Deutsch-niederländisches Projekt Ausstellung zum Thema Heimat im Bramscher Bahnhof

Haben sich gesucht und gefunden: Marion Tischler und Bertine Bosch arbeiten zusammen an dem  deutsch-niederländischen Kunstprojekt Z.A.T. (Zuhause.AT Home THUIS). In Delden ist der Kunstkiosk bereits seit dem 3. März geöffnet, Bramsche zieht am Sonntag nach. Die Werke der beteiligten Künstler sind bis Ende Mai zu sehen. Foto: Andreas WenkHaben sich gesucht und gefunden: Marion Tischler und Bertine Bosch arbeiten zusammen an dem deutsch-niederländischen Kunstprojekt Z.A.T. (Zuhause.AT Home THUIS). In Delden ist der Kunstkiosk bereits seit dem 3. März geöffnet, Bramsche zieht am Sonntag nach. Die Werke der beteiligten Künstler sind bis Ende Mai zu sehen. Foto: Andreas Wenk

Bramsche. Am Sonntag, 24. März 2019, eröffnet im Bramscher Bahnhof eine Ausstellung zum Thema Heimat. Dabei handelt es sich um ein deutsch-niederländisches Kunstprojekt.

In der Eingangshalle haben die Künstler David Rauer und Joshua Sassmannshausen einen rosafarbenen Kiosk errichtet. Er ist Ausstellungs- und Verkaufsraum zugleich. Der Kuppelbau erinnert an ein Iglu. Bereits am 3. März hat das niederländische Gegenstück in Delden eröffnet. Auch dort stellen Künstler ihre Werke in einem Bahnhof aus. Einige von Ihnen werden am Sonntag auch in Bramsche zur Eröffnung erwartet.

Damit ist eines der Ziele der Euregio, einem deutsch-niederländischen Zweckverband, bereits erreicht. Künstler aus den Grenzregionen sollen sich kennenlernen und vernetzen. Die Initiatoren auf beiden Seiten sprechen schon jetzt von einem Glücksfall. Bertine Bosch aus Delden ist vor allem froh, dass von Beginn an die Chemie mit Marion Tischler gestimmt hat. Beide sind im Kulturbetrieb an ihren Standorten gut verankert. Tischler leitet zusammen mit Anette Röhr die Kunstwerkstatt im Bramscher Bahnhof und Bosch leitet die MIKC, eine Stiftung, die sich auf Raumkunst, Performances und Multimedia spezialisiert hat. Mit den Bahnhöfen in Delden und Bramsche standen zwei Standorte mit starkem Bezug zum Thema Heimat zur Verfügung und da die Gleisanlagen noch genutzt werden, erhofft man sich davon auch Publikumsverkehr. Schnell war die Idee geboren, auf den Bahnhöfen Kunst-Kioske zu installieren. Mitstreiter fanden sich nicht nur im engsten Umkreis, sondern selbst in Berlin und Hamburg oder Amsterdam und Rotterdam.

Heimat-Souvenirs der ganz anderen Art

Den Besucher erwartet neben einem originellen Bahnhofs-Kunst-Kiosk eine bunte Palette an Heimat-Souvenirs der ganz anderen Art. Mit Landschaftsmotiven bemalte Holzscheiben erinnern an Reisetrophäen-Kitsch der 60er-Jahre und provozieren ebenso wie ein Zigarettenstummel an einer Goldkette, ein Besen oder ein Abfluss-Pömpel. Heimat oder Zuhause, Schutz und Geborgenheit, die einzelnen Arbeiten spielen zum Teil mit solchen Begriffen und Klischees. Marion Tischler hat ihre Überzeugung auf ein gelbes Blechschild geprägt: „Kunst gehört in jeden Haushalt“, auch das ist eines der Exponate. Der Stil erinnert an „Privatweg – Durchgang verboten“ und appelliert an den Besucher, das eigene Zuhause für Kunst zu öffnen, darin ein Stück Heimat zu finden und sich nicht abzuschotten.

Nicht jedes Objekt springt den Besucher mit einer eindeutigen Botschaft an oder vermittelt spontan ein Heimatgefühl. Das im Stil der ersten Computerspiele in eine Gobelin-Stickerei integrierte Schwein wirkt eher wie Kunst als Antwort auf anheimelnden Kitsch. Das Leinen-Geschirrtuch weckt Erinnerungen an Zeiten, in denen Küchen Wohn-, Ess- und Arbeitsraum waren und Teller, Töpfe und Besteck nicht in der Spülmaschine landeten, sondern noch Handarbeit erforderten.

Viele Ausstellungstücke bilden eine Projektionsfläche für eigene Erinnerungen und Gedanken. Alle die wissen wollen, „was will der Künstler uns damit sagen“, können sich vertrauensvoll an Tischler wenden. Die hat die Werke katalogisiert und sich von den Künstlern Interpretationshilfen geben lassen.


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