Vorstellung im Rathaus "Brücke" wirbt in Bramsche für Unterstützung durch das Land

Im Ratssaal stellten die Geschäftsführer Benjamin Kaufmann (links) und Volker Hohmann die Jugendwerkstatt "Die Brücke" vor. Foto: Heiner  BeinkeIm Ratssaal stellten die Geschäftsführer Benjamin Kaufmann (links) und Volker Hohmann die Jugendwerkstatt "Die Brücke" vor. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Zu einem landesweiten Aktionstag am Dienstag, 19. März 2019, wirbt auch die Berufsbildungsstätte "Die Brücke" in Bramsche für mehr Unterstützung.Bei einer Informationsveranstaltung legten sich vor allem ehemalige Absolventen mächtig ins Zeug für die Einrichtung.

Im Vorfeld des Aktionstages hatte die "Brücke" in den Bramscher Ratssaal eingeladen. Der  ehemalige Geschäftsführer Volker Hohmann und der jetzige Geschäftsführer Benjamin Kaufmann erläuterten, dass nach Ablauf der aktuellen Förderperiode durch den Europäischen Sozialfonds mit Mittelkürzungen unter anderem aufgrund des Brexits zu rechnen sei. Deshalb wünschen sich die niedersächsischen Jugendwerkstätten, dass das Land Niedersachsen ab dem Jahr 2021 ein eigenes Landesprogramm zur Förderung ihrer Arbeit auflegt.

Jubiläum

"Wir hoffen, dass das Land uns nicht hängen lässt," sagte Volker Hohmann. Er gab einen kurzen Überblick über das, was die Heseper "Brücke" in den 35 Jahren ihres Bestehens geleistet hat. Bauten wie das Kommunikationszentrum an der Waldorfschule Evinghausen, die Grillhütte am Alfsee oder auch der Kindergarten auf dem Vogelbaum zeugten von der Kompetenz der Werkstatt und von dem Anspruch, den Teilnehmern "nicht nur Übstücke" zu bieten, wie Hohmann meinte.

 Das "praktische Tun" stehe stark im Fokus, meinte der ehemalige Geschäftsführer. Zur Umsetzung der Bildungs- und Förderangebote stehen der Jugendwerkstatt die Praxisbereiche "Holz/Bau/Gebrauchtmögellager" sowie der Bereich Hauswirtschaft zur Verfügung. Darüber hinaus bietet die Brücke in Kooperation mit der VHS Osnabrücker Land einen Hauptschulkurs an, in dem außerschulisch ein Hauptschulabschluss erworben werden kann.

Erfahrungsberichte

Überbetriebliche Ausbildung, wie sie in der "Brücke" früher schon angeboten wurde, sei ein lohnendes Ziel für die Einrichtung, meinte Kaufmann. Aktuell seien viele Jugendliche aber nur ein Jahr in der Einrichtung.Die Unterstützung durch das Land sei für die Einrichtung auch wichtig, um Planungssicherheit zu bekommen.

Mehrere Teilnehmer an Maßnahmen der "Brücke" schilderten im Ratssaal, wie die Berufsbildungsstätte sie nach Problemen in der Schule aufgefangen und auf den richtigen Weg gebracht habe.Er habe "viele Probleme mit dem falschen Umgang" gehabt, meinte einer von ihnen. Er habe die Schule ohne Abschluss verlassen, sei schließlich mit der Justiz in Konflikt geraten. Über ein Projekt zur Gebäudesanierung bei der "Brücke" habe er schließlich eine Lehrstelle als Dachdecker bekommen und arbeite heute noch in dem Beruf. Als nach seinem Beitrag der Applaus einsetzte, verwies er auf die, die ihm diese Chance ermöglicht hätten:

"Klatschen Sie nicht für mich. Klatschen Sie lieber für die Mitarbeiter der Brücke."

Die "Brücke" sei ein "ganz toller und zuverlässiger Partner," hatte zu Beginn der Veranstaltung Bramsches Wirtschaftsförderer Klaus Sandhaus gesagt. Die Zusammenarbeit sei "traditionell sehr gut und sehr unkompliziert", meinte auch Bürgermeister Heiner Pahlmann. Auch er hoffte auf Hilfe durch das Land, damit die "Brücke" weiterhin "flexibel und individuell" jungen Menschen helfen könne, die aus den verschiedensten Gründen Probleme mit dem Start ins Berufsleben hätten. Die Jugendwerkstatt in der alten Heseper Schule sei für Bramsche "ein Alleinstellungsmerkmal."

"Schnapsidee"

"Eine Schnapsidee" sei vor 35 Jahren die Gründung der Einrichtung mit nicht einmal 20 Mitgliedern und knapp 500 DM als Startkapital gewesen, meinte schließlich Dieter Pommerening als Gründungsmitglied. IN all den Jahren seien die Bedingungen "nie fünf Jahre gleich" gewesen. Doch der Mut und die Überzeugung vor 35 Jahren mache sich in der Qualität der Arbeit heute noch bemerkbar.


Seit 35 Jahren steht die Jugendwerkstatt "Die Brücke" für die Entwicklung und Vermittlung von stabilen beruflichen und sozialen Perspektiven, für die Prävention gegen Armut und bieten eine Chance auf eine positive Persönlichkeitsentwicklung. Dazu führt die "Brücke" berufsqualifizierende, allgemeine und sozialpädagogische Angebote für Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Altern von 27 Jahren durch. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, "Zugangschancen individuell beeinträchtigter oder sozial benachteiligter junger Menschen zu Ausbildung oder Beschäftigung zu erhöhen und deren nachhaltige soziale Integration zu erreichen," heißt es in einer Pressemitteilung der Jugendwerkstatt.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN