteiligten Schulsozialarbeiterinnen auf dem Kirchplatz zusammen, um mit einem Infostand die Internationalen Wochen gegen Rassismus abzuschließen.

Mit ganz unterschiedlichen Projekten war das Thema Rassismus zuvor am Gymnasium, an der Realschule, der Hauptschule und der IGS in Kooperation mit der Grundschule im Sande aufgegriffen worden. Die Ergebnisse dieser Projektarbeiten vorzustellen war ein Anliegen des Infostandes auf dem Kirchplatz. Zudem wurden Muffins angeboten, Solidaritätsarmbänder verteilt und es konnte am Glücksrad gedreht werden.  

Foto: Holger Schulze


Entstanden war die Idee zu dieser Teilnahme an den Anti-Rassismus-Wochen im vergangenen Jahr unter den Schulsozialarbeitern der Bramscher Schulen. In der Stiftung der Kreissparkasse Bersenbrück wurde ein Förderer gefunden, der mit 1500 Euro unter anderem den Erwerb der 2000 Solidaritätsarmbäder ermöglichte, die währen der Projektwoche fast vollständig ihre Abnehmer fanden.

Foto: Jürgen Wittenbrink


„Das Thema interessierte die Schüler sehr und die gesamte Aktion hat gezeigt, dass man mit den Schulen was Großes starten kann“, bilanzierte Stefanie Uhlenkamp in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des Präventionsrates, der die Organisation der Aktionen übernommen hatte, die abgelaufenen Projekttage. Aufgrund dieser positiven Resonanz ist für das kommende Jahr eine Fortsetzung im Rahmen des nunmehr startenden Projektes „Demokratie leben“ geplant.  

Feuereifer

Am Schulstandort Heinrichstraße waren bereits am Donnerstag Haupt- und Realschüler in der zweiten großen Pause zu einem gemeinsamen Abschlussfoto zusammen gekommen. Die Schulleiterinnen zeigten sich begeistert über das Engagement, das ihre Schüler dabei an den Tag legten. "Die waren Feuer und Flamme und haben das gemeinschaftlich auf die Beine gestellt," freute sich Dorte Hierse von der Hautschule. "Das war ein schönes Projekt, dass beide Schulen weiter zusammengeführt hat," ergänzt ihre Kollegin Barbara Otte-Becker von der Realschule.

Bunte Welt

Schulsozialarbeiterin Esther Goda von der Hauptschule fand vor allem die Idee, die Herkunftsländer der Schüler in eine Weltkarte einzutragen, beeindruckend: "Da war eine unheimliche Vielfalt," meinte sie. Allein bei der Realschule seien 31 verschiedene Länder zusammenkommen. "Fidschi-Inseln, China, alles dabei," staunte sie. Ein Zeichen hätten die Schüler auch mit den Festivalbändchen gesetzt, das jeder am Arm als Zeichen des Protestes gegen Rassismus getragen hätte. 

Wie sich Vorurteile und Herabwürdigungen andersartiger Menschen im Alltag zeigen, darüber hatte die Sozialpädagoin Uta Wernick-Rathjen im Laufe der Woche mit allen Realschul-Klassen gesprochen. Die Jugendlichen steuerten eigene Erlebnisse bei. Polen klauen, Russen trinken,  von diesen und anderen Klischees hatte jeder schon einmal gehört. Und auch vom Attentat in Neuseeland, wo Menschen "gestorben sind, obwohl sie nur beten wollten," wie es ein Schüler formulierte. 

Die Kernbotschaft der Aktionswoche, zu der auch Filme zum Umgang mit alltäglichem Rassismus gehörten,formulierte eine Schülerin in einer dieser Unterrichtsstunden mit ihren eigenen Worten:

Jeder sollte so sein können, wie er sein will."




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